Next Generation in Kärnten

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Eigentum & Selbstverständnis:

Gelebte Verantwortung für Wald, Wild und Zukunft

Am 15. und 16. November traf sich die Next Generation auf Einladung von Landesverbandsobmann DI Christian Benger in Kärnten.

Bevor es in den intensiven Forst-Jagd-Dialog ging, gab es ein „Warm-up“ beim Startup-Unternehmen B2W Jagdwaffen. Inhaber Lukas Bubna-Litic erläuterte, warum das Handwerk der Büchsenmacherei zum Veranstaltungstitel passt. Denn es bildet die Grundlage für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, wo die Jagd ein wesentliches Element ist, um die betrieblichen Ziele mit entsprechendem Management zu verfolgen. Sein Partner Mathias Wedenig gab Einblicke in moderne Jagdtechnik und stellte Trends und Innovationen vor, wie etwa die Verwendung von Pappelholz.

Ein Abend im Zeichen des NextGen Forst-Jagd-Dialog

Nach diesem Einstieg in Himmelberg ging es nach Griffen, wo der Übergang in das Abendprogramm erfolgte. Kärntens Verbandsobmann DI Christian Benger und Verbandspräsident Konrad Mylius begrüßten neben den Teilnehmenden der Next Generation auch die Eigentümer der Gräfl. Foscari Widmann Rezzonico’schen Forstdirektion, Piero Foscari Widmann Rezzonico und Jacopo Foscari Widmann Rezzonico, sowie deren Forstdirektor DI Christoph Steiner. Bevor dieser erläuterte, wie gezieltes Rotwildmanagement Wälder stärken kann, regte Christian Benger die Gruppe an, über ihre persönlichen Vorstellungen von Nachhaltigkeit nachzudenken. Im Abendgespräch spannte er den Bogen von der professionellen Forstbewirtschaftung über die Verfügbarkeit des Rohstoffes Holz bis hin zum Eigentum als Basis und den drei Säulen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich, sozial und ökologisch. Er hob die Wichtigkeit einer stabilisierenden Baumartenmischung hervor und betonte, wie wichtig es sei, Nachkommen zu haben, die Verantwortung übernehmen. Die Anwesenheit seiner drei Söhne unterstrich die Bedeutung generationenübergreifenden Denkens.

Zudem motivierte er die zukünftigen Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolger, ihren Weg engagiert und innovativ zu gehen und Kooperation als wesentlichen Erfolgsfaktor zu sehen. Know-how, Mut und Klarheit seien entscheidend, um am Markt und in Verhandlungen standfest aufzutreten. Zugleich verwies er auf die Bedeutung des Verbands der Land&Forst Betriebe auf Landes- und Bundesebene als tragende Säule gemeinschaftlicher Interessenvertretung.

Dass neben Eigentum und Fachwissen auch Familie und Mitarbeitende eine wesentliche Rolle für nachhaltiges Wirtschaften spielen, war ein weiterer Aspekt des Gesprächs.

Forstdirektor Christoph Steiner stellte den Betrieb Foscari vor und dessen Zielsetzungen im Rahmen naturnaher Waldbewirtschaftung. Ausgehend von der jagdlichen Situation zeigte er die Auswirkungen eines bestimmten Schadniveaus für die Forstwirtschaft auf, die für den Betrieb existenziell ist. Vor dem Hintergrund klimatischer Herausforderungen gilt es, konstant einen hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen. Die Einblicke in das Rotwildmanagement-Projekt verdeutlichten das Zusammenspiel von Forst und Jagd und rundeten den Forst-Jagd-Dialog ab.

Vorbild für Nachhaltigkeit, Eigenständigkeit und Zukunft

Der nächste Tag startete unter dem Motto „Forstgut Wallersberg – Leit- und Vorbild für Nachhaltigkeit, Eigenständigkeit und Zukunft“ mit einer Betriebsexkursion. Eigentümer, Forstwirt und Kärntner Landesverbandsobmann Christian Benger bot ein eindrucksvolles Programm direkt auf der Fläche. Dabei wurde gezeigt, wie ein rein forstwirtschaftlich geführter Betrieb Herausforderungen meistert und das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Erfolg, Naturschutzmaßnahmen und klimatischen Veränderungen mit klaren strategischen Zielen bewältigt. Die Teilnehmenden erhielten zudem praktische Einblicke, etwa zur Erscheinung des sogenannten „Chinesenbarts“ an der Buche. Die Vielfalt des Betriebes wurde anhand der besichtigten Flächen deutlich: vom Lärchen-Buchenwald über eine Naturverjüngungsfläche bis hin zu einer aufgeforsteten Kalamitätsfläche sowie ausgewählten Saatgutbeständen. So konnte sich die Next Generation selbst ein Bild von diesem vielfach ausgezeichneten Vorzeigebetrieb machen.

Der Vormittag bot darüber hinaus ausreichend Zeit, intensiv über betriebswirtschaftliche Zielsetzungen und die Bedeutung der Forstökonomie zu diskutieren. Dabei wurde auch erläutert, warum der Forstbericht, ein Service des Verbandes, ein wesentliches strategisches Instrument darstellt.

Im Rahmen der Exkursion ließen sich zudem übergeordnete Prämissen ableiten, die im Wesentlichen Priorität, Stabilität und Qualität umfassen.

Wie bereits am Vorabend betonte Christian Benger nochmals die Bedeutung von Kooperation und Engagement, sei es in einem Verein, politisch oder im Verband. Auf allen Ebenen unabhängig ob Land oder Bund, brauche es kluge Köpfe, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Nur so könne jede und jeder die Zukunft aktiv mitgestalten, zumal auch andere Akteure ihre Interessen einbringen. Generalsekretär Martin Kubli, der an beiden Tagen die Programmpunkte begleitete, betonte nochmals zum Abschluss wie wertvoll der Austausch mit führenden Forstpersönlichkeiten wie Christian Benger ist und dankte für ihn für sein Engagement und den Teilnehmenden für ihr Kommen.

Wir danken allen Gesprächspartnern für die Einladung sowie für die Bereitschaft, ihre Zielsetzungen und ihr Wissen mit der Next Generation zu teilen. Es war eine bereichernde und gelungene Veranstaltung in Kärnten.

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