10 Jahre Next Generation

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Im Oktober 2016 fand die erste Veranstaltung der Next Generation der Land&Forst Betriebe Österreich statt. Die Idee dahinter: Nachkommen land- und forstwirtschaftlicher Familienunternehmen eine Plattform zu bieten, auf der sie sich frühzeitig mit den besonderen Fragestellungen und Verantwortlichkeiten auseinandersetzen können, die mit Eigentum, Familie, Generationennachfolge, land- und forstwirtschaftlicher Betriebsführung sowie der Zukunft des ländlichen Raumes verbunden sind.

Fachvorträge, Workshops und Exkursionen vermitteln seither Wissen zu diesen Themen. Mindestens ebenso wichtig ist der persönliche Austausch: Die Next Generation schafft einen vertrauensvollen Rahmen, um Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und ein Netzwerk über Betriebs- und Bundesländergrenzen hinweg aufzubauen.

Mehr als 30 Veranstaltungen und zahlreiche persönliche Begegnungen

Der Dienstag bot sich nun an, um erste runde Jubiläum gemeinsam zu feiern. Mehr als 30 Veranstaltungen an unterschiedlichen Standorten haben in den vergangenen zehn Jahren die Entwicklung der Initiative geprägt.

Möglich wurde dies auch durch die große Unterstützung der Eigentümerinnen und Eigentümer der Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich. Immer wieder öffneten sie ihre Betriebe für die Next Generation und ermöglichten damit unmittelbare Einblicke in unterschiedliche land- und forstwirtschaftliche Strukturen. Gerade dieser Blick hinter die Kulissen und der offene Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen zählen bis heute zu den besonderen Stärken der Initiative.

Eine Initiative für die nächste Generation von Eigentümerinnen und Eigentümern

Initiator der Next Generation war vor zehn Jahren der damalige Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, ÖKR DI Felix Montecuccoli. Sein Anliegen war es, allen Nachkommen land- und forstwirtschaftlicher Familien eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch über die zentralen Themen eines Betriebes zu geben.

Dabei ging und geht es bewusst nicht ausschließlich um jene Familienmitglieder, die einen Betrieb später übernehmen. Auch weichende Erbinnen und Erben sollen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe kennen und verstehen. Denn Eigentum, Familie und Generationenverantwortung sind eng miteinander verbunden.

Von Beginn an gehörte dazu auch das Verständnis dafür, warum gemeinsame Interessenvertretung notwendig ist und welche Aufgaben ein freiwilliger Verband für seine Mitgliedsbetriebe übernimmt. Denn viele Rahmenbedingungen für land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz werden außerhalb des einzelnen Betriebes gestaltet. Wissen, Vernetzung und die Bereitschaft, gemeinsame Interessen einzubringen, sind deshalb wichtige Voraussetzungen dafür, Verantwortung langfristig wahrnehmen zu können.

Felix Montecuccoli richtete im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung auch den Blick nach vorne: „Die Land- und Forstwirtschaft wird in zehn Jahren anders aussehen, als wir sie heute kennen.“ Daher gab er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die kommenden Jahre einen Leitgedanken mit auf den Weg: Zuversicht.

Wissen und Netzwerk als langfristiger Mehrwert

Auch der heutige Präsident Konrad Mylius unterstrich beim Jubiläum die Bedeutung der Initiative. Er kennt die Next Generation aus eigener Erfahrung: Bereits vor seiner Funktion als Präsident nahm er an zahlreichen Veranstaltungen teil und nutzte die Plattform zum Austausch über land- und forstwirtschaftliche Fragestellungen.

Vertreterinnen und Vertreter der früheren und heutigen Next Generation Steuerungsgruppe waren sich beim Rückblick einig: Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Wissensvermittlung rund um die Generationennachfolge in Familienbetrieben und in der Möglichkeit, sich über damit verbundene Fragen in einem vertrauensvollen Umfeld auszutauschen.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal sind zudem die Exkursionen. Sie ermöglichen Einblicke in Betriebe, deren Herausforderungen, Entscheidungen und Lösungsansätze und machen damit die Vielfalt der Land- und Forstwirtschaft sowie darüber hinausgehender Strukturen unmittelbar erlebbar.

Gleichzeitig vermittelt die Next Generation, dass neben der Verantwortung im eigenen Betrieb auch eine funktionierende Interessenvertretung ein wichtiger Eckpfeiler ist. Eine freiwillige Interessenvertretung lebt davon, dass Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Erfahrungen einbringen, gemeinsame Anliegen formulieren und bereit sind, Verantwortung über den eigenen Betrieb hinaus zu übernehmen.

Der Appell der Steuerungsgruppe für die kommenden zehn Jahre lautete daher: weiterhin Fragen stellen, neugierig bleiben, voneinander lernen und die Next Generation als lebendiges Netzwerk weiterführen. Diese und weitere Gedanken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden auf einer Zukunftswand ihren Platz.

Verantwortung zwischen Tradition und Veränderung

Ein Höhepunkt des Jubiläumsabends war das Gespräch mit Johannes Kattus von der Schaumweinmanufaktur Kattus. Als Eigentümer in fünfter Generation eines Familienunternehmens konnte er aus eigener Erfahrung darüber berichten, was generationenübergreifende Verantwortung bedeutet.

Im Gespräch mit Präsident Konrad Mylius ging es insbesondere um Erfahrungen aus der Übergabezeit, den Umgang mit Verantwortung und die Frage, wie ein traditionsreiches Familienunternehmen über Generationen hinweg weiterentwickelt werden kann.

Kattus plädierte dafür, sich auch in einem generationenübergreifenden Unternehmen, soweit möglich, die Flexibilität eines Start-ups zu bewahren. Die mit einem Familienunternehmen verbundene Verpflichtung sollte dabei nicht ausschließlich als Bürde, sondern vor allem als Chance verstanden werden. Auch die Möglichkeit zum Austausch innerhalb einer Next Generation hob er als besonders wertvoll hervor.

Die nächsten zehn Jahre im Blick

Mit der Schaumweinmanufaktur Kattus bot ein traditionsreicher Familienbetrieb den passenden Rahmen für das zehnjährige Jubiläum. Seit mehr als 160 Jahren hat sich das Unternehmen mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie nationalen und globalen Veränderungen auseinandergesetzt und wurde dabei von Generation zu Generation weiterentwickelt.

Damit schloss sich zugleich der Kreis zu einem Grundgedanken der Next Generation: Eigentum bedeutet Verantwortung – für den Betrieb, für die Familie und für kommende Generationen. Um diese Verantwortung wahrnehmen zu können, braucht es Wissen, Offenheit für Veränderung, den Austausch mit anderen und starke Netzwerke.

Die Next Generation der Land&Forst Betriebe Österreich will dafür auch in Zukunft Raum schaffen. Denn die Herausforderungen für land- und forstwirtschaftliche Familienbetriebe werden sich weiter verändern. Umso wichtiger bleiben der Austausch zwischen den Generationen, unternehmerische Zuversicht und die Bereitschaft, gemeinsame Interessen auch gemeinsam zu vertreten.

Fotogalerie der Jubliäumsveranstaltung