Forstbericht 2024

Wirtschaftliche Situation des Forstsektors und Bericht über die Ertragslage der österreichischen Forstbetriebe

Forstwirtschaftliche Situation 2024

Alljährlich liefert der Forstbericht Auskunft über die wirtschaftliche Lage der österreichischen Forstbetriebe mit einer Fläche von mehr als 500 Hektar. Das Wirtschaftsjahr 2024 war für die österreichische Forstwirtschaft von einem Spannungsfeld aus stabiler Leistungsfähigkeit und anhaltender Unsicherheit geprägt. Politische Rahmenbedingungen wie die internationale Zollpolitik sowie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) waren für viele Betriebe in der gesamten Wertschöpfungskette ein ständiger Begleiter und verursachten erhebliche Sorgen bezüglich der künftigen Marktentwicklung. Die zentralen Ergebnisse des Forstberichts finden sich hier.

Wirtschaftliche Situation des Forstsektors 2024

Trotz dieser Unsicherheiten erwies sich der Forstsektor erneut als leistungsfähiger und stabiler Wirtschaftszweig. Der Holzeinschlag belief sich im Jahr 2024 auf rund 20 Mio. Festmeter und übertraf damit das Vorjahresniveau um 5,3 %. Gleichzeitig lag der Einschlag um 8,8 % über dem Zehnjahresmittel. Besonders deutlich fiel der Zuwachs beim Sägerundholz aus, dessen Einschlag um rund 12 % anstieg. Insgesamt setzte sich der Holzeinschlag zu 56 % aus Sägerundholz, zu 16 % aus Industrieholz und zu 28 % aus Energieholz zusammen. Während der Einschlag von Energieholz leicht rückläufig war, zeigte sich der Industrieholzeinschlag über das Jahr hinweg weitgehend stabil.

Ein wesentlicher Teil des Gesamteinschlages diente der Aufarbeitung von Schadholzmengen aus dem Jahr 2023. Gleichzeitig waren Kalamitäten auch 2024 in vielen Regionen ausschlaggebend für das Einschlagsverhalten. Laut Holzeinschlagsmeldung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) entfielen rund 55 % des Gesamteinschlags auf Schadholz. Die Schadholzmenge stieg österreichweit gegenüber dem Vorjahr um 22 % auf rund 11 Mio. Erntefestmeter an. Insbesondere Sturm-, Schnee- und Starkregenereignisse Mitte September 2024 trugen maßgeblich zu diesem Anstieg bei.

Auf der Nachfrageseite zeigte sich ein differenziertes Bild. Die stagnierende Bauwirtschaft dämpfte im ersten Halbjahr die Nachfrage nach Sägerundholz; erst gegen Jahresende war eine leichte Belebung spürbar. Dennoch konnten die Forstbetriebe die Nachfrage der Sägeindustrie insgesamt gut bedienen. Die Schnittholzproduktion stieg 2024 (rund 16,5 Mio. Erntefestmeter) gegenüber dem Vorjahr um rund 6 %, wobei etwa zwei Drittel des Holzbedarfs der Sägewerke aus dem Inland gedeckt wurden. Auch international blieb die Branche wettbewerbsfähig: Die Schnittholzexporte legten gegenüber 2023 um rund 8 % zu, während die Rundholzimporte um etwa 3 % zurückgingen.

Deutlich gefragt waren im Jahr 2024 vor allem spezielle Sortimente. Lärche sowie Laubhölzer wie Eiche und Esche verzeichneten eine starke Nachfrage. Beim Energieholz hingegen zeigte sich keine nennenswerte Veränderung. Aufgrund der milden Witterung während der Heizsaison, gut gefüllter Lager sowie der hohen Schadholzaufarbeitung blieb die Nachfrage verhalten. Auch in der Papier-, Platten- und Zellstoffindustrie gingen die Absätze in vielen Regionen zurück. In Summe führte dies dazu, dass die Wirtschaftsleistung des Forstsektors im Jahr 2024 stagnierte und die Holzpreise größtenteils leichte Rückgänge verzeichneten.

Insgesamt hat die österreichische Forstwirtschaft im Jahr 2024 unter herausfordernden wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ihre Rolle als zuverlässiger Rohstofflieferant unter Beweis gestellt. Die hohen Produktionsmengen sicherten die Versorgung der holzverarbeitenden Industrie und zeigten, dass der Sektor auch in einem schwierigen Umfeld stabil und leistungsfähig bleibt – wenn auch nicht ohne wachsende Sorgen mit Blick auf Markt, Regulierung und zukünftige Entwicklungen.