Fair Play im Wald

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Fair Play im Wald

Nach dem Grundprinzip "Natur nützen, Natur schützen" sorgen rund 145.000 Waldbesitzer in Österreich verantwortungsvoll dafür, dass der Wald alle Leistungen erfüllen kann. Damit sind saubere Luft, reines Wasser, Schutz vor Naturgefahren, Erholung, vielfältiger Lebensraum und die Lieferung des Rohstoffes Holz gesichert. Waldbesitzer und Gesetzgeber übernehmen für den heimischen Wald, von dem sich 80 Prozent im Privateigentum befinden, eine hohe Verantwortung. Zum Wohle und Schutze eines intakten und gesunden Waldes, der Wildtiere und der Waldbesucher gehört daher auch die Einhaltung von Rahmenbedingungen zu einer pflichtbewussten und sorgfältigen Waldbewirtschaftung. Jede und jeder hat das Recht, den Wald für Erholungszwecke zu betreten und sich dort aufzuhalten. Dabei sollte jedoch stets bedacht werden, dass wir alle Gäste im Wald sind und man der Natur und dem Eigentum durch achtungsvolles Verhalten Respekt erweist.

Waldbesucher sind Gäste der Natur

Nach dem Forstgesetz ist das Betreten des Waldes – also zu Fuß – für Erholungszwecke im Sinne einer Recreation für Jedermann freigegeben. Radfahren, Reiten, Laufveranstaltungen, Motorradfahren, Camping etc. sind nur mit Zustimmung des Grundeigentümers auf durch diesen gekennzeichneten Wegen erlaubt. Denn die Sportarten im Wald berühren vier wichtige Themenfelder: Die Benützung fremden Eigentums, die Belastung des Ökosystems, Haftungsfragen zu Schäden am Wald und Unfällen von Sportlern sowie Konflikte zwischen unterschiedlichen Freizeit- und Sportgruppen auf denselben Wegen.

Lebensraum für Wildtiere

Besonders im Frühling suchen die Wildtiere nicht nur Schutz, Futter und Ruhe im Wald, sondern sie setzen auch ihre Jungen. Daher sollten sämtliche Aktivitäten wie Laufen, Wandern und Spazierengehen vorrangig auf gekennzeichneten Wegen und Routen erfolgen. Besondere Beunruhigung für die schreckhaften Wild- und Jungtiere sind Aktivitäten am Morgen, in den späten Abendstunden und in der Nacht. Daher gilt es, zu diesen Tageszeiten Waldläufe, Spaziergänge, Wanderungen quer durch den Wald über Stock und Stein jedenfalls zu vermeiden. Der Stress führt beim Wild zu einem erhöhten Energieverbrauch, was besonders im Frühling nach der entbehrungsreichen Zeit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Die Folge davon ist ein erhöhter Nahrungsbedarf, der kompensiert werden muss.

Die freilebenden Tiere sind das ganze Jahr über auf Rücksicht angewiesen, ganz besonders im Frühjahr. Denn da wird der Nachwuchs geboren und aufgezogen. Wildtiere mit ihren Jungen sind sehr sensibel und fühlen sich sehr schnell bedroht. Muttertiere lassen sich mit ihrem Nachwuchs gerne im Dickicht oder auch auf Wiesen nieder. Diese Ruhezonen sollten daher unbedingt gemieden und Wildtiere nicht angefasst werden. Oft trifft man im Wald auf scheinbar verwaiste Jungtiere. Dann sollte man sich zügig zurückziehen, denn haben Jungtiere einmal menschlichen Geruch an sich, werden sie von der Mutter oft verstoßen. Meistens sind die Eltern der jungen Tiere in der Nähe und kehren zurück, sobald der Mensch weg ist.

Arbeitsplatz Wald

Für Waldarbeiten müssen aus Sicherheitsgründen oft Wald- und Forstwege gesperrt werden. Umfallende Bäume aber auch Maschinen stellen eine Gefahr für Waldbesucher dar. Absperrungen und Warnschilder müssen auf jeden Fall beachtet werden. So dürfen laut Forstgesetz Kulturen, die unter einer Wuchshöhe von drei Meter sind, nicht betreten werden, damit sie gesund heranwachsen können.

Hinweisschilder unbedingt beachten

Auch im Jagdrecht gibt es die Möglichkeit, Benützungseinschränkungen vorzusehen. Jagdliche Sperren finden etwa Anwendung im Umkreis des Fütterungsbereiches, in Wildschutzgebieten, bei Jagdgehegen und wenn Treibjagden durchgeführt werden. Waldbesucher sollten daher unbedingt Waldsperren beachten: Denn zum einen sind es Schutzvorkehrungen für Pflanzen und Tiere und zum anderen Sicherheitsvorkehrungen für die Waldbesucher selbst.

Miteinander durch "Natur nützen und schützen" und Fair Play

Zum Wohle aller sollte von jedem Waldbesucher und Waldbesitzer die Bereitschaft für ein Miteinander im Wald gegeben sein, um unseren heimischen Wald und seine vielfältigen Leistungen langfristig durch Nützen und Schützen zu erhalten.