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Wien, am 16.01.2003

Die Zukunft baut auf Holz

Die Zukunft baut auf Holz
Politik muss ausreichende Produktion ermöglichen

Wir verbrauchen derzeit weltweit nahezu acht Milliarden Tonnen an Erdöl, Kohle und Ergas. Die Treibgas–Emissionen haben für unser Klima dramatische Folgen. Experten befürchten, dass Naturkatastrophen wie Hochwasser, Windwürfe oder Schneebrüche immer häufiger auftreten werden. Um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern, müssen wir verstärkt erneuerbare Rohstoffe wie Holz verwenden. Naturschutzbürokratie wie bei der NATURA 2000 behindert jedoch die Nutzung des umweltfreundlichen Energieträgers.

"Forstwirte und Waldbesitzer arbeiten im Freien und kennen daher die Unberechenbarkeit von Naturgewalten", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs. "Die Konzentration und das Ausmaß von überschwemmungen oder orkanartigen Stürmen wie im letzten Jahr sind jedoch neu." Experten befürchten, dass wir aufgrund der Klimaänderung in Zukunft vermehrt mit solchen Naturkatastrophen rechnen müssen. Allein durch das Hochwasser im vergangenen August mussten manche Betriebe einen Verlust in der Höhe von 90 Prozent des Jahresumsatzes verzeichnen. Der Föhnsturm im Dezember warf in den Bundesländern Salzburg und der Steiermark rund 3,75 Millionen Festmeter Holz um ? 20 Prozent davon sind Bruch und daher kaum verwertbar. Die Forstbetriebe erhalten zwar Unterstützungen aus den Katastrophenbudgets von Bund und Ländern, können aber damit nur einen kleinen Teil der entstandenen Schäden ausgleichen. Versicherungen wie etwa gegen Sturmschäden werden inzwischen vermehrt diskutiert.

Sorgsame Bewirtschaftung sichert Rohstoff Holz

Österreichs Forst– und Holzwirtschaft hatte schon immer eine große äkonomische, soziale und äkologische Bedeutung. Mit einem überschuss von ? 2,3 Milliarden in der Handelsbilanz ist sie gemeinsam mit dem Tourismus der wichtigste Devisenbringer. Mehr als 281.000 Menschen beziehen aus diesem Bereich teilweise oder zur Gänze ihr Einkommen. "Unsere Forstbetriebe bewirtschaften den Wald seit Generationen verantwortungsvoll und naturnah", so Schenker. "Wir sorgen dafür, dass für jeden entnommenen Baum ein neuer nachwächst." Dank dieser Sorgfalt stehen große Holzvorräte zur Verfügung. Vom jährlichen Zuwachs in Österreichs Wäldern werden derzeit nur zwei Drittel genutzt. Zudem sichern die Wälder die vielseitigen Bedürfnisse der Menschen ? so schützen sie etwa vor Lawinen sowie Murenabgängen oder bieten Raum zur Erholung.
EU unterschätzt Forstwirtschaft

Die Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffes Holz für die Entwicklung und Zukunft Europas wird unterschätzt. In der EU fehlt eine Gesamtkompetenz für den Wald: die Forstwirtschaft hat keinen zentralen Ansprechpartner, sondern muss sich mit vier verschiedenen Kommissaren und Generaldirektionen in Form der AGRI, Environment, Enterprise sowie Transport auseinandersetzen. Diese sehen ausschließlich den eigenen Verantwortungsbereich und setzen keine Prioritäten. Gerade das wird aber in der Nachhaltigkeitsstrategie der EU gefordert: denn die Politik kann soziale, äkonomische und äkologische Bedürfnisse nur in Zusammenarbeit umsetzen. Das Beispiel NATURA 2000 zeigt, dass die derzeitige Umweltpolitik in wesentlichen Bereichen unsozial und nicht äkonomisch ist. Im Mittelpunkt stehen einzelne Pflanzen und Tiere, die Lebensbedingungen der Menschen in den ländlichen Gebieten werden nicht berücksichtigt. Österreichs Bürger belastet dieses Programm pro Jahr mit rund ? 57,5 Millionen. Die Auflagen dieses Naturschutzprojekts behindern zudem die Nutzung von Holz – gerade im Hinblick auf den Klimaschutz geht dies in die falsche Richtung.

Biomasse ist Energieträger der Zukunft

Österreich hat sich im Kyoto–Protokoll von 1990 verpflichtet, den Ausstoß von umweltschädlichen Treibhausgasen bis zum Jahr 2010 um 13 Prozent zu senken. Die Gegenwart weist jedoch nicht in diese Richtung: denn die Schadstoff–Emission steigt immer noch an. Derzeit kommt rund 75 Prozent der Energie aus umweltbelastenden Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas sowie Kohle. Wirtschaftswissenschafter warnen davor, dass es ohne prinzipielle Veränderungen der Wirtschaftsweisen und Lebensgewohnheiten in den nächsten 50 Jahren zu einem Desaster kommen wird. Der vermehrte Einsatz von Holz könnte dem entgegenwirken. Bäume benötigen für den Aufbau ihrer Holzmasse neben verschiedenen Nährstoffen auch Kohlendioxid. Das umweltschädliche CO2 wird der Luft entnommen und durch die so genannte Photosynthese in Stärke und Zucker umgewandelt. Auf diese Weise wird Kohlenstoff im Baum gespeichert. "Jedes verwendete Stück Holz trägt somit zur Minderung des Treibhauseffektes bei", sagt Schenker. "Vor allem verbautes Holz ? wie etwa bei Möbeln ? speichert den Kohlenstoff dauerhaft."

Österreich liegt bei der Nutzung von Biomasse an der Spitze der europäischen Länder: 11,5 Prozent der gesamten Energie in Österreich stammt aus Bioenergie. Bisher wurden 40.176 Hackschnitzel– und Pelletsheizungen installiert. Die vorhandene Biomasse ist jedoch bei weitem nicht ausgenutzt: das verfügbare Potential könnte bis 2005 pro Jahr rund 1,75 Millionen Einfamilienhäuser, 3.500 Industriebetriebe sowie 1.100 Fernwärmewerke mit Wärme versorgen. Neue Technologien ermöglichen für Holzheizungen den gleichen Bedienungskomfort wie Gas– oder Ölheizungen. Holz verbrennt CO2 neutral – im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wird damit nur jene Menge Kohlenstoff an die Luft abgegeben, die der Baum für sein Wachstum aufnimmt. Durch den verstärkten Einsatz von Biomasse könnten in Österreich in den nächsten Jahren bis zu zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das entspräche einem Fünftel jener Einsparungen beim Ausstoß von Treibhausgasen, zu denen sich Österreich im Rahmen der Kyoto–Vereinbarung verpflichtet hat.

Neues Ökostromgesetz in Kraft

Am 1. Januar dieses Jahres trat in Österreich das neue Ökostromgesetz in Kraft. Die ästerreichischen Forstbetriebe haben das Land– und Forstwirtschaftsministerium bei seiner Umsetzung maßgeblich unterstützt. Damit wurde ein beachtlicher Meilenstein für die Zukunft gesetzt, die Einspeisetarife für Strom aus erneuerbaren Energiequellen sind nun in allen Bundesländern gleich. Der Preis hängt von der Leistungsfähigkeit der verwendeten Anlage ab: so erhält ein Ökostromproduzent etwa bei ausschließlicher Verwendung fester Biomasse wie zum Beispiel Waldhackgut einen Preis in der Bandbreite von 6,50 bis 16,00 Cent/kWh. Mit dem neuen Gesetz erhält dieser Bereich neue Impulse für Innovation und Investitionen. Damit kann auch das geplante Biomasse–Großkraftwerk für Wien realisiert werden. Es soll ab 2005 in Betrieb gehen und pro Jahr 155.000 Tonnen Hackgut in Energie umsetzen. Damit könnten theoretisch 40.000 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgt werden.

Biomasse wird ein wichtiger Rohstoff in der Energiepolitik werden, ab 2006 sollen drei Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie stammen. Dazu zählen feste und flüssige heimische Biomasse, Biogas, Deponie– und Klärgas, Geothermie, Wind– und Sonnenenergie, nicht aber die Wasserkraft. Wie in allen Fällen der Rohstoffproduktion werden sich die Lieferanten keine goldenen Nasen verdienen. Doch der europaweite Einsatz von Biomasse kann einen wesentlichen Beitrag für den Klimaschutz sowie den Fortbestand der ländlichen Gebiete liefern.

Rückfragehinweis:
Dipl.–Ing. Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs
Mobil: +43–(0)664–260 00 28, e–mail: office@hvlf.at
 
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