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Wien, am 18.11.2002

Herbststurm schädigt Forstwirtschaft enorm

Herbststurm schädigt Forstwirtschaft enorm
Katastrophenfonds für betroffene Betriebe benötigt

Der Föhnsturm der vergangenen Tage hat in einigen Regionen Österreichs insgesamt rund drei Millionen Festmeter Holz umgeworfen und gebrochen. Insgesamt verzeichnet die Forstwirtschaft einen Schaden von rund 70 Millionen Euro. Am stärksten betroffen waren die Gebirgsregionen der Steiermark sowie die Salzburger Gebiete Lungau und Pinzgau. Einige Betriebe sind existenziell bedroht und benötigen dringend finanzielle Hilfe. Die Bereitstellung von Mitteln aus dem nationalen Katastrophenfonds ist daher erforderlich.

"Am größten ist der Schaden in Salzburg und in den Gebirgsregionen der Steiermark", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe. Bei einigen Betrieben im Lungau und Pinzgau warf der Sturm die vierfache Menge der durchschnittlichen Jahresernte um. Die schwierigen Aufräumarbeiten wurden sofort von den Forstleuten gestartet. Dabei ist das Bundesheer eine große Unterstützung.

Der Herbststurm hat für die heimische Forstwirtschaft einen hohen Preis: der Wind brach viele Bäume und zerstörte dabei die wertvollsten Holzteile. Daher sind 30 Prozent des Holzes nicht verkäuflich. Das restliche Holz wird erhöhte Erntekosten verursachen und geringere Erträge bringen. Die Wiederaufforstung, Pflegmaßnahmen und das Reparieren von Wegen werden die Betriebe zusätzlich belasten. Die Forstexperten rechnen mit einem Schaden von insgesamt 70 Millionen Euro. Einige Betriebe wurden besonders stark getroffen und müssen um ihre Existenz bangen. Daher müssen Mittel aus dem nationalen Katastrophenfonds für die Behebung der Schäden bereitgestellt werden. Dabei darf man die großen Betriebe nicht ausschließen.

Partnerschaft hält Markt im Gleichgewicht
Obwohl der Föhnsturm etwas mehr als zwei Millionen Festmeter Holz für den Markt hinterlässt, wird es dort kein überangebot geben. "Die Forstwirtschaft wird noch diese Woche mit ihren Partnern aus der Säge–, Papier– und Plattenindustrie Gespräche führen, um das vorhandene Holz optimal zu verteilen", so Schenker. Da derzeit für das kommende Jahr die Holznutzung geplant wird, kann die bevorstehende Ernte zwischen den Forstbetrieben koordiniert werden. Die Nachbarschaftshilfe spielt dabei eine große Rolle: wer nicht vom Windwurf betroffen ist, reduziert die Holzernte in seinem Betrieb. Im Ausgleich dafür vermietet er an die geschädigten Betriebe seine Arbeitskraft zur Aufarbeitung der Bäume. Dank dieser Maßnahmen kann der Markt und der Holzpreis stabil gehalten werden.


Forstwirtschaft arbeitet naturnah
Vehement wehrt sich Präsident Schenker gegen Angriffe des Umweltbundesamtes, dass die Forstwirtschaft nicht naturnah arbeitet und somit an den Sturmschäden eine große Mitschuld trägt. Diese Aussage ist nicht richtig: Der ästerreichische Waldbericht 2001 bestätigt, dass heute auf über 50 Prozent der Waldfläche mit Naturverjüngung gearbeitet wird. 2/3 des ästerreichischen Waldes sind naturnah. Dies ist vor allem der nachhaltigen Forstwirtschaft zu verdanken, welche die ästerreichischen Waldeigentümer seit Jahrzehnten betreiben. Der gewaltigen Kraft des jüngsten Föhnsturmes können auch die besten und stabilsten Bäume nicht standhalten.


Rückfragehinweis:
Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs (HVLF)
Dipl.–Ing. Stefan Schenker, Präsident des HVLF, Mobil: 0664/260 00 28
 
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