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Wien, am 19.07.2002

Blinder Zynismus der AK bei Agrarreform schadet ihren Mitgliedern

Blinder Zynismus der AK bei Agrarfragen schadet ihren Mitgliedern
Großbetriebe sind wichtige Arbeitgeber im ländlichen Raum

In ihrer heutigen Pressekonferenz fordert die Arbeiterkammer eine radikale Agrarreform. Sie geht von einem Rückgang der bäuerlichen Betriebe aus und fordert, dass die Agrarmittel für andere nicht–landwirtschaftliche Bereiche verwendet werden. Damit wird der ohnedies schwache ländliche Raum auch zum Nachteil der AK–Mitglieder geopfert, so der Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe.

„Die heute getätigten zynischen Aussagen der Arbeiterkammer zu Agrarreform und EU– Erweiterung können nicht im Sinne der Konsumenten und Dienstnehmer sein“, sagt Dipl.–Ing. Felix Montecuccoli, Vizepräsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe. Die AK–Expertin Maria Kubitschek geht von einem weiteren Schrumpfen der Beschäftigten in der Landwirtschaft aus und will deshalb weitere Mittel gar nicht mehr in diesen Sektor leiten.

Ländlicher Raum wird weiter geschwächt
Sollten die geplanten Agrarreformen durchgeführt werden, wird sich die – ohnedies schwierige – Beschäftigungssituation in der Landwirtschaft noch verschärfen:
Denn jeder Bauer, der aufgibt, drängt auf den Arbeitsmarkt. Zudem wird dem ländlichen Sektor die Lebensgrundlage genommen. Gerade die von der AK heftig attackierten größeren Betriebe beschäftigen Dienstnehmer. So leben von einem Gutsbetrieb mit 200 ha zumindest drei Familien. Darüber hinaus ist die land– und forstwirtschaftliche Produktion der Motor für Zulieferungs– und Verarbeitungsbetriebe wie Saatgut, Geräte, Betriebsmittel, Maschinen, Lebensmittel, Verpackung um nur einige wenige zu nennen.

„Die AK fordert ohne sachliche Grundlage eine Diskriminierung der Vollerwerbsbetriebe. Dabei scheint ihr auch egal zu sein, ob Grundnahrungsmittel importiert werden müssen. Denn Versorgungssicherheit kann nur bei gesunden Strukturen garantiert werden,“ so Felix Montecuccoli. Es muss bezweifelt werden, ob das Herankarren von Milch, Butter und Brot über hunderte oder tausende Kilometer im Sinne von Konsumenten und Umwelt ist.

Mit ihren populistischen Vorschlägen zur Umverteilung und dem gleichgültigen Hinweis auf die schrumpfende Landwirtschaft lässt die AK erkennen, dass ihr ländliche Strukturen und heimische Lebensmittel kein Anliegen sind. „Die bisherigen Aussagen der AK zu Konsumentenschutz und Umwelt sind damit entlarvt“, sagt Montecuccoli.


Rückfragehinweis:
Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs (HVLF)
Dipl–Ing. Felix Montecuccoli, Vizepräsident des HVLF, Mobil: 0664/433 27 71
 
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