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Wien, am 04.02.2002

PK zum Forstgesetz mit Molterer/Schenker/Grillitsch

Molterer: Novelle zum Forstgesetz sichert
Waldbesitzer als verantwortliche Partner im Anliegen der nachhaltigen Bewirtschaftung

Wien (bmlfuw, 04.02.2002) Wir wollen in Österreich auch für die Zukunft einen Wald, der den wirtschaftlichen, äkologischen und sozialen Anforderungen, die an ihn gestellt werden, vollauf gerecht wird. Unsere Partner in diesem Anliegen sind die Waldbesitzer und ein wichtiges Instrument dazu ist die nun vorliegende Novelle zum Forstgesetz. Diese Novelle bringt eine klare Absicherung der Nachhaltigkeit, wesentliche Verwaltungsvereinfachungen sowie schließlich die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit der Eigentümer. Das erklärte heute, Montag, Landwirtschafts– und Umweltminister Mag. Wilhelm Molterer im Rahmen eines gemeinsamen Pressegespräches mit dem Präsidenten des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftlichen Betriebe Österreichs, Dipl. Ing. Stefan Schenker, und dem Präsidenten des Österreichischen Bauernbundes, Fritz Grillitsch.****

Während das Forstgesetz 1975 primär von der Notwendigkeit ausgeht, den Wald als solches bestmöglich zu schützen, ihn quantitativ zu vermehren und ihn vor übernutzung zu bewahren, müssen wir heute von anderen Voraussetzungen ausgehen. Vor zwanzig Jahren betrug die Waldfläche in Österreich rund 44 Prozent der Landesfläche. Heute sind es mehr als 47 Prozent, in einzelnen Bundesländern sogar bis zu 60 Prozent. Wie aus der letzten Waldinventur hervorgeht, vermehrt sich der Wald in Österreich inzwischen um rund 7700 Hektar jährlich. Das entspricht einer Fläche von 11.500 Fußballfeldern. Lediglich rund 70 Prozent dieses jährlichen Zuwachses wird entnommen. Konsequenz aus diesen Zahlen, so Minister Molterer sei, „dass wir uns beim Wald heute nicht mehr die quantitative Frage stellen, wir müssen unser Augenmerk stärker auf Fragen der Qualität richten.“

Vor diesem Hintergrund wird dem Grundsatz der Nachhaltigkeit in der Novelle zum Forstgesetz erstmals mit einem eigenen Zielparagraphen entsprochen. Damit dem Grundsatz der Nachhaltigkeit jedoch auch in der Praxis der Bewirtschaftung effektiv Rechnung getragen werden kann, werden entscheidende Schritte zur Verwaltungsvereinfachung und damit zum Bürokratieabbau gesetzt. Den strengen Normen des Forstgesetzes kann auch mit weniger Bürokratie Rechnung getragen werden. Durch die vorgesehenen ?"nderungen können zahlreiche Verfahren vereinfacht, verkürzt oder überhaupt entbehrlich werden. Verwaltungsvereinfachungen, die auch die Eigenverantwortung der Waldbesitzer stärken, betreffen unter anderem :

– Vereinfachung bei der Waldfeststellung
– Vereinfachung bei der Wiederbewaldung und Neubewaldung
– Klarstellung der Definition von Forststraßen; Zusammenführung von Errichtungs– und Betriebsbewilligung
– Neuorientierung des Schutzwaldbegriffes
– Abschaffung der 3. Instanz (Verwaltungsreform)
– Reduzierung bei der Bestellungspflicht (ab 1000 ha Förster, ab 3600 ha Forstwirt; je weiter 3000 ha zusätzliches Pflichtpersonal)
– Reduzierung zahlreicher Detailbestimmungen („Durchforstung des Forstgesetzes“)

Präsident Grillitsch bewertet die nun zur Beschlussfassung vorliegende Novelle des Forstgesetzes aus Sicht der kleinen Waldbesitzer positiv: „Bürokratie belastet kleiner Betriebe überproportional. Die Entbürokratisierung im Forstgesetz ist daher auch ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Gesamtsituation der 213.000 Waldbesitzer mit weniger als 200 Hektar Waldfläche. Die Erleichterungen im Bereich der Rodungen ermöglichen es endlich, ohne viel Bürokratie im ländlichen Raum rasch Strukturanpassungen durchführen zu können. Dies ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Stärkung der Strukturen des ländlichen Raumes und einer modernen und nachhaltigen Forstwirtschaft.

Positiv reagiert auch der Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftlichen Betriebe, Dipl. Ing. Stefan Schenker: Die international und national immer wieder hervorgehobene innere Struktur und Qualität unserer Wälder hat ihr Fundament in der Waldgesinnung der Waldeigentümer. Dazu braucht es Motivation und Freude im Wald zu wirtschaften. Zu einer guten Waldgesinnung bedarf es auch wirtschaftlicher Erfolge. Keine Volkswirtschaft – und schon gar nicht Österreich – könnte es sich leisten, seinen Wald von staatlich bezahlten Waldgärtnern betreuen zu lassen. Deshalb brauchen die Waldeigentümer auch gewisse Freiheiten in der Baumartenwahl, um sich damit auf die Holzabnehmer in der Industrie und Gesellschaft einstellen zu können. Brennholz zu produzieren hat in einer Zeit, in der dieses durch Erdgas oder Billigimporte längst ersetzt wurde, keinen Sinn.

(Schluss)
 
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