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Wien, am 30.01.2002

Bulletin zur Lage der ästerreichischen Forstbetriebe

Presse – Circle des Hauptverbandes am 30.1.2002
Bulletin zur Lage der ästerreichischen Forstbetriebe
1.) Wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe
1.1.Gefestigte Nachfrage am Holzmarkt
Durch die nach wie vor hohe Produktion von Schnittholz durch die heimische Sägeindustrie sind die ästerreichischen Forstbetriebe mit einer gefestigten Nachfrage nach Rundholz konfrontiert. Durch den harten Preiskampf auf den internationalen Schnittholzmärkten, die grundsätzlich von einer guten Absatzlage geprägt sind, sind beim Rundholz aber kaum Preisverbesserungen möglich. Auch beim Industrieholz ist eine mengenmäßig stabile Nachfrage bei allerdings stagnierenden Preisen gegeben.
1.2. Forstbetriebe trotzen der niedrigen Ertragslage
Trotz der stagnierenden Ertragssituation auf den Holzmärkten konnten die ästerreichischen Forstbetriebe im abgelaufenen Jahr 2001 schwarze Zahlen in der Holzproduktion schreiben. Da die Forstbetriebe ihr Programm zur Rationalisierung und
Kostenreduktion konsequent fortgesetzt haben, konnte der seit dem Windwurf Lothar eingetretene Preisrückgang beim Hauptprodukt Sägeholz, einigermaßen abgefangen werden. Nach ersten Schätzungen aus dem Forstbericht gelang es den Forstbetrieben im Jahr 2001 einen Gewinn von rund 5 EURO pro Festmeter zu erzielen.
1.3. Deutliche Senkung der Holzerntekosten im letzten Dezenium
Die Holzerntekosten, die rund 45% der Gesamtkosten der Forstbetriebe betragen, konnten in den letzten 10 Jahren, trotz gestiegener Lohn– und Energiekosten, durch verbesserte Organisation und Technik, durch bessere Auslastung von Mensch und Maschinen, durch die höhere Mechanisierung und nicht zuletzt durch überbetriebliche Zusammenarbeit, im Mittel um fast 2 EURO pro Festmeter oder rund 14% gesenkt werden. Mitverantwortlich für diese Kostensenkung ist auch die gute Erschließung der Wälder in den Forstbetrieben, die als Nebeneffekt auch vom Tourismus genutzt werden.
1.4. Große Anstrengungen zur Senkung der Verwaltungskosten
Große Anstrengungen wurden zur Senkung beim Verwaltungsaufwand – rund 30% der Gesamtkosten der Forstbetriebe – gesetzt. Diese Kosten konnten in den letzten 10 Jahren um rund 5 EURO pro Festmeter gesenkt werden. Auch die im Parlament vorliegende Forstgesetznovelle hat die geänderte Ertragssituation und die Bestellungspflicht gelockert, ohne dabei die optimale Betreuung des Waldes der Forstbetriebe zu gefährden. Durch Kooperation zwischen den Forstbetrieben sind auch in Zukunft weitere Rationalisierungen im Verwaltungssektor möglich. Die positive Einstellung der Forstbetriebe zum Wald zeigt sich auch darin, daß trotz der Ertragsrückgänge bei Holz, die Investitionen in den Waldbau nicht gesenkt wurden.
1.5. Holzangebot des Forstes konzentrieren
Neben der Kostensenkung kann durch die Kooperation der Forstbetriebe das Angebot von Holz durch den Forst konzentriert werden. Die Konzentration der Holzübernahme wird und wurde von unseren Marktpartnern schon in die Praxis umgesetzt. Beim Industrieholz stehen wir nur mehr wenigen Abnehmern gegenüber. Beim Sägerundholz wird die Anzahl der abnehmenden Sägewerke immer geringer, die Meßanlagen werden immer moderner. Dadurch können die Abnehmer die übernahmebedingungen zu ihren Gunsten gestalten, die Sortierung und Qualitätseinstufung strengeren Kriterien unterwerfen – mit den entsprechenden Erfolgen auf die Erlöse.
Facts:
1950: 5.100 Sägewerke produzieren 4 Mio. qm Schnittholz.
Heute: 1.600 Sägewerke produzieren über 10 Mio. qm Schnittholz
Die größten fünf Werke verbrauchen 50% des Rundholzes
Die größten dreißig Werke verbrauchen rund 85% des Rundholzes
1.6. Holz ist genial
Die echte Kooperation zwischen den Marktpartner ist auch eine wichtige Voraussetzung um den Siegeszug von Holz und Holzprodukten weiter fort zusetzen. Neben der gestärkten Konkurrenzfähigkeit von Holz gegenüber Stahl und Beton durch die günstigeren Preise tragen auch die vielfältigen Anstrengungen zur Absatzsteigerung von Holz – „Stolz auf Holz“ – zum ständig steigenden Holzverbrauch bei. Mit einem Pro – Kopf – Verbrauch von rund 0,62 Mio. qm liegt Österreich im Spitzenfeld der Welt. Im heurigen Jahr wird die gemeinsame Plattform der Forst– und Holzwirtschaft „Pro Holz“ über die neue Werbelinie „Holz ist genial“ die Stärken des Rohstoffes Holz für die Verbraucher transportieren.
1.7. Holz ist ein Exportschlager
Holz und Holzprodukte sind ein Exportschlager. Mit einem Exportüberschuß von 2,31 Mrd. EURO ist die Forst– und Holzwirtschaft nach dem Fremdenverkehr der zweit wichtigste Faktor in der ästerreichischen Leistungsbilanz. Neben einer weiteren Steigerung des Schnittholzexportes, der allerdings von Preiszugeständnissen begleitet wurde, konnten auch die Papier– und die Zellstoffindustrie und die Plattenindustrie ihre Exportziffern ausbauen. Hauptexportmarkt beim Schnittholz bleibt nach wie vor Italien, das im abgelaufenen Jahr über 4 Mio. qm Schnittholz aus Österreich bezogen hat. Neben weiter positiven Absatzbedingungen für ästerreichisches Schnittholz auf den überseemärkten – insbesondere Japan – sind die Exportziffern in unseren Traditionsmarkt Deutschland, bedingt durch die schlechte Konjunktur und niedrige Bautätigkeit unerfreulich.

2.) Ökologie
Bedeutung des Waldes: Multifunktionalität und Nachhaltigkeit

2.1. Mehrfachfunktionen


2.1.1. Holzlieferant
– Der Wald erbringt eine Vielzahl unersetzbarer Leistungen für uns Menschen und unsere Umwelt. Er ist Lieferant des nachwachsenden, umweltfreundlichen und natürlichen Rohstoffes Holz, zu dem es keine sinnvolle Alternative gibt.


2.1.2. Klimaregulator
– Der Wald ist ein hervorragender Klimaregulator, er filtert Staub und Schadstoffe aus der Luft, mindert Lärm und bremst den Wind.


2.1.3. Hüter des Trinkwassers
– Der Wald als Hüter des Trinkwassers sichert die Versorgung mit Wasser höchster Qualität. Die qualitative Sicherung des Trinkwassers beginnt im Wald. Der Waldboden filtert Schmutz– und Schadstoffe und gibt das Wasser langsam und kontinuierlich an die unterirdischen Wasserströme ab. Eine dauerhafte Wasserabgabe vieler Quellen wird dadurch gewährleistet.
– Die hohe Qualität des Wassers ist die Folge einer nachhaltigen und zielorientierten Wald– und Bodenbewirtschaftung. Moderne Waldbaukonzepte stellen sicher, dass optimale Bestandesstrukturen und Bodenbedingungen erhalten bzw. geschaffen werden. Durch die verantwortungsbewußte und nachhaltige Bewirtschaftung sorgt die Forstwirtschaft für die langfristige Gesunderhaltung der heimischen Wälder und leistet einen wesentlichen Beitrag, dass auch weiterhin ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Da in Österreich derzeit Trinkwasser reichlich vorhanden ist (nur 3% werden genutzt), wird die Leistung die die Waldbewirtschafter für die Wasserqualität erbringen, von der Gesellschaft (über den Wasserpreis) nur unzureichend abgegolten.


2.1.4. Erholungsraum
– Der Wald ist unersetzbarer Erholungsraum für die Bevölkerung. aus dem Wald!
99,2 % des Waldes sind für Erholungssuchende frei betretbar.
Die minimalen Sperrzonen auf 0,8 % der Fläche dienen als Ruhebereiche und Schutz für Wildtiere. In diesen Wildruhezonen besteht zumeist auch nur ein Wegegebot für Wanderer, und die Jagd ruht dort. Zeitweise Sperren können für den Jungwald und bei Waldarbeit zum Schutz der Waldbesucher getroffen werden. Doch nicht nur Wanderer können den Wald nützen.
– Für Mountainbiker stehen in Österreichs Wald über 16.000 km
Mountainbikestrecken zur Verfügung. Durch die Verträge mit den Waldeigentümern wird eine sinnvolle Besucherlenkung erreicht und die verschiedenen Interessen am Natur–, Arbeits– und Freizeitraum Wald ausgeglichen. Außerdem sind dort Radfahrer und Wegehalter versichert. Darüber hinaus lebt Österreichs größter Devisenbringer, der Tourismus, maßgeblich von ihm.


2.1.5. Schutzwald

– Der Wald schützt uns Menschen, unsere Siedlungen und Verkehrsanlagen vor
Lawinen und Muren und er schützt den Boden vor Erosionen. Ohne Bergwälder,
die die Berghänge dauerhaft stabilisieren, wäre ein großer Teil Österreichs
unbewohnbar und wichtige Infrastruktureinrichtungen gefährdet.
– Im Privatwald beträgt der Schutzwaldanteil 19 %. Unter Weglassung der nicht begehbaren Flächen verbleiben immerhin zur Bewirtschaftung und Betreuung im Privatwald ca. 430.000 ha.


Schutzwälder nehmen in Österreich etwa 20 % der gesamten Waldfläche ein.
289.000 ha Schutzwald im Ertrag ( 38,2 %)
466.000 ha Schutzwald außer Ertrag (61,8 %)
755.000 ha Schutzwald, etwa ? davon nicht begehbarer Schutzwald (175.000 ha)


Schwerpunkt der Schutzwälder an der subalpinen Waldgrenze (1600 bis 1900 m SH)
Hälfte der Schutzwälder stocken auf Hängen steiler als 60 %
Größte Fläche nimmt der subalpine Fichtenwald ein –
Fichtenreine Waldgesellschaften überwiegen von Natur aus.


– Bedeutung des Schutzwaldes
Die Bedeutung des Schutzwaldes liegt in den relativ geringen Kosten gegenüber technischen Verbauungen. Der wirtschaftliche Wert der Schutzwälder wird zu gering bewertet und der eigentliche Wert erst bei Katastrophen erkannt.
Folgende Kenngrößen zeigen die Bedeutung des Waldes auf. Vergleicht man die Erosion in bewaldeten und nicht bewaldeten Gebieten so ergibt sich ein Verhältnis von 1:200. Die Abflußrate, die das Entstehen von Hochwässern maßgeblich beeinflusst, ist in unbewaldeten Gebieten um das 10–fache höher.


– Kosten für Schutzwaldbegründung
Technische Maßnahmen können den Wald zwar in bestimmtem Umfang unterstützen, sind jedoch als Alternative zum Schutzwald als großflächiger Schutz nicht finanzierbar. Folgende Zahlen zeigen dies sehr deutlich.
Für die Begründung und Pflege eines Schutzwaldes sind Kosten von 14.535,–EURO pro Hektar (200.000,– ATS pro Hektar) zu kalkulieren. Im Vergleich dazu belaufen sich die Kosten für die technischen Verbauungen eines Hektars auf 109.009,– EURO – 290.690,– EURO (1,5 – 4 Mio. ATS), wobei in diesem Betrag die notwendigen Erneuerungen der technischen Maßnahmen nach etwa 50 Jahren noch nicht miteingerechnet sind.


– Erträge aus Schutzwald
Die aus der Bewirtschaftung zu erzielenden finanziellen Erträge reichen meistens nicht aus, um die Kosten der notwendigen Pflegemaßnahmen abzudecken. Für den Fall, dass im Schutzwald die Erlöse höher ausfallen, als die Kosten, verpflichtet das Österreichische Forstgesetz den Eigentümer, diesen Ertrag wieder in die strukturelle Verbesserung seines Schutzwaldes zu investieren. Also ist eine Einkommenserzielung aus diesen 20 % des Waldes (Schutzwaldanteil in Österreich etwa 20%) gar nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Doch produziert der Wald im Alpenraum nicht nur den Rohstoff Holz, sondern schützt auch vor Naturgefahren.

Eine Abgeltung der Schutzwirkungen, die einer großen Zahl der Bevölkerung zugute kommen, sowie eine Förderung der Verbesserung der Waldstrukturen sind hier als Ausfluß einer verantwortungsvollen Politik für die Bergregionen einzufordern.


Die Eigentümer von Waldflächen haben ein Recht auf Entgelt für die im Rahmen einer qualitätsorientierten Waldbewirtschaftung für die Gesellschaft oder Teile dieser erbrachten Leistungen. Sie haben das Recht insbesondere deshalb, da sie ihre Wälder seit Generationen mit hoher Verantwortung bewirtschaften und gleichzeitig die ihnen auferlegten Pflichten erfüllt haben.



Daraus ergibt sich der:
2.2. Leistungskatalog der multifunktionalen Forstwirtschaft in Österreich

Produkte
 Erneuerbare Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe für die energetische Nutzung (Holz, Hackschnitzel,
Rinden)
Nachwachsende Rohstoffe für die stoffliche Nutzung (Holz und Zellstoff, Lignin,
Hemizellulose,..)


Dienstleistungen
 Leistungen für den Umweltschutz
Vorbildfunktion durch geschlossene Stoffkreisläufe
Klimastabilisierung, CO2–Senke Wald, Filterfunktion
Bodenschutz, Erosionsschutz
Schutz vor Naturgewalten
Erweiterung der Artenvielfalt
Wasserfilter und –speicher
Totholz– und Spechtbäume
 Leistungen für den Naturschutz
Schutz bestimmter Arten
Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt
Gestaltung bzw. Schutz von Biotopen
 Gestaltung und Pflege der Kulturlandschaft
Landschaftselemente (Sträucher, Alleen, Bäume, Hecken, ...)
Flächen (Feuchtbiotope, Trockenstandorte, ...)
Lebensräume, Regionen
 Gestaltung und Sicherung der Infrastruktur
Wege und Straßen
Wasser– und Stromleitungen, Telekommunikation
Schutzfunktionen (Schutz vor Lawinen, Muren und Steinschlag, ...)
Wohlfahrts– und Erholungsfunktion, Infrastruktureinrichtungen für die Freizeitnutzung und Tourismuswirtschaft
 Volkswirtschaftliche und soziale Funktionen
Arbeitsplätze im ländlichen Raum
Minderung der Abwanderungstendenzen im ländlichen Raum


Im Forstgesetz werden diese umfassenden Waldleistungen zur Nutz–, Schutz–, Wohlfahrts– und Erholungswirkung zusammengefaßt. In der Regel erfüllt jede Waldfläche mehrere Wirkungen zugleich.




2.3. Waldzustand – und entwicklung

2.3.1. Trends der Waldentwicklung
Der Wald, die grüne Hälfte Österreichs, bedeckt rund 47% des Bundesgebietes, das entspricht 3,924.000 ha. Die ästerreichische Waldfläche nahm im Durchschnitt der letzten Jahre um ca. 7700 ha jährlich zu (= 15.400 Fußballfelder).


2.3.2. Naturnähe
Eine nachhaltige forstliche Bewirtschaftung von Österreichs Wäldern sichert einen hohen Biodiversitätsgrad, wie eine unabhängige Hemerobie–Studie belegt. Demnach befinden sich zwei Drittel der Wälder in einem naturnahen Zustand. (3 % natürliche Wälder, 22 % Naturnahe Wälder, 41 % sind gegenüber dem optimalen Zustand nur mäßig verändert.)
2.3.3. Trend zu Laubholz
Die aktuelle ästerreichische Waldinventur ergab eine Zunahme der mit Laubholz bestockten Fläche von 63.000 ha. Damit erreicht der Laubholzanteil im bewirtschafteten Wald mehr als ein Fünftel. Besonders deutlich ist die Zunahme der Buche. Aber auch sonstige Hartlaubhölzer, vor allem Esche, Ahorn und Hainbuche verzeichnen Flächenzuwächse von über 35.000 ha.






2.3.4. Rückgang der Nadelholzflächen
Insgesamt ist ein Rückgang der Nadelholzflächen um 21.000 ha festzustellen.

Flächenänderung in Hektar
Fichte – 4.000
Tanne – 4.000
Lärche – 4.000
Weißkiefer – 11.000
sonst. Nadelholz 2.000
Summe Nadelholz – 21.000
Buche + 14.000
sonst. Hartlaub + 35.000
Weichlaub + 14.000
Summe Laubholz + 63.000

2.3.5. Tendenz zu laubholzreichen Mischbeständen
Nicht nur die Veränderung der Flächen einzelner Baumarten sind von Bedeutung, sondern auch jene der Mischwaldanteile im bewirtschafteten Wald. Gegenüber der Vorperiode 1986/90 haben die Mischbestände und Laubholzreinbestände um mehr als 70.000 ha zugenommen.


2.3.6. Naturschutz
In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Schutzgebiete um mehr als die Hälfte von 571 auf 921 erhöht. Für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 wurden 163 Gebiete, die 16,2 % der Landesfläche erfassen, nominiert. Etwa 620.000 Hektar davon sind Wald, das entspricht 15,8 % des österr. Waldes.



















3.) Conclusio und Ausblick

Wir, die ästerreichischen Forstbetriebe Österreichs, kennen die Aufgaben der
Zukunft und wissen auch, was auf uns zukommt:

1.) Die Antwort auf die wachsende Konkurrenz auf den Holzmärkten heißt:
„Kooperation“ untereinander und enge Partnerschaft mit den Holzverarbeitern. Die Erweiterung der EU bedeutet neue Herausforderungen für die ästerreichische Forst– und Holzwirtschaft. Die Chance, unseren hohen
Know how – Standard auch zu exportieren, müssen wir jedoch verstärkt wahrnehmen und darüber hinaus auch im eigenen Land weiterentwickeln.
Bereits jetzt gibt es eine Reihe bedeutender Beteiligungen westlicher Firmen im Osten.

2.) Neue Herausforderungen der Gesellschaft an den Wald sind uns bewusst und erfordern mehr Dienstleistungen der Forstbetriebe (z.B. Naturschutz)

3.) Klimawandel und neue äkologische Erkenntnisse stellen hohe Qualitätsansprüche an die für den Wald verantwortlichen Forstleute.
Veränderte Methoden in der Waldbehandlung werden unsere Zukunft begleiten.



In dem hier skizzierten Umfeld verlangen wir aber:

a.) Die Anerkennung des Eigentums durch Politik und Gesellschaft. Österreichs Wälder gehören zu 80% privaten Eigentümern. Das ist ein Faktum über das nicht einfach hinweggegangen werden darf.


b.) Land– und Forstwirte haben über Generationen die ästerreichische Landschaft so gestaltet, wie sie heute von vielen Menschen aus der Stadt für Erholung und Freizeit genutzt wird. Die Ordnung im ländlichen Raum (das heißt zu bestimmen, wer wann und wo im Wald oder auf der Wiese etwas tun kann und/oder nicht tun darf) muß in der Hand der Eigentümer bleiben, die ja auch die Verantwortung tragen. Es ist unmöglich, auf ein und derselben Fläche gleichzeitig Holz zu ernten, Rad zu fahren, Wild beobachten, joggen, jagen usw.


c.) Der Naturschutzgedanke wird in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das führt dazu, daß immer mehr Flächen außer Nutzung gestellt werden. Die dadurch zu erwartenden Ertragseinbußen dürfen aber nicht alleine auf die Grundeigentümer und Waldbesitzer abgewälzt werden. Naturschutz darf auch nicht zur Befriedigung und Kompensation des schlechten Öko – Gewissens einer städtischen dominierten Gesellschaft verkommen. Eine nachhaltige Bewirtschaftung und Erfüllung aller Multifunktionen des Waldes ist dabei nur durch die Stärkung des Eigentums möglich.


d.) Auch die Forstbetriebe brauchen Erleichterungen und weniger Bürokratie.
Die im Parlament vorliegende Forstgesetznovelle bringt einige Erleichterungen.
Das Steuerrecht blieb aber bisher ausgeklammert von Deregulierung und
Verwaltungsvereinfachung.
Doch auch hier sollte es deutliche Erleichterungen geben.

Beispiel: Wenn ein Forstbetrieb heute ein Forsthaus für Wohnzwecke vermietet, muss dies zuerst bewertet und dieser Wert dem Einkommen zugeschlagen werden. Erst dann darf vermietet werden, das allerdings wiederum nur in einem eigenen Rechnungskreis, völlig getrennt von der forstlichen Bilanz.


 
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