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Wien, am 17.05.2001

Der Wald schwitzt !

Der Wald schwitzt!
Forstschäden durch globale Erwärmung nehmen zu

Wien, Lockenhaus, 17. Mai 2001 ? Der Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe und der WWF (World Wide Fund For Nature) weisen heute auf die dramatische Situation der Wälder im Osten Österreichs hin. In den trockensten und wärmsten Gebieten Österreichs, den pannonisch beeinflußten Klimazonen Niederästerreichs, im Burgenland und in der Steiermark, ist der Klimawandel bereits deutlich spürbar. Durch steigende Temperaturen und weniger Niederschläge sind die Wälder wesentlicher anfälliger für Schäden, besonders bei Fichtenforsten gibt es schon heute massive Trockenschäden. Die gestressten Wälder sind zudem anfälliger für Forstschädlinge. Der WWF und der Hauptverband für Land– und Forstwirtschaft haben zu diesem Thema ein Handbuch für den Forstpraktiker entwickelt. "Es ist eine überlebensfrage für die Schicksalsgemeinschaft "Wald und Waldeigentümer", die Zeichen der Zeit richtig zu deuten und heute die richtigen Entscheidungen für morgen zu treffen", betont Dr. Christian Brawenz vom Hauptverband für Land– und Forstwirtschaft. Die Vorschläge für forstwirtschaftliche Maßnahmen auf Grund des Klimawandels orientieren sich dabei ganz klar an Standort gerechten Waldgesellschaften und natürlichen Prozessen und dienen damit auch dem Naturschutz," fügt Dr. Günther Lutschinger, WWF Geschäftsführer hinzu.

Die Ausgangsbasis: es wird wärmer und trockener
Aufgrund der globalen Klimaerwärmung kommt es zu einer Verschiebung der klimatisch bedingten Vegetationszonen. In Österreich hat die Jahresmitteltemperatur seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts um 1? C zugenommen. Gleichzeitig haben die Niederschlagsmengen im Osten Österreichs seit Anfang des Jahrhunderts um ca. 10 bis 20 % abgenommen. Das Frühjahr 2000 war das heißeste und trockenste seit 200 Jahren, ein kleiner Vorgeschmack auf die Zukunft.

Die Auswirkungen:
Aktuell vertretene Baumarten werden teilweise ihre äkologischen Grenzen erreichen, wobei besonders nicht standortgerechte Fichtenaufforstungen gefährdet sind. In Randlagen könnten die geringer werdenden Niederschläge und die steigenden Temperaturen die Forstwirtschaft überhaupt unmöglich machen. Verschärft wird die Problematik durch die langsame Generationsfolge im Wald, die abhängig von der jeweilige Waldgesellschaft zwischen 100 und 500 Jahren betragen kann. Damit wird die Anpassungsfähigkeit der Wälder stark vermindert. Heute eingeleitete Veränderungen werden erst in Jahren wirksam.

"In meinem Betrieb in Kohfidisch nahe Güssing nehmen Trockenschäden und die Anfälligkeit für Forstschädlinge stark zu", berichtet der Forstwirt und Obmann des Ressourcenfonds DI Alexander Kottwitz–Erdödy.

Das Forschungsprojekt ? Ergebnisse in Buchform
Um stabile Waldbestände mit hohem natürlichen Anpassungspotential zu erhalten, müssen rechtzeitig geeignete Strategien für die Bewirtschaftung entwickelt werden. Diese Strategien müssen sowohl aus äkologischer als auch aus äkonomischer Sicht dem Nachhaltigkeitsprinzip entsprechen. Dazu wurde vom Fonds zur Förderung natürlicher Ressourcen Österreichs und vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ein zweijähriges Forschungsprojekt finanziert. "Wir haben einen praxisnahen Leitfaden für Forstleute und Ökologen zur Auswahl der geeigneten Maßnahmen im Wald erstellt" berichtet Mag. Hanns Kirchmeir vom ECO, Institut für Ökologie. Das Buch unterstützt den Forstpraktiker dabei, Entwicklungen des Standortes frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen – Wahl der Verjüngungstechnik, Baumartenkombination u.a. ? einzuleiten.

WWF und Hauptverband fordern offensive Klimaschutzpolitik
"Der Klimawandel ist bereits heute eine akute Bedrohung der Artenvielfalt. Ohne drastische klimapolitische Maßnahmen wird es in den nächsten Jahrzehnten zu einem enormen Artensterben nicht nur in den Wäldern kommen" zeigt Mag. Stefan Moidl, Klimaexperte des WWF Österreich, auf.

Hauptverband und WWF sehen daher ihre Rolle nicht nur im rechtzeitigen Reagieren auf den Klimawandel beschränkt. Im Rahmen der UN Klimakonferenzen hat sich Österreich verpflichtet, bis 2010 den Ausstoß von Treibhausgasen um 13 % zu reduzieren. Der Ausstoß an Treibhausgasen in Österreich steigt aber immer noch an.

Ein Weg, um die schädlichen Treibhausgase zu verringern, ist der verstärkte Einsatz von Biomasse. Aus Sicht des Hauptverbandes und des WWF sind folgende Rahmenbedingungen zu verändern:
 Eine Gesamtreform des Steuersystems, die äkologisches Handeln belohnt und nachhaltiges Wirtschaften fördert.
 Mehr Geld für die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen.
 Befreiung von Strom aus Biomasse, Windenergie und Solarenergie von der derzeit eingehobenen Energieabgabe.
 Die Einspeisetarife, das Entgelt für in das Netz gelieferten Strom, müssen einen äkonomischen Betrieb von Biomasseverstromungsanlagen gewährleisten.
 Deutliche Investitionsförderung für Biomassefeuerungen, auch in Einzelhäusern, durch Umgestaltung der Wohnbauförderung.

Weitere Informationen:
Mag. Hermine Wittmann, Hauptverband, Tel. 01/533 02 27 19 oder 0676/30 63 930
Veronika Graf, WWF Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/488 17 243 oder 0676/83 488 203

Das Buch: Der Wald im Klimawandel ist um öS 98,– zuzügl. Versandkosten beim Hauptverband / Tel: 01/533 02 27–0 oder beim WWF/ Tel: 01/488 17 ? 0 zu beziehen!
 
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