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Wien, am 09.02.2016

Natura 2000: eine politische und sozio-ökonomische Gratwanderung

Utl.: Eigentümer müssen ehrlich einbezogen werden

Für das europaweite Netzwerk von Schutzgebieten Natura 2000 müssen die Mitgliedstaaten geeignete Gebiete melden. Im Juli 2013 forderte die Kommission die Republik Österreich auf, bis Ende 2015 weitere Gebiete zu nominieren, da die bisherigen Ausweisungen von Umweltorganisationen und Ökovereinen kritisiert wurden. In Kärnten wurde durch NGO-Verbände und Planungsbüros Druck aufgebaut, schnell zusätzliche Gebiete aufgrund kostspieliger Gutachten nachzunominieren. Neben diesen – zum Teil laienhaften und wissenschaftlich nicht haltbaren – Gutachten, wurde keine Zeit gefunden, um mit den Eigentümern Kompromisse zu suchen. Es wurde in weiten Teilen nicht einmal vor Ort geprüft, ob die vermuteten Schutzgüter überhaupt real vorhanden sind.

Fakt ist, dass die Natura 2000 Ausweisung kein Bundesländerproblem ist. Die Verpflichtete ist die Republik Österreich. Wenn ein Schutzgut in Österreich also ausreichend behandelt ist, muss das reichen. Zudem geht es nur um Arten, die auch wirklich in Österreich vorhanden sind und nicht um theoretische und potentielle Vorkommen. So soll zum Beispiel der Illyrische Buchenwald vorkommen, es gibt dazu aber sehr unterschiedliche wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein Buchenwald ist zwar in Kärnten vorhanden, das antike Illyrien lag jedoch im Gebiet des heutigen Albaniens. Ökologieexperten aus Kroatien und Serbien – wo der Illyrische Buchenwald wirklich beheimatet ist – bezweifeln massiv ein flächiges Vorkommen eines solchen in Kärnten.
Die Ausweisung von Schutzgebieten auf bloßen Verdacht hin oder in der Hoffnung, in Zukunft vielleicht eine geschützte Art zu finden, ist laut den Richtlinien der EU nicht vorgesehen. Diese Vorgehensweise ist daher strikt abzulehnen, denn es geht um den tatsächlichen Bestand.

Zustimmung der Eigentümer erforderlich

Trotz mehrfacher Aufforderung wurde bisher keine Liste der Grundeigentümer übermittelt, welche von den geplanten Natura 2000 Ausweisungen in Kärnten betroffen sind. Dies macht eine umfassende Information und Aufklärung unmöglich. Daher besteht von Seiten der Grundeigentümer auch Sorge, dass es zu keiner Interessenabwägung kommt und bei der Ausweisung nur einseitig ökologisch agiert wird. Gemäß der EU-Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora-Habitat Richtlinie) sind aber nicht nur naturschutzfachliche, sondern auch wirtschaftliche, kulturelle und regionale Belange bei der Ausweisung von Naturschutzgebieten zu berücksichtigen. Bei Meldung der Natura 2000 Gebiete hat zwingend eine Interessenabwägung zu erfolgen.
Es muss zudem sichergestellt werden, dass neue Schutzflächen nur im Einvernehmen mit den Grundeigentümern gemeldet werden, so wie im Kärntner Landtag beschlossen. Die Landesregierung und der zuständige Landesrat haben mehrfach beteuert, dass es ohne Zustimmung der Grundeigentümer keine weiteren Ausweisungen geben wird. Hunderte negative Stellungnahmen von Grundeigentümern wurden jedoch bisher nicht berücksichtigt.
Die Kärntner Grundeigentümer warten noch immer auf die angekündigte Novelle des Kärntner Naturschutzgesetzes, wodurch finanzielle Schäden bzw. eine Benachteiligung in der Bewirtschaftung entschädigt werden sollten. Denn Kärnten ist das einzige Bundesland, in dem für Europaschutzgebiete keine entsprechende Entschädigung vorgesehen ist. Dieser verfassungsrechtliche Missstand muss dringend behoben werden.

Aktive Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz

Die heimischen Waldbesitzer und Grundeigentümer wirtschaften nachhaltig und ökologisch. Jahrhunderte lang wurden die Wälder so bewirtschaftet, dass sie heute alle Waldfunktionen erfüllen können und vielen Arten Lebensraum bieten. Die Kulturlandschaft Kärntens wird seit Generationen von den Bewirtschaftern selbst gepflegt, genützt und damit auch geschützt – sonst wäre der heutige Zustand nicht anzutreffen. Für die Bewirtschafter stellen die Flächen gleichzeitig Arbeits-, Lebens- und Naturraum dar. Durch weitere Festlegung von Schutzgebieten wären diese Art der Bewirtschaftung, die Gewinnung des ökologischen Roh- und Wertstoffes Holz, viele Arbeitsplätze und letztlich damit auch der Erhalt der bestehenden Wälder an sich gefährdet.
Nur aktive Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz. Außer-Nutzung-Stellungen bewirken genau das Gegenteil, da in der Zerfallsphase große Mengen an CO2 freigesetzt werden. Im Holzbau bzw. in Holzprodukten bleibt das CO2 für lange Zeit gebunden. Mit der Verwendung des nachhaltigen Roh- und Baustoffes Holz können wir daher aktiv gegen den Klimawandel vorgehen.

Die Kärntner Landesregierung wird aufgefordert, dass nur „Besonderes“ besonders geschützt wird. Eine entsprechende Meldung der geplanten Schutzgebiete darf nur mit Zustimmung der Grundeigentümern erfolgen.

Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Kärnten
GF Dr. Mario Deutschmann
Tel. +43 (0) 43 463 55596
E-Mail: ktn@landforstbetriebe.at

 
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