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Wien, am 19.03.2015

Forstwirtschaft macht aus zwei Prozent Zuwachs 100 Prozent Wertschöpfung

(Wien, am 19. März 2015) Ein leichter Preisrückgang beim Sägerundholz und unerfüllte Erwartungen im Schnittholzbereich prägten das Jahr 2014 auf dem österreichischen Holzmarkt. Trotzdem bleibt die Forstwirtschaft eine erstaunliche Wirtschaftsbranche: Denn sie macht aus zwei Prozent Waldzuwachs 100 Prozent Wertschöpfung. Daneben sind es aber vor allem Hürden im Bereich der Verwaltung und steigende Ansprüche durch gesellschaftliche und politische Interessen, die für die heimischen Forstbetriebe eine Herausforderung darstellen. Eine Investition in geregelte Geschäftsbeziehungen innerhalb der Wertschöpfungskette ist vor diesem Hintergrund ein Gebot der Stunde. Im vergangenen Jahr konnten die wichtigsten Weichen dafür gestellt werden.

Preisentwicklung 2014 leicht rückläufig
Insgesamt betrug der Einschlag im Jahr 2014 rund 17,7 Millionen Festmeter. Die heimische Forstwirtschaft blickt dabei trotz leichter Preisreduktion auf eine stabile Entwicklung beim Nadelsägerundholz zurück. Wehrmutstropfen ist, dass sich die Entwicklung des Jahres 2013 im vergangenen Jahr umgedreht hat. Anfang 2014 brachten Tannen/Fichten-Sortimente Erlöse von knapp über 100 Euro ein. Im Jahresverlauf verzeichnete der Holzmarkt einen Preisrückgang von bis zu vier Euro. Der Preis erholte sich mit rund 98 Euro zu Jahresende. „Diese Entwicklung spiegelt die verunsicherte Stimmung wider. Politische Debatten und eine schwächelnde Konjunktur wirkten somit bis in den Wald hinein. Regionale Schadereignisse beeinflussten zusätzlich die rückläufigen Preise“, analysiert DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, die Preisentwicklung bei Nadelsägerundholz.

Einen Preisrückgang von drei Euro verzeichnete auch das Industrieholz im Nadelsortiment. Die milden Winter führten zu vollen Energieholzlagern. Die Nachfrage nach Energieholz stagnierte.

Das Buchenfaserholz und -industrieholz konnte den Aufwärtstrend in der Preisentwicklung von 2013 im Jahr 2014 nicht fortsetzen. Dafür erholte sich der Preis bei Buchen-Blochholz. Dunkles Laubholz liegt weiter im Trend, jedoch auf niedrigem Preisniveau.

Optimismus am Schnittholzmarkt wurde gebremst
Zuversichtlich startete die Sägeindustrie mit einer leichten Erholung am Schnittholzmarkt in das Jahr 2014. Diese positive Anfangsentwicklung wurde sehr schnell durch eine sinkende Nachfrage nach Schnittholz gebremst. Auch hier findet sich die Ursache in den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Europas. Trotz einer stabilen Schnittholzproduktion blieben letztes Jahr die Preise für die Sägeindustrie eine Herausforderung.

Schnittholzexport nach Deutschland konnte ausgebaut werden
„Der europäische Exportmarkt für österreichisches Schnittholz zeigt in Summe ein hauchdünnes Plus, obwohl Italien noch immer ein Sorgenkind ist. Ausschlaggebend ist Deutschland, das durch Reformen die Konjunktur belebte. Der Schnittholzexport nach Deutschland konnte sogar ausgebaut werden“, geht der Verbandspräsident auf die österreichischen Schnittholzexporte ein.

Negativ entwickelten sich die Überseemärkte. Die Japaner nutzten 2013 die Mehrwertsteuerbegünstigungen, um kräftig zu bauen. 2014 erfuhr der Schnittholzexport dorthin jedoch wieder einen Einbruch.

In den afrikanischen Märkten führten die instabilen politischen Verhältnisse und Krisen zu einem Exportrückgang von über 70 Prozent auf 13.000 Festmeter. Ein leichtes Plus erreichte lediglich der heimische Schnittholzexport in die USA, wobei dorthin keine großen Mengen abgesetzt werden. Trotzdem ist die Marktpräsenz in Amerika wichtig.

Insgesamt verzeichnete der heimische Schnittholzexport in globale Märkte einen leichten Rückgang von 1,2 Prozent gegenüber 2013.

2014 ein durchwachsenes Jahr für heimische Forstbetriebe
In manchen Regionen waren Forstbetriebe mit einem Stau am Industrieholzmarkt konfrontiert. Bedingt durch die schadhafte Anlage in der Zellstofffabrik Pöls konnten rund 900.000 Festmeter Nadelindustrieholz nicht aufgenommen werden. „Forstbetriebe reagierten zeitgerecht darauf, indem sie die waldbauliche Strategie anpassten und Durchforstungen zurücknahmen. In enger Kooperation mit der Industrie wurden die angelegten Waldlager Schritt für Schritt abgebaut. Zusätzlich hat die Säge-, Papier- und Plattenindustrie ihre Importe um 900.000 Festmeter zurückgenommen“, lobt Montecuccoli die vorbildhafte Zusammenarbeit unter den Partnern in der Wertschöpfungskette.

Lokale Schadereignisse wie das Sturmtief Yvette Mitte Mai oder der Eisbruch Anfang Dezember stellten für die betroffenen Waldbesitzer eine kritische Situation dar. Insgesamt blieb die heimische Forstwirtschaft 2014 jedoch von marktrelevanten Kalamitäten verschont.

Professionalität ist nicht nur eine Frage der Größe
Forstbetriebe brauchen stabile Rahmenbedingungen für generationübergreifendes Wirtschaften. Neben der Holzproduktion als Kerngeschäft sind die heimischen Waldbesitzer zunehmend mit vielfältigen Interessen am Wald aus Gesellschaft und Politik konfrontiert. Die Schutzwirkung des Waldes vor Naturgefahren erlangt mit fortschreitendem Klimawandel an Bedeutung. Der Bedarf an Freizeitangeboten, die über das reine Betreten hinausgehen – Beispiel Mountainbiken – nimmt zu. Umwelt-NGOs fordern mehr und mehr Bewirtschaftungseinschränkungen. Damit sind auch der Wald, der Waldbesitzer und alle im Wald arbeitenden Menschen vermehrt gefordert.

„Die multifunktionale Verantwortung für den Arbeitsplatz, Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum Wald tragen aber letztendlich alle Waldeigentümer und Forstbetriebe. Mit nachhaltigem Waldmanagement leben die Waldbesitzer auf der gesamten Fläche ein etabliertes Modell, das alle geforderten Leistungen zum Wohle des Waldes ausbalanciert. Die Motivation zur Bewirtschaftung steigt dazu mit zunehmender Betriebsgröße“, geht Montecuccoli auf gesellschaftliche und politische Veränderungen ein und ergänzt: “Im Interesse des Waldes bedarf es keiner neuen gesetzlichen Regelungen. Vielmehr sind Planbarkeit und Rechtssicherheit über Generationen notwendig.“

Neue Instrumente für moderne Holzübernahme
Vertrauen und Transparenz bei der Holzübernahme ist vor diesem Hintergrund ein Gebot der Stunde. Gemeinsam mit den Partnern in der „Wertschöpfungskette Holz“ ist es in den letzten Jahren gelungen, entsprechende Instrumente für eine moderne Holzübernahme zu entwickeln. Eichgesetz und Eichvorschriften wurden auf den neuesten Stand gebracht. Normen für die Sägerundholzübernahme sowie Übernahmerichtlinien für Industrieholz wurden adaptiert. Elektronische Protokolle verbessern die Logistik. Für die neu verfügbaren Instrumente ist der Startschuss für die Anwendung in der Praxis gefallen. Die Kooperationsplattform Forst-Holz-Papier wird vor allem die Sägebetriebe bei der Umsetzung in den nächsten zwei bis drei Jahren unterstützen“, erläutert Präsident Montecuccoli die aktuellen Entwicklungen in der Wertschöpfungskette.

Steuer- und Abgabenlast für Forstbetriebe massiv gestiegen
Durch die Neubewertung der Einheitswerte und die politischen Auswirkungen der vergangenen Sparpakete ist die betriebliche Steuer- und Abgabenlast für die heimischen Forstbetriebe im Vergleich zu 2012 bereits um 37 Prozent gestiegen.

„Die Betriebe haben mit der Neubewertung der Einheitswerte vorbildhaft ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist die Verwaltung am Zug, die neue Wertfeststellung rasch umzusetzen“, fordert Verbandspräsident Montecuccoli.

Verwaltungsvereinfachung notwendig
„Mit der am letzten Freitag präsentierten Steuerreform scheinen nun die Weichen für weitere Reformen in der Verwaltung gestellt zu sein. Mit einer Anfang März eingesetzten Verwaltungsreform-Kommission im Landwirtschaftsressort wurden dafür bereits erste konkrete Schritte gesetzt“, begrüßt Montecuccoli, den Reformwillen und ergänzt: „Für die Forstbetriebe ist es höchste Zeit, die Verwaltung zu vereinfachen und Verfahren im Sinne eines One-Stop-Shop-Prinzips zu beschleunigen. Doppelgleisigkeiten gepaart mit einem Kompetenzdschungel behindern oft professionelle Wirtschaft.“ Abschließend appelliert Präsident Montecuccoli an die politischen Entscheidungsträger: „Bei der Verwaltungsreform auch über den Tellerrand zu blicken und ressortübergreifend Vereinfachungen herbeizuführen.“

(Schluss)
 
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