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Wien, am 17.04.2014

Budil: Grundbesitzer haben Verantwortung für vielseitige Waldleistungen

Utl.: Waldmanagement ist Basis für Multifunktionalität des Waldes

(Wien, 17. April 2014) Österreich zählt zu den waldreichsten Ländern Europas. Beinahe die Hälfte unserer Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Der Wald ist ein intaktes Ökosystem, in dem sich Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen aufhalten und es gibt daher auch Abstimmungsbedarf und Regeln. Der heimische Wald ist nicht nur Arbeitsplatz, Rohstofflieferant und Lebensraum für Wildtiere und Pflanzen, sondern leistet weit mehr. Er schützt vor Naturgefahren wie beispielsweise Hochwasser und Muren und erbringt als Klimaregulator, Wasserspeicher und grüne Lunge einen wertvollen Beitrag zu unserer intakten Umwelt. Mit all diesen Wirkungen und Funktionen berücksichtigt der Wald die ökologischen, ökonomischen und sozialen Komponenten der Nachhaltigkeit.

Der Schutz aller Waldwirkungen ist im Forstgesetz klar geregelt
Das österreichische Forstgesetz regelt klar, dass durch nachhaltige Bewirtschaftung, Pflege und Schutz alle Wirkungen und Funktionen des Waldes sicherzustellen sind. Damit haben die Waldeigentümer eine hohe Verantwortung für den Lebens- und Erholungsraum Wald. Für die im Gesetz verankerte nachhaltige Waldbewirtschaftung sorgen in Österreich rund 145.000 Waldbesitzer. 80 Prozent der heimischen Wälder sind in Privateigentum. Dem Drang nach Erholung und frischer Luft wird ebenfalls im Forstgesetz entsprochen. Jeder hat nach § 33 des Forstgesetzes grundsätzlich das Recht, den Wald für Erholungszwecke zu betreten und sich dort aufzuhalten.

Leistungsfähigkeit des heimischen Waldes muss gesteigert werden
Steigende gesellschaftliche Interessen am Wald bewirken jedoch eine Zunahme des Bedarfes nach Freizeitangeboten wie Geocaching oder Mountainbiken, die über das reine Betreten bereits weit hinausgehen. Und auch die Schutzwirkung des Waldes vor Naturgefahren erlangt in Zeiten des Klimawandels zunehmend Bedeutung. Umwelt-NGOs fordern mehr Raum für Naturschutzmaßnahmen. Nicht zuletzt ist der Wald mit seiner Rohstoff- und Wirtschaftsleistung eine wesentliche Einkommensquelle und ein wichtiger Faktor für den Erhalt des ländlichen Raumes. Aus all diesen Ansprüchen resultiert, dass die Leistungsfähigkeit des Waldes in all seinen Funktionen höher beansprucht wird.

Waldeigentümer haben die Gesamtverantwortung
„Dem Waldeigentümer kommt in dieser Situation eine zentrale Bedeutung zu. Er hat die Verantwortung für das komplexe Zusammenspiel des Ökosystems Wald. Durch seine fachliche Kompetenz und Kenntnis der Gegebenheiten verfügt er über einen umfangreichen Überblick. Damit können Waldbesitzer verantwortungsbewusst und durch multifunktionales Waldmanagement auf die verschiedensten Interessen reagieren und die wichtigen Waldfunktionen nach dem Motto „Natur nützen, Natur schützen“ absichern. Das bedeutet zum Beispiel, dass Wildruhezonen geschaffen werden müssen, um eine Beunruhigung des Wildes in sensiblen Bereichen zu vermeiden oder forstliche Sperrgebiete zum Schutz der Waldbesucher bei gefährlichen Waldarbeiten errichtet werden müssen“, zeigt Generalsekretär Budil anhand von zwei praktischen Beispielen auf, das vom Waldeigentümer getroffene Waldmaßnahmen im Sinne eines multifunktionalen Waldökosystems stattfinden.

Der Wald und die Natur sind ein komplexes System
„Immer wieder kommt es aufgrund der vielseitigen Ansprüche an den Wald zu Spannungsverhältnissen zwischen den verschiedenen Interessengruppierungen. Dabei werden allerdings jeweils immer nur bestimmte Ansprüche in den Mittelpunkt gerückt. Durch einseitige Sichtweisen geraten andere genauso wichtigen Waldfunktionen und deren Zusammenspiel häufig in den Hintergrund“, schafft DI Bernhard Budil, Generalsekretär der Land&Forst Betriebe Österreich, Bewusstsein dafür, dass solche Sichtweisen aus dem Blickwinkel der jeweiligen Interessenvertretung zwar legitim seien, dabei aber vollkommen vergessen werde, dass die Natur und insbesondere der Wald ein komplexes System sind.

Dialogbereitschaft, Respekt und Verständnis sind gefordert
„Die heimischen Waldbesitzer sind interessiert, Menschen näher an und in die Natur zu führen. Allerdings wird von den Gästen des Waldes ein respektvolles Verhalten im Wald und im Umgang mit Eigentum und den damit verbundenen Rechten und Pflichten erwartet. Als Gast des Waldes sollte jede und jeder dieser Gastfreundschaft wertschätzend begegnen. Besucht man Freunde zuhause, hält man sich auch dort auf, wo die Gastgeber den Platz dafür vorgesehen haben. Um den jeweiligen individuellen und lokalen Interessen der Freizeitnutzer entgegenzukommen, haben private Waldeigentümer bereits ein dichtes Wegenetz für Freizeitaktivitäten, unter Berücksichtigung von zum Beispiel wildökologischen Aspekten, erschlossen und gekennzeichnet. Es braucht daher im Interesse des Waldes auch keine neuen gesetzlichen Regelungen, sondern die Bereitschaft aller für ein Miteinander im Sinne von Fair-Play. Denn die Interessen müssen auf die lokale Situation abgestimmt sein. Die Verantwortung trägt letztlich der Eigentümer dieser Flächen. Nur damit kann der heimische Wald mit seiner Multifunktionalität langfristig erhalten, geschützt und vielseitig genützt werden“, fordert der Generalsekretär abschließend zur Dialogbereitschaft und zum gegenseitigen Verständnis auf.

(Schluss)
 
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