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Wien, am 11.06.2013

Viele Wege führen zu naturnaher Waldwirtschaft

Utl.: Präsident Heilingbrunner schädigt mittlerweile Umweltdachverband

(Wien, 12. Juni 2013) In der gestrigen Aussendung des Kuratoriums Wald und des Umweltdachverbandes (UWD) hat deren Präsident weit über die Schnur geschlagen und wieder einmal völlig unabgestimmt Forderungen formuliert, die weder fachlich seriös untermauert noch umweltpolitisch klug sind.

Umwelt wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt
Um weiterhin im Rahmen der „Ländlichen Entwicklung“ die vielfältigen Waldleistungen zu fördern, hat das Landwirtschafts- und Umweltministerium vor rund eineinhalb Jahren einen umfassenden Partizipationsprozess gestartet. Unter Mitwirkung aller betroffenen Parteien werden gemeinsam die neuen Ansätze und Maßnahmen für die nächste Periode des Programms der Ländlichen Entwicklung erarbeitet. Dem Teilbereich Umwelt kommt im Rahmen dieses Prozesses mit dem sogenannten ÖWÖP (Österreichisches Wald-Ökologie Programm), welches auch die Forstwirtschaft für dringend notwendig erachtet, ein besonderer Stellenwert zu. Die Programmentwicklung wird damit auf breiter Ebene begleitet. Der Umweltdachverband wurde mit der Leitung des ÖWÖP beauftragt und kassiert dafür letztlich eine annehmliche Dotierung von mehreren hunderttausend Euro.

Einseitige Forderungen sind ein Schlag ins Gesicht
Umso unverständlicher ist nun die gestrige Aussendung, wo völlig undemokratisch mitten in der Finalphase dieses Partizipationsprozesses einseitig Forderungen von dem dafür verantwortlichen Umweltdachverband über die Medien aufgestellt werden. Diese Aktion ist ein Schlag ins Gesicht aller anderen daran teilnehmenden Gesellschaftsgruppen, die hier bisher in redlichen und aufwendigen Abstimmungsprozessen an einem konsensualen Ergebnis gearbeitet haben.

„Meine Enttäuschung ist riesengroß“, so die erste Reaktion von Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich. „Mit dieser Vorgehensweise wird der bisher gemeinsam beschrittene, konsensuale Weg verlassen. Das schadet zuallererst unserem gemeinsamen Auftrag und vor allem dem Umweltdachverband selbst, der sich immer als Partner für die Bewirtschafter des Waldes verstanden hat. Bisher wurde die gemeinsame Position vertreten, dass für eine kleinflächige, sorgsame und bodenschonende Waldbewirtschaftung, vor allem in Gebirgslagen, eine entsprechende Forsterschließung notwendig ist. Dies plötzlich öffentlich zu negieren und anzuprangern kommt einer Aufkündigung des gemeinsamen Weges gleich. Nicht zuletzt deshalb, weil gerade in diesem Bereich strengste Kriterien gelten und Umweltauflagen einzuhalten sind, die den Forststraßenbau stark verteuern“, stellt Rosenstatter weiter fest, der vor allem die Anliegen der heimischen Kleinwaldbesitzer vertritt.

Präsident des UWD wird durch gesetzte Aktionen untragbar
Der ehrenamtliche Präsident Heilingbrunner stellt aber damit nicht nur die eigentlich vom UWD zu leitende Programmentwicklung in Frage, sondern missachtet auch seine eigenen Entscheidungsgremien. „In der Vollversammlung des UWD soll in 10 Tagen ein Forderungspapier für das neue Regierungsprogramm beschlossen werden. Das nun vorab bereits völlig selbstbestimmt Teile davon über die Medien gespielt werden, wird wohl auch verbandsintern Folgen haben müssen. Ein in solcher Art agierender abgehobener Präsident ist für eine Dachorganisation untragbar“, so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, der damit auch die Handschlagqualität des Umweltdachverbandes deutlich in Frage gestellt sieht.

Agieren mit mangelhaften Informationen ist unseriös und fahrlässig
„Inhaltlich sind die festgeschriebenen Informationen und Forderungen für uns nicht akzeptierbar“, so Vizepräsident Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der Landwirtschaftskammer Österreich. „Die zitierte Studie weist grobe Mängel auf. Das beweisen die darin vielfältig zu entnehmenden selbstkritischen Hinweise, dass das vorliegende Zahlenmaterial nicht vergleichbar sei und nur als bedingt aussagekräftig betrachtet werden kann. Zudem wird darin der offizielle Evaluierungsbericht, was die Fördermaßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes betrifft, völlig ignoriert. So wird etwa in Bezug auf den Forststraßenbau eine außergewöhnlich große Wirkungsvielfalt der Infrastrukturmaßnahmen festgestellt. Neben positiven Wirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Waldbesitzer und zusätzlicher Beschäftigung im ländlichen Raum wird vor allem die Biodiversität erhöht, damit die Entwicklung von Forstsystemen mit hohem Naturwert unterstützt und schließlich die Waldbrandbekämpfung erleichtert. Einseitige Forderungen und Ablehnungen gehen daher klar an den Bedürfnissen der Gesellschaft vorbei“, so Titschenbacher abschließend.

Einig sind sich die Vertreter der heimischen Waldbesitzer: Das Abweichen vom bisherigen Kurs einer guten Gesprächspolitik hinterlässt einen besonders schlechten Geschmack. Zum anderen muss das Agieren mit einer fragwürdigen Studie und den völlig falsch gezogenen Schlussfolgerungen als grob fahrlässig und kontraproduktiv im Hinblick auf die Umweltgerechtigkeit eines künftigen Programms bewertet werden.
 
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