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Wien, am 30.04.2013

Agrarpolitik braucht professionelle Landwirtschaft

Utl.: Chancengleichheit für landwirtschaftliche Umweltleistungen und Public Goods

(Wien, am 30. April 2013) Politische Entscheidungsträger haben Eigentum abzusichern, den Wert der Familie und stabile Rahmenbedingungen zu erhalten, um weiterhin eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft in Österreich zu garantieren. Der erfolgreiche ökologische Weg der heimischen Landwirtschaft kann nur fortgesetzt werden, wenn der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) national durch eine ausreichend dotierte Kofinanzierung Rechnung getragen wird. Zudem sind bei der Neuausrichtung der GAP alle betrieblichen Leistungen für Umwelt und Gesellschaft budgetär entsprechend abzudecken. Die sozial- und wirtschaftspolitische Gerechtigkeit durch faire Abgeltung aller Leistungsträger sollte dabei die oberste Prämisse sein.

Landwirtschaft verleiht Wurzeln
„Landwirtschaft verleiht den Familienbetrieben, die seit Generationen verantwortungsbewusst Grund und Boden bewirtschaften, und der Gesellschaft im ländlichen Raum, Wurzeln. Familien als Keimzelle und kleinste Einheit der Gesellschaft sorgen seit Jahrhunderten für eine ökologiegerechte Kulturlandschaft mit Artenvielfalt und Biodiversität. Daher ist es zentrale Aufgabe des Staates, den Schutz und die Sicherung von Eigentum zu gewährleisten, gesicherte Rahmenbedingungen zu garantieren und den Wert der Familie sowie stabile Verhältnisse im ländlichen Raum zu erhalten. Die land- und forstwirtschaftlichen Familienunternehmer brauchen eine GAP, die berechenbar, flexibel, effizient und zielgerichtet eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ermöglicht“, nimmt einmal mehr der Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, DI Felix MONTECUCCOLI, die Politik in die Pflicht für beständige Rahmenbedingungen zu sorgen.

Landwirtschaftliche Budgetmittel durch nationale Kofinanzierung absichern
„Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ist es den politischen Vertretern bereits in einem ersten Schritt gelungen, erforderliche EU-Budgetmittel zu sichern. Damit die österreichischen Landwirte weiterhin flächendeckend nachhaltig bewirtschaften können und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben, brauchen diese positiven Ansätze eine entsprechende nationale Kofinanzierung. Nur ausreichend dotierte Budgetmittel tragen dazu bei, die landwirtschaftlichen Ziele zu erfüllen und den Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Artenvielfalt, schonender Ressourcenumgang, Erhalt des ländlichen Raumes, Landschaftsbild sowie Ausbau erneuerbarer Energien zu begegnen“, richtet der Vizepräsident der Land&Forst Betriebe Österreich, DI Richard AUER-WELSBACH, seine Forderung an die politischen Vertreter.

Nachhaltige Bewirtschaftung ist das gemeinsame Dach der Landwirtschaft
„Die österreichische Landwirtschaft ist so vielfältig strukturiert wie die heimische Kulturlandschaft. Über dieser Vielfalt, die eine Stärke der heimischen Landwirtschaft ist, steht das gemeinsame Dach der nachhaltigen Bewirtschaftung, die sich symbolhaft in Form einer Ähre darstellen lässt. Die Produktion als Output ist dabei nicht vordergründig. Vielmehr sind es auch die Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft, die sogenannten ‚Public Goods‘ wie gepflegte Landschaft, Biodiversität, Naturschutz und vieles mehr. Die Ähre treibt aus einem Halm durch nachhaltige Bewirtschaftung. Dieser Halm braucht ein festes Fundament für seine Wurzeln. Sicheres Eigentum, Werterhalt der Familie, stabile Rahmenbedingungen und planbare Programme sind die Hauptwurzeln der nachhaltigen Landwirtschaft“, erläutert der Verbandspräsident MONTECUCCOLI und hebt hervor, dass dabei die unverzichtbare Lebensgrundlage Boden eine Rolle spielt: „Denn als Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen ist die endliche Ressource auch Lebensbasis für ‚unsere‘ Ähre. Unbeweglich, unvermehrbar und leicht zerstörbar stellt der Boden ein besonders schützenswertes Naturgut dar. Für diesen Schutz sorgen seit Generationen die Familien der heimischen Landbewirtschafter unter dem Motto ‚Natur nützen, Natur schützen‘. Somit erhalten sie langfristig die Ressource Boden und sichern dieses natürliche Standortpotenzial über Generationen.“

Landwirtschaft in Österreich liegt in den Händen von Familienbetrieben
„Mit rund 93 Prozent überwiegen in der Landwirtschaft die privaten Familienbetriebe. Sie bewirtschaften verantwortungsbewusst nachhaltig und umweltgerecht Grund und Boden. Unabhängig von der Größe der Fläche ist für diese Betriebe die Ertragskraft des Bodens Wirtschaftsbasis und Lebensgrundlage. Zusätzlich erbringen die Familienbetriebe Leistungen wie Umweltschutz, Landschaftspflege, Wasserökologie, Biodiversität und vieles mehr für die Gesellschaft, den Tourismus und die Umwelt. Daher können wir in Österreich auf eine einzigartige von Familienhand geprägte Landwirtschaft stolz sein“, schafft DI Felix MONTECUCCOLI Klarheit darüber, dass die österreichische Landwirtschaft mit diesen familiären Strukturen definitiv keine „Agrarindustrie“ ist.

Anliegen der Haupterwerbsbetriebe müssen berücksichtigt werden
Rund 35 Prozent der landwirtschaftlichen Familienbetriebe werden im Haupterwerb geführt. Zudem wachsen Betriebe zwischen 100 und 200 Hektar mit 40 Prozent am stärksten. Wachsende und im Haupterwerb geführte Betriebe sind aufgrund ihrer Flächenausstattung, ihres Personals und ihres Know-hows die treibende Kraft bei Innovationen und Professionalität. Diese starken Betriebe sichern gerade in strukturell schwächeren Regionen Arbeitsplätze und stehen als innovative Leitbetriebe für die Weiterentwicklung. Sie sind damit wesentliche Impulsgeber im ländlichen Raum.

„Die Leistungsabgeltungen in der zweiten Säule stellen mit den jeweiligen Zielsetzungen auf möglichst hohe Umsetzung auf der Fläche ab. Am besten gerecht wird diesem Ansatz eine professionelle Bewirtschaftung auf großen Flächen, wie es Haupterwerbsbetriebe und Betriebe mit wachsenden Strukturen bereits leben. Vor diesem Hintergrund sind Deckelungen oder Größenabschläge unverständlich, da sie der agrarpolitischen Zielsetzung nicht gerecht werden. Solche sind daher abzulehnen. Dementsprechend werden die Verhandlungsführer bei der Neugestaltung der GAP auch aufgefordert, insbesondere diese Leitbetriebe gleichermaßen und fair zu berücksichtigen“, appelliert der Agrarexperte Richard AUER-WELSBACH und ergänzt: „Chancengleichheit muss Verhandlungsgrundsatz sein. Vor allem die Haupterwerbsbetriebe haben nicht die Möglichkeit Risiko durch Einkommen aus Nebentätigkeiten abzufedern.“

Attraktivität, Flexibilität und Wahlmöglichkeiten sind beim ÖPUL gefragt
Mit dem Umweltprogramm ÖPUL nimmt Österreich eine Vorreiterrolle in der ökologischen Landwirtschaft ein. Eine flächendeckende Akzeptanz der Maßnahmen und die Anerkennung der Leistungen durch die Gesellschaft bestätigen den erfolgreichen Weg. Damit dieser weiterhin fortgesetzt werden kann, braucht es Wahlmöglichkeiten in einem attraktiv gestalteten Programm.

Prämienkürzungen sind für die Zukunft nicht mehr tragfähig
„Der positive und dynamische Trend zu Betriebswachstum muss im neuen Programm der ländlichen Entwicklung seinen Niederschlag finden. Auf die Weiterführung der Prämienkürzung mit steigender Betriebsgröße, die sogenannte Modulation, soll zukünftig verzichtet werden. Die Modulation ist eine Regelung im ÖPUL, die eine Kürzung der Leistungsabgeltung ab einer Betriebsgröße von 100 Hektar stufenweise um bis zu 25 Prozent vorsieht. Der 100ste Hektar bekommt die für die Maßnahme kalkulierten Kosten zur Gänze ersetzt. Der 101ste Hektar erhält nur mehr einen Teil davon. Dabei beziehen sich die Prämien auf erbrachte Umweltleistungen, deren Nutzen völlig unabhängig von der Betriebsgröße ist. In der Vergangenheit wurde die Modulation mit einer unterstellten Kostendegression größerer Betriebe argumentiert. Dies ist fachlich ganz klar falsch. Hier hat sich eine sozialpolitische Maßnahme in die Agrarpolitik verirrt. Dementsprechend ist diese vollkommen deplatziert. Die ursprüngliche Absicht einer Einkommensbegrenzung durch die Modulation wird durch die progressive Einkommensbesteuerung besser, fairer und an richtiger Stelle bereits erfüllt“, macht DI Richard AUER-WELSBACH deutlich.

Die Gesellschaft erwartet ein flächendeckendes Umweltprogramm
„Landwirtschaftliche Betriebe müssen als Wirtschaftsbetriebe unternehmerisch denken. Wer viel leistet, soll auch entsprechend abgegolten werden. Dies gilt auch für Produkte und Leistungen, die keinen Markt haben, aber von der Gesellschaft gewünscht werden, die ‚Public Goods‘. Ökologische Maßnahmen führen alle Betriebe in gleicher Art und Weise durch. Daher ist dafür nur gleiche und faire Entlohnung gerecht“, so DI Richard AUER-WELSBACH.

Die Gesellschaft erwartet vom flächendeckenden Umweltprogramm ÖPUL entsprechende Umweltleistungen in allen Regionen. Diskriminierungen nach Betriebsgrößen werden dazu führen, dass Betriebe nicht mehr bereit sind, ‚Public Goods‘ zu produzieren, wenn die Anreize dafür nicht mehr gegeben sind“, warnt DI Richard AUER-WELSBACH vor den negativen Folgen, die differenzierte Leistungsabgeltungen mit sich bringen könnten. „In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein Großteil der Bevölkerung den hohen Beitrag der Landwirtschaft zum Gemeinwohl schätzt, wie eine vor kurzem veröffentlichte Oekonsult-Umfrage belegt. 70 Prozent der Befragten gaben an, eine angemessene finanzielle Unterstützung für die landwirtschaftlichen Leistungen sei gerechtfertigt. Die Umfrage untermauert die Anerkennung der vielfältigen landwirtschaftlichen Leistungen durch die Gesellschaft und, dass eine entsprechende Abgeltung fair sei. Daher spricht nichts mehr dagegen: Die politischen Verantwortungsträger können sich endlich für eine soziale und wirtschaftlich gerechte Agrarpolitik für alle heimischen Haupterwerbsbetriebe einsetzen“, so der Vizepräsident DI AUER-WELSBACH abschließend.

Fotos stehen unter http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4099 zum Download bereit.
 
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