LAND & FORST LOGO :: Natur Nützen. Natur Schützen.
LAND & FORST LOGO :: Natur Nützen. Natur Schützen.
 HAUPT-MENÜ
 

Alle Presseaussendungen

2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 | 2000 | 1999

Wien, am 12.03.2013

Professionelle Waldbewirtschaft sichert ländlichen Raum

Utl.: Heimische Forstbetriebe investieren in Waldbau und Personal

Der vor 300 Jahren formulierte Nachhaltigkeitsbegriff ist seit jeher Lebenseinstellung der heimischen Familienforstbetriebe. Die „enkeltaugliche“ Bewirtschaftung der Wälder und die kontinuierliche Holznutzung ermöglichen den zukünftigen Generationen eine Wirtschaftsbasis. Sie erfüllen aber auch die gesteigerten Anforderungen an unseren Wald in all seinen Funktionen und garantieren eine verlässliche Partnerschaft für die Holzindustrie. Die anhaltende Nachfrage nach Nadelrundholz und stabile Holzpreise bieten aktuell eine solide Wirtschaftsgrundlage.

„Die positive Grundstimmung in der Forstwirtschaft und stabile wirtschaftliche Verhältnisse ermöglichen den Forstbetrieben verantwortungsbewusst notwendige Investitionen in Waldbau, Infrastruktur, Technik und Personal zu tätigen“, erläutert DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, die forstökonomische Situation. „Durch die strategische Weiterentwicklung der forstlichen Maßnahmen garantieren die österreichischen Forstbetriebe auch weiterhin die Qualität und Professionalität, für die sie stehen. Und auch der Ausgleich der stetig steigenden Anforderungen an den Wald in all seinen Funktionen kann nur damit gewährleistet werden. Grundvoraussetzung dafür sind allerdings weiterhin faire politische Rahmenbedingungen, gesicherte Eigentums-verhältnisse und ab 2014 eine ausreichende Dotierung von mindestens 50 Millionen Euro jährlich für die gesamte Forstwirtschaft sowie den Schutz vor Naturgefahren durch das Programm der Ländlichen Entwicklung“, so MONTECUCCOLI.

Nadelrundholz sorgt für ein beständiges Preisniveau
Das letzte Jahr war geprägt durch eine solide Nachfrage nach Nadelrundholz, damit verbunden eine positive und auskömmliche Preissituation. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist das Preisniveau für Nadelrundholz mit rund 96 Euro je Festmeter weiter geringfügig gestiegen. Hingegen tendierten die Industrieholzpreise, mit einem Durchschnittspreis von rund 39 Euro je Festmeter, leicht nach unten. Somit ist und bleibt das Nadelholz die Triebkraft für die erfolgreiche Forstbewirtschaftung in Österreich.

Wirtschaftserfolg bei Laubholzbetrieben bleibt weiterhin aus
Im Gegensatz zur positiven Situation beim Nadelholz kämpfen die Laubholzbetriebe, bedingt durch niedrige Ertragsleistungen, ungünstige Sortimentsstruktur, zu niedrige Holzpreise sowie höhere Produktionskosten, um ihren wirtschaftlichen Erfolg. Dies veranschaulicht der Buchenblochholzpreis 2012, der mit rund 76 Euro pro Festmeter nur knapp über dem Vorjahresniveau liegt und damit deutlich unter den Nadelrundholzpreisen. Analog zeigt auch der Buchenfaserholzpreis, mit nicht ganz 46 Euro pro Festmeter, eine kaum merkbare Preisverbesserung beim Laubholz.

Planbare nachhaltige Bewirtschaftung
„Glücklicherweise ist die Forstwirtschaft in den letzten vier Jahren von Großkalamitäten verschont worden. Dies ermöglicht eine gezielte operative Forstplanung. In Abstimmung mit den Marktpartnern wurden Durchforstungsaktionen koordiniert und notwendige Starkholznutzungen abgewickelt. Die Situation erlaubt den Forstbetrieben kostenintensive Nutzungen umzusetzen und somit in diesen Waldteilen die notwendige Verjüngung einzuleiten. Maßnahmen wie Verjüngung, Pflege, Schutz und Bestandesumbau wurden im Sinne der
gesamten Wertschöpfungskette forciert. Ausgedrückt in Zahlen investierte die Forstbranche letztes Jahr 7 Euro je geernteten Festmeter in den Waldbau. Im Vergleich dazu lagen diese Kosteneinsätze 2004 noch bei 4 Euro“, beschreibt Präsident MONTECUCCOLI die Forstoffensive.

Durchwachsene Entwicklung bei Holzabsatzmärkten
„Als Produzenten haben wir einen Rundholzmarkt, der sich besser als der Schnittholzmarkt entwickelt hat und zur Entkoppelung von Rund- und Schnittholzpreis führte. Ursache für die angespannte Preissituation beim Schnittholz sind die zu hohen Einschnittskapazitäten in der europäischen Sägeindustrie auf der einen Seite und die immer noch stagnierenden Absatzmärkte sowie die zurückhaltenden Investitionen der öffentlichen Hand auf der anderen Seite“, spricht DI Felix MONTECUCCOLI die durchwachsene Marktentwicklung an.

„Eine Entschärfung der Situation beruht auf der Erholung der globalen Konjunktur, die wieder zu einer steigenden Nachfrage nach Schnittholz führen wird. In Österreich und Deutschland herrscht gegenwärtig ein akzeptabler Schnittholzbedarf. In Italien, dem österreichischen Hauptmarkt, stagnieren durch die instabilen politischen Verhältnisse und die hohen Staatsschulden die Märkte. Dies belegt der im letzten Jahr verzeichnete Rückgang des Schnittholzexportes nach Italien von rund 18 Prozent gegenüber 2011. Insgesamt ist das Jahr 2012 von einer Exportabnahme von 10 Prozent geprägt“, stellt MONTECUCCOLI die Entwicklung am Exportmarkt dar.

Auskömmliches Preisniveau bei Schnittholz ist erforderlich
„Die Forstbranche investierte 2012 rund 1,25 Millionen Euro in Marktmaßnahmen in einem vorbildhaften Schulterschluss zwischen allen Partnern der Wertschöpfungskette Holz, um ge-meinsam eine Marktbelebung und Preisverbesserung zu forcieren. Zieht die Konjunktur wieder an, dann ist auch in den Hoffnungsmärkten, wie Italien, sonstiges Europa oder Asien, auf Grund des Wachstumspotenzials mit einer steigenden Holznachfrage zu rechnen. Hier sind die Regierungen gefordert, die Schulden- und Haushaltskrisen in den Griff zu bekommen und die Diskriminierungen bei Holzbauten zu beseitigen“, erklärt Präsident MONTECUCCOLI den Lösungsansatz für eine Anhebung der Schnittholzpreise.

Heimische Forstbetriebe stehen für sichere Versorgung
Langfristig gesehen hängt die sichere Holzversorgung von stabilen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der österreichischen Holzindustrie sowie einer Marktbelebung ab. „Auch 2012 erwiesen sich die heimischen Forstbetriebe und die Österreichischen Bundesforste, durch eine sichere Holzversorgung der Industrie im Rahmen ihrer nachhaltigen Möglichkeiten, als zuverlässiger Partner. Der Kleinwald reagierte im letzten Jahr etwas verhalten. Die Eurokrise und die Neuverhandlungen zur Ländlichen Entwicklung bewirkten eine Zurückhaltung in Investitionen. Doch gerade jetzt bietet die stabile wirtschaftliche Lage für Kleinwald enorme Markt
chancen, den Rohstoff Holz intelligent zu nutzen“, unterstreicht MONTECUCCOLI.

Holz nimmt Schlüsselrolle für die „Green-Economy“ ein
Durch energie- und klimapolitische Maßnahmen für Verkehr, Hausbau und Industrie bekommen biogene Rohstoffe, die auch die Entwicklungsbasis einer „low carbon Bio-economy“ sind, einen wichtigen Stellenwert. Der Rohstoff Holz wird bei der Energiebereitstellung, als auch bei den Baustoffen und industriellen Werkstoffen, eine Schlüsselrolle einnehmen und eine Steigerung des Holzbedarfes bewirken. Vor allem die Auswirkungen der Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima verdeutlichen, dass langfristig ein globaler Ausstieg aus der Atomenergie notwendig ist, und Holz bei der Energieversorgung zunehmend Bedeutung erlangt.

Professionelles Forstmanagement braucht professionelles Personal
„Professionelle und qualitativ hochwertige Leistungen setzen gut ausgebildetes Fachpersonal in der Forstwirtschaft voraus. Diesen Grundsatz in den heimischen Forstbetrieben verdeutlicht ein seit Jahren konstanter Personalstand. Einen Schwerpunkt setzen die Forstbetriebe in die Investition von Schutzausrüstungen, Telekommunikation, Fahrzeugen und Arbeitsplätzen für ihre Mitarbeiter“, beschreibt DI Felix MONTECUCCOLI die bedeutende Rolle des Forstpersonals bei der nachhaltigen Bewirtschaftung. „In den letzten Jahren wurden auch viele Initiativen zur Verbesserung der forstlichen Berufsausbildung gesetzt. Erfordernisse der Branche werden zum Beispiel in Lehr- und Studienplänen und in der Staatsprüfung für den Forstdienst berücksichtigt. Es gibt aber auch noch Handlungsbedarf, wie zum Beispiel bei der Ausbildung von Forstmaschinenführern“, so Präsident MONTECUCCOLI.

Forstökonomie muss in der ländlichen Entwicklung verankert werden
„Die Forstökonomie ist ein wichtiger Teil der flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft in Österreich. Die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen können von den heimischen Forstbetrieben nicht zur Gänze alleine bewältigt werden. In den letzten Jahren war die Umsetzung von forstlichen Maßnahmen für die Gesellschaft und Umwelt nur möglich, weil die zur Verfügung stehenden nationalen Mittel und Leistungsabgeltungen zu 100 Prozent ausgeschöpft wurden. Um weiterhin aus dem Wald die Ertragspotenziale des Rohstoffes Holz zu nutzen und gleichzeitig den steigenden Anforderungen des Waldes in der Schutzfunktion, in der allgemeinen Wohlfahrtswirkung und in der Erholungsfunktion gerecht werden zu können, ist eine Weiterentwicklung durch nachhaltige Intensivierung dringend notwendig. Konkret werden wir dafür ab 2014 jährlich mindestens 50 Millionen Euro in der nächsten Programmperiode für den Sektor brauchen, davon mindestens 35 Millionen Euro für die Forstwirtschaft und ebenso adäquate Mittel für den Schutz vor Naturgefahren“, fordert DI Felix MONTECUCCOLI von den politischen Entscheidungsträgern.

„Nachhaltige Intensivierung heißt dem Wald hohe Wertschätzung entgegenzubringen. Gleichzeitig ermöglicht diese Bewirtschaftungsform der heimischen Familienforstbetriebe entsprechende Wertschöpfung. Allerdings muss der Staat die dafür notwendigen Grundlagen „sicheres Eigentum“ und „unbelastetes Vererben“ gewährleisten, damit diese Wirtschaftsbasis im ländlichen Raum auch erhalten bleiben kann“, konstatiert der Verbandspräsident abschließend.

(Schluss)

Fotos von der Pressekonferenz stehen in der APA Galerie unter
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3955/
zur Verfügung.
 
Land&Forst Betriebe Österreich  |  ​ Schauflergasse 6, A-1010 Wien  | T +43 1 533 02 27  | F +43 1 533 21 04  |  ​ Impressum
© Land&Forst Betriebe Österreich
Schauflergasse 6, A-1010 Wien  |  T +43 1 533 02 27  |  F +43 1 533 21 04
Inhalt von http://www.landforstbetriebe.at; Stand vom Mi 17 Jan 2018 11:52:09 CET