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Wien, am 23.11.2012

Riesiger Erfolg bei Forstökonomischer Fachtagung

Utl.: Nachhaltige Intensivierung im Forstbetrieb wichtiger denn je

(Wien, 23. November 2012) Die Rekordteilnahme von rund 120 Personen an der gestrigen Forstökonomischen Tagung in der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl und das Interesse an dem Thema „nachhaltige Intensivierung im Forstbetrieb“ zeigten klar, dass die Forstökonomie im Wandel der Zeit bedeutungsvoller ist denn je. In zahlreichen Vorträgen wurden die nachhaltigen Bewirtschaftungsformen und
-möglichkeiten im Forstbetrieb aufgezeigt und deren Umsetzung anhand von Praxisbeispielen erläutert. Fazit der Tagung: Die nachhaltige Intensivierung des Forstbetriebes ist der Schlüssel, um den steigenden Leistungsanforderungen an unseren Wald gerecht zu werden. Nur eine nachhaltige, multifunktionale Bewirtschaftung ermöglicht es, nach dem Grundsatz „Natur nützen – Natur schützen“, die notwendigen wirtschaftlichen Ertragspotenziale aus dem Roh- und Wertstoff Holz zu generieren und gleichzeitig die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion des Waldes für unsere Gesellschaft sicherzustellen.

Heimische Forstbetriebe leben nachhaltige Forstkultur seit Generation
Mit knapp 4 Millionen Hektar bedeckt der heimische Wald rund 48 % der österreichischen Staatsfläche und ist daher Österreichs größtes Kulturgut. 80 % des Waldes befinden sich im Privatbesitz und ca. 145.000 Waldbesitzer bewirtschaften und pflegen täglich unseren Wald. Seit über dreihundert Jahren passiert dies verantwortungsvoll durch unsere Familienforstbetriebe, die damit die heute für Österreich typische Landschaft gestaltet haben. Die nachhaltige Bewirtschaftung auf ein und derselben Fläche erfolgt im Sinne alle Funktionen des Waldes (Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion) und sichert somit das gesamte Öko- und Wirtschaftssystem Wald mit seiner Vielfalt und Biodiversität.

„Voraussetzung für diese seit Generationen gelebte nachhaltige Forstkultur sind Familie, starkes Eigentumsrecht und ein stabiler Staat. Diese Kernelemente sind die Wurzeln unseres symbolischen ‚Baumes der multifunktionalen, nachhaltigen Forstkultur’. Damit dieser Baum sich auch weiterhin über Jahrzehnte neu aufbaut, den Wert- und Rohstoff Holz produziert, Früchte trägt und als Schutz- und Schattenspender sowie Erholungsoase fungiert, müssen stabile politische und steuerliche Rahmenbedingungen sowie die Sicherung der Eigentumsrechte zukünftig durch die Politik gewährleistet sein“, veranschaulicht DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, die Bedeutung der seit Generationen gewachsenen Bewirtschaftungsform unserer Familienforstwirtschaft.

Holz ist der Rohstoff der Zukunft
Holzproduktion ist das Kerngeschäft der heimischen Forstbetriebe. Rund 90 Prozent der Umsätze stammen aus der Vermarktung des Werkstoffes Holz. Für die Forstbetriebe ist die erfolgreiche Umsetzung dieses Kerngeschäftes eine große Herausforderung. Denn das Produkt Holz hat über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Forstwirtschaft über die Holzwirtschaft bis hin zur Industrie, eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung und seine Verwertungsmöglichkeiten sind vielfältig. Holz ist der Rohstoff der Zukunft, eine stabile Stütze der österreichischen Wirtschaft, Träger der ländlichen Entwicklung und Hoffnungsträger für eine kohlenstoffarme Wirtschaftsweise.

Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft beeinflussen die Forstökonomie
Allerdings stellen auch der Klimawandel und viele gesellschaftspolitischen Ansprüche die Forstwirtschaft vor Herausforderungen. Energie- und Klimaziele erfordern Maßnahmen im Verkehr, im Hausbau und in der Industrie. Daher werden biogene Rohstoffe – insbesondere der Rohstoff Holz – bei der Energiebereitstellung, als auch bei den Baustoffen und industriellen Werkstoffen zunehmend eine Schlüsselrolle einnehmen. Biogene Stoffe sind zudem die Basis für die Entwicklung einer „low carbon Bio-economy“. Gleichzeitig steigt der Bedarf nach Freizeitangeboten und Erholung im Wald, wie z.B. für Skigebiete, Mountainbikestrecken und Wanderwege. NGO’s und der Gesetzgeber fordern mehr Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen und die Schutzwirkung des Waldes bekommt immer mehr Bedeutung. Aus allen diesen Ansprüchen resultiert, dass die Leistungsfähigkeit unseres Waldes in all seinen Funktionen gesteigert werden muss. Dies erfordert auch Anpassungen in der Forstökonomie und verlangt nach einer forstlichen Weiterentwicklung.

Leistungssteigerungen nur durch intensives Waldmanagement möglich
Die notwendig gewordene Leistungssteigerung in allen Funktionen des Waldes kann nur durch intensiveres Management erreicht werden. Dieses Management beginnt beim Waldbau in der gezielten Baumartenwahl, wo neben ökologischen Erfordernissen auch der steigende Bedarf an Nadelholz zu berücksichtigen sein wird. Die Genetik, unter Rücksichtnahme der regionalen klimatischen Veränderungen, verfolgt das Ziel einer Vermehrung und Produktion hochwertiger Pflanzen auf Basis genetischer Erkenntnisse. Der Einsatz moderner Technik und die naturschutzrelevante Bewirtschaftung auf der Fläche erfordern auch den Ausbau der Erschließung. Eine nachhaltige Intensivierung im Forstbetrieb bedeutet zudem die Integration des Wildtiermanagements in der forstlichen Planung auf betrieblicher und regionaler Ebene. Notwendig zur Abdeckung aller dieser Aufgaben ist ein nachhaltiges Kostenmanagement für die Ertragsoptimierung unter bestmöglicher Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten.

Forstökonomie muss in der ländlichen Entwicklung verankert werden
„Forstökonomie ist ein wichtiger Teil der flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft in Österreich und muss daher auch im Programm der ländlichen Entwicklung ihre Berücksichtigung finden. Um weiterhin aus dem Wald die Ertragspotenziale des Rohstoffes Holz zu nutzen und gleichzeitig den steigenden Anforderungen des Waldes in der Schutzfunktion, in der allgemeinen Wohlfahrtswirkung und in der Erholungsfunktion gerecht zu werden, ist eine Weiterentwicklung durch Intensivierung der nachhaltigen Forstwirtschaft notwendig. Konkret werden wir dafür zumindest 50 Millionen Euro jährlich in der nächsten Programmperiode brauchen“, fordert DI Felix MONTECUCCOLI die politischen Entscheidungsträger auf, ihrer Verantwortung für den Wald, der fast die Hälfte der österreichischen Bundesfläche bedeckt, auch gerecht zu werden.

Verantwortungsvolles Handeln ist gefragt
„Keine Lösung für die zukünftigen umwelt- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen an unseren Wald sind jedenfalls Wildnisflächen“, geht der Präsident der Land&Forst Betriebe abschließend auf die immer wiederkehrenden überschießenden Ideen mancher Umweltorganisationen ein. „Außer-Nutzung-Stellungen sind das falsche Konzept zur Deckung des steigenden Bedarfes nach Holz, Schutzwirkung, Erholung, Wohlfahrt und auch Naturschutz auf ein und derselben Fläche. Hier kann nur ein multifunktionaler Ansatz, wie ihn unsere heimische Forstwirtschaft seit Generationen nachhaltig praktiziert, den breiten Anforderungen gerecht werden. Wer das nicht sieht, hat Scheuklappen auf und agiert gegen unser weltweit anerkanntes Modell, in dem Pflanze, Mensch und Tier verantwortungsvoll im gleichen Ökosystem Wald ihren Platz finden“, so DI MONTECUCCOLI abschließend.

Die Tagungsunterlagen stehen elektronisch zum Download bereit unter:
http://www.wiso.boku.ac.at/21545.html
http://www.forstverein.at/de/betriebswirtschaft/
https://learn.boku.ac.at/course/category.php?id=21

(Schluss)
 
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