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Wien, am 03.03.2010

Montecuccoli: Starten mit schwachen Preisen, aber mit positiver Grundstimmung ins Neue Jahr

Nach einem unruhigen ersten Quartal 2009 war im letzten Jahr ein deutliches Zusammenrücken innerhalb der Wertschöpfungskette Forst-Holz-Papier spürbar. Die Marktpartner aus Forst- und Holzwirtschaft haben sich bei Angebot und Nachfrage auf einander eingestellt und so eine Stabilisierung des Marktes bewirkt. „Wir starten auch heuer mit schwachen Preisen ins neue Jahr, aber unsere Grundstimmung ist positiv. Die Krise hat die Branche gelehrt, dass wir die Ziele der Anderen in der Wertschöpfungskette in unsere eigene Arbeit mit einbeziehen müssen – das macht uns alle erfolgreicher“, so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

2009 – „schwarze Null“ bei den österreichischen Forstbetrieben
Die Schnittholzproduktion ist im Jahr 2009 um 22 Prozent auf 8,4 Millionen Kubikmeter gesunken, während sie im Jahr 2007 noch bei einem Rekord von 11,3 Millionen Kubikmetern lag. Durch die international stark gesunkene Nachfrage nach Schnittholz musste die österreichische Sägeindustrie 2009 ihren Rundholzverbrauch von rund 18 Millionen Festmeter im Jahr 2008 auf rund 14 Millionen Festmeter senken. Durch die verminderte Produktion ist auch der Schnittholzexport deutlich zurückgegangen.

Dem entsprechend ist die Holzernte 2009 nach der Rekordproduktion von über 21 Millionen Festmetern in den Sturmjahren 2007 und 2008 auf 18,5 Millionen Festmeter zurückgegangen. Dabei haben sich die Forstbetriebe stark auf die Aufarbeitung des Sturmholzes konzentriert, um den drohenden Käferbefall zu minimieren. Der Schadholzanteil lag zwischen 30 und 40 Prozent. Die aufwändigen Waldpflege- und Verjüngungsmaßnahmen sowie kostenintensive Sanierungen der Forststraßen als Folge der Sturmkatastrophen aus den Vorjahren haben die Kosten massiv erhöht. Die gerade einmal ausreichenden Holzpreise haben es vor allem den Gebirgsforstbetrieben schwer gemacht, in die Gewinnzone zu kommen. Insgesamt bilanzieren daher die österreichischen Forstbetriebe 2009 mit einer „schwarzen Null“.

Wirtschaftlichkeit der Forstbetriebe sichern
Die österreichischen Forstbetriebe brauchen eine deutliche Verbesserung der Holzpreise um wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich zu sein. Bei der Holzernte sind die technischen Möglichkeiten zur Rationalisierung derzeit weitgehend ausgeschöpft. In Zeiten niedriger Holzpreise und hoher Fixkosten können höhere Erträge vor allem durch gezieltes Qualitätsmanagement lukriert werden. Großes Potenzial liegt aus Sicht der Land&Forst Betriebe Österreich in der Verbesserung der Sortimentsausformung – das heißt im Aufteilen eines Baumstammes in vermarktbare Einzelteile. Nach dem Einzug der Technik in den Wald durch Erntemaschinen bedarf es der verbesserten Ausbildung von Forstpersonal und seinen Partnern.

Auch unsere Marktpartner in der Holz- und Papierindustrie brauchen dringend Preisverbesserungen bei ihren Produkten. In der Industrie sind viele Kostensenkungspotenziale ebenfalls weitgehend ausgeschöpft. Niedrigere Rohstoffkosten würden zwar die Kosten senken, gleichzeitig aber eine wirtschaftliche, ökologische und soziale Forstwirtschaft unmöglich machen. Wir bewegen uns mit rund 80 Euro pro Festmeter Fichten-Sägerundholz derzeit am unteren Rand des Preisbandes unter Berücksichtigung der allgemeinen Preis- und Kostensteigerungen. Eine Anhebung der Preise bei positiver Entwicklung der Nachfrage ist für eine Entwicklung der Holzbranche dringend notwendig, um auch global wettbewerbsfähig zu bleiben. „Die gesamte heimische Forst- und Holzwirtschaft braucht einen höheren Wert für das wertvolle Produkt Holz“, betonte Montecuccoli. „Mit guten Preisen leben wir alle gut.“

2010 – ein Silberstreif am Horizont
Die Forst- und Holzwirtschaft in Österreich befindet sich leicht im Aufwind. Der Holzbedarf aus heimischen Wäldern wird 2010 wieder rund 19,5 Millionen Festmeter betragen. Die Sägeindustrie kalkuliert derzeit mit einer Jahresproduktion von über neun Millionen Kubikmeter. Auch die Partner in der Papier- und Plattenindustrie sehen wieder positive Trends für ihre Produktion und werden mehr Holz brauchen.

Ja zu Nadelholz
Die europäische Holzindustrie ist zu einem großen Teil auf die Verarbeitung von Nadelholz ausgerichtet. Für die heimische Forst- und Holzwirtschaft bleibt daher die Fichte die bei Weitem wichtigste Baumart. Nicht nur kommt die Fichte auf rund zwei Dritteln der Waldfläche in Österreich natürlich vor, sie überzeugt auch durch rasches Wachstum, geringe Ansprüche an den Standort sowie im Baubereich durch ihre hervorragenden Holzeigenschaften.

Angesichts des Klimawandels und der zu erwartenden Veränderungen in den ökologischen Standortbedingungen werden Fragen der Baumartenwahl, der Herkunftswahl und somit der Forstgenetik für die Begründung stabiler Waldökosysteme immer bedeutsamer. Hier ist der Wissensstand derzeit zu gering. Die Waldbestände müssen ökologisch anpassungsfähig sein und gleichzeitig Ertragssicherheit für die Waldeigentümer garantieren. Dabei können in einzelnen Regionen auch geeignete nicht-heimische Baumarten sowie fremdländische Herkünfte heimischer Baumarten eine wichtige Rolle spielen. Daher bedarf es einer Intensivierung der Forschung mit entsprechender Dotierung von Forschungsgeldern.

„Eine Volkswirtschaft hat die höchste Wertschöpfung, wenn sie heimische Ressourcen veredelt. Unsere wichtigsten nachhaltigen Ressourcen, die uns nie ausgehen werden, sind das Holz im Wald und die Intelligenz der Menschen. Unsere Verantwortung als Waldbesitzer ist es – gerade wegen seiner Relevanz für den Klimaschutz – den wertvollen Roh- und Werkstoff Holz für Energie, Bau und Industrie nachhaltig zu produzieren. Zur Erhaltung eines ausreichenden Nadelholzanteiles brauchen wir auch in Zukunft aktives Waldmanagement“, sagte Montecuccoli.

Nein zur Kernenergie – Zukunftsorientierte Klima- und Energiestrategie
Forstwirtschaft ist ein extrem langfristiger Prozess. Fehler haben daher eine lange Nachlaufzeit oder: der Wald vergisst einen Reaktorunfall nicht. Daher ist Kernenergie aus Sicht der Land&Forst Betriebe Österreich keine Option für die Energiegewinnung. Nachhaltige Waldbewirtschaftung, wie sie in Österreich seit Generationen gelebt wird, leistet hingegen einen wichtigen Beitrag zu unseren Klima- und Energiezielen. Österreich fehlen derzeit noch 11 Prozent, um den von der EU vorgegebenen Anteil von 34 Prozent der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch zu erreichen.

Dafür brauchen wir rasch Maßnahmen in unserer Klimapolitik:

1. Energie sparen
2. Effizienzsteigerung durch Rückbesinnung auf lokale Wirtschaftskreisläufe (Regional kaufen sichert regionale Wertschöpfung)
3. neue Technologien auf Basis nachwachsender Roh- und Werkstoffe.

Für eine zukunftsorientierte Energiestrategie bedeutet das:
1. die Forcierung der Nullemissionsenergien Wasser- und Windkraft sowie Solarenergie
2. den weiteren Ausbau von emissionsneutralen Energieformen (Biomasse, Pflanzenöl und Biogas) sowie
3. Effizienzsteigerung bei fossilen Energieträgern und Altanlagen.

Dazu brauchen wir weiters eine Aufstockung der Budgets für Solar- und Windenergie, bei der Umsetzung des Gewässerbewirtschaftungsplans eine Berücksichtigung der Potenziale von Wasserkraftanlagen, eine aktive Forcierung von Holz durch die Wohnbauförderung sowie die Aufnahme des Kriteriums der PEFC-Zertifizierung in die Richtlinien für die öffentliche Beschaffung, weil andere Zertifikate den Import von Holz bedeuten.

Holz hat die einmalige Eigenschaft durch Speicherung von Kohlenstoff die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre zu reduzieren. „Die österreichischen Waldbesitzer setzen sich daher für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit der Zielsetzung der Produktion von Holz als Roh- und Werkstoff für Bau und Industrie ein“, unterstrich Felix Montecuccoli abschließend.
 
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