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Wien, am 06.08.2008

Schwieriges Wirtschaftsjahr nach geringeren Ernteerlösen und höheren Kosten

Utl.: Erntbilanz 2008 liegt deutlich unter den Erwartungen

Begonnen hat alles ausgesprochen erfreulich: nicht zu heißes Wetter sowie ausreichende Niederschläge im Frühjahr, dann noch einmal sonnig und warm – die optimalen Witterungsbedingungen für eine reiche Ernte. Der anhaltende Regen im Juli hat die Landwirte jedoch teilweise gezwungen, das Getreide länger stehen zu lassen als vorgesehen. Als Folge davon hat das Korn an Protein verloren und teilweise zu keimen begonnen. Schlechtere Qualitäten können aber nur mit Preisabschlägen bis 50 Prozent verkauft werden. Am internationalen Markt sind die Getreidepreise nach der stabilen Erstnotierung an der Börse derzeit im Fallen begriffen. Gleichzeitig sind die Kosten für die Produktion enorm gestiegen.

Die Bilanz der Land&Forst Betriebe Österreich zur heurigen Ernte lautet daher: nach den Juniprognosen war mit einer Rekordernte zu rechnen. Allerdings hat sich ab den ersten Erntetagen bis zur Haupternte das Blatt gewendet. Grund ist die atypische Wetterlage mit dem verregneten Juli. Die Bauernregel, wonach „das Wetter am Siebenschläfertag (27. Juni) sieben Wochen bleiben mag“, hat sich heuer besonders bewahrheitet.

Das Ergebnis sind drastische Einbußen bei den Qualitäten. Alleine in Ober- und Niederösterreich ist mit rund 400.000 Tonnen geschädigtem Weizen durch Auswuchs (das Keimen der Körner am Halm noch vor der Ernte) und damit mit Mindererlösen zu rechnen. „Wir stehen vor einem schwierigen Wirtschaftsjahr mit hohen Kosten und deutlich niedrigeren Einnahmen gegenüber 2007. Das zeigt deutlich die Abhängigkeit der landwirtschaftlichen Produktion von Wetterextremen, Marktlage und Betriebskosten“, so Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

Deutlich reduzierte Ergebnisse durch starke Kostenbelastung der Bauern
Auch auf der Kostenseite sind die Rahmenbedingungen heuer stark verändert: die Preise für Energie und Düngemittel haben sich gegenüber 2007 massiv erhöht. Bei Schwefeldünger gab es beispielsweise eine 1.000prozentige Preissteigerung. Die Preisschere wird dadurch immer größer. Die Erlösverluste betragen rund 500 bis 600 Euro pro Hektar gegenüber dem Vorjahr.


Produktion steigt, Verbrauch steigt stärker
Weltweit wurde die Produktion gesteigert – insgesamt werden heuer 1,7 Milliarden Tonnen Getreide erwartet. Alleine in Österreich können durch die gute Witterung in der Wachstumsperiode, eine intensivere Produktion nach den guten Preisen vom Vorjahr und die Aufhebung der Stilllegungsverpflichtung 2008 rund 600.000 Tonnen mehr Getreide erzeugt werden. Der weltweite Verbrauch steigt laut Internationalem Getreiderat (IGC) allerdings stärker, und so sind auch die Lagerbestände nur marginal größer geworden. Tatsächlich gab es 2007, am Ende des letzten Wirtschaftsjahres, den absolut niedrigsten Lagerstand seit 1979.

Internationaler Getreidemarkt geprägt von den Qualitätsminderungen
Die Erstnotierung an der Börse für landwirtschaftliche Produkte Wien – einer Berichtsbörse mit wöchentlichen Preisnotierungen – lag zu Beginn der Ernte am selben Niveau wie im Vorjahr, also bei etwa 180–200 Euro pro Tonne Qualitätsweizen. Seither sind die Preise für geringere Qualitäten allerdings um circa zehn Prozent gefallen. Auch an den internationalen Warenterminbörsen gehen bei den schlechteren Qualitäten die Preise zurück. Lediglich Weizen konnte sich in Chicago etwas verbessern. An der Euronext, Paris, bewegten sich die Kurse letzte Woche um die 190 Euro pro Tonne für Lieferungen im November, Tendenz sinkend. Das zeigt die Volatilität von Agrarrohstoffen in den letzten Jahren. „Das Vermarktungsjahr wird sich also noch spannend gestalten. Dennoch können Warenterminbörsen auch von Landwirten zur Preisfixierung genutzt werden“, betont Montecuccoli.

„Freilich bleibt das Ende der Ernte in Norddeutschland, dem Baltikum und England Ende August abzuwarten. Nach besten Vorernte-Prognosen finden wir uns nach einem der besseren Jahre im Marktfruchtbau nun am Beginn eines der schwierigsten Wirtschaftsjahre für den Ackerbau“, so Felix Montecuccoli abschließend.
 
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