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Wien, am 28.01.2008

Orkan „Paula“ trifft Österreichs Forstwirtschaft

Normalnutzungen zur raschen Bewältigung des Windwurfes zurückstellen

Wien, 28. Jänner 2008, Landwirtschaftskammer Österreich, Land&Forst Betriebe Österreich, Waldverband Österreich. Ein Jahr nach den schweren Stürmen des Vorjahres hat am 27. Jänner abermals ein Orkan Österreichs Waldbesitzer in fast allen Bundesländern schwer getroffen. Um einem Befall mit Käferschädlingen vorzubeugen, werden die Waldbesitzer rasch mit der Aufarbeitung der geworfenen Bäume beginnen. Eine erste seriöse Abschätzung über die durch Orkan „Paula“ angefallene Schadholzmenge ist frühestens Ende dieser Woche zu erwarten. Große Sorge bereitet auch die aktuelle Marktsituation: Die Holzabnehmer sind derzeit wegen voller Lager nur begrenzt aufnahmefähig.

„Dort wo keine Windwürfe zu beklagen sind, sollten geplante Holznutzungen bis auf weiteres zurückgestellt werden. Die Wiederherstellung der Infrastruktur und die rasche Aufarbeitung haben absolute Priorität, um dem Borkenkäfer möglichst kein Brutmaterial zu überlassen“, fordert Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich alle Waldbesitzer und die Holz verarbeitende Industrie zur Solidarität und zum raschen Handeln auf.

„Die Holz verarbeitende Industrie ist aktuell gut mit Rundholz versorgt, sodass in den am schwersten betroffenen Gebieten rasch zusätzliche Kapazitäten zur Nasslagerung von Rundholz geschaffen werden müssen,“ bringt Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich, die Problematik in Bezug auf den Holzmarkt auf den Punkt.

Der Schaden für die österreichische Forstwirtschaft ist enorm. So ist ein gewisser Anteil des vom Orkan „Paula“ gebrochenen Holzes nicht mehr als Sägeholz, sondern nur mehr für die Papier- und Zellstoffproduktion oder als Brennholz zu verwerten. Das bedeutet einen finanziellen Verlust um zumindest 60 Prozent. „Zur Bewältigung der neuerlichen Katastrophe benötigen die Waldbesitzer die finanzielle Hilfe aus den Katastrophenfonds der Länder und ein Sonderprogramm von Landwirtschaftsminister Josef Pröll. Von der Bekämpfung der Borkenkäfer über die Finanzierung von Nasslagern bis hin zur Wiederaufforstung der Waldflächen sind Maßnahmen zu finanzieren, appelliert Johann Resch, Forstausschuss-Vorsitzender der Landwirtschaftskammer Österreich, an die Politik.

Über eines sind sich die drei Funktionäre ebenfalls einig: Das Betreten der Windwurfgebiete ist gefährlich. Die österreichischen Waldbesitzer appellieren daher an die Waldbesucher, diese Flächen zu meiden und Sperrgebiete zu beachten.
 
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