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Wien, am 31.08.2007

Der Wald braucht die Pilze

Übermäßiges Schwammerlsuchen stört ökologisches Gleichgewicht

Das feucht–warme Wetter der letzten Wochen hat die begehrten Waldfrüchte sprießen lassen. Jetzt beginnt die Suche danach. Doch für den Wald sind die Pilze lebensnotwendig.

Pilze haben eine wichtige Versorgungsfunktion für Waldbäume. Übermäßiges Schwammerlsuchen führt zu einer Störung des sensiblen ökologischen Gleichgewichts.
„Denn das sichtbare Schwammerl ist nur der Fruchtkörper eines im Waldboden weit verzweigten Geflechts von Pilzfäden”, erklärt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. „Diese bilden mit den Baumwurzeln eine Lebensgemeinschaft. Sie versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen und Wasser.” Zudem hat der Pilzgeflechtmantel eine Reservefunktion sowie eine mechanisch schützende Wirkung. Auch die bekannten Speisepilze erfüllen diese wichtigen Aufgaben.

Beim Sammeln auf die Umwelt achten
Doch ein Pilz kann sich nur fortpflanzen, wenn die Sporen im Pilzhut reif werden und der Wind oder Tiere sie verbreiten. Besonders schlimm ist es daher, wenn Schwammerlsucher ganze Waldgebiete plündern. „Dies führt zu einer nachhaltigen Störung des Ökosystems Wald”, betont Montecuccoli. „Daher sind gesetzliche Beschränkungen notwendig.” Das Forstgesetz erlaubt jedermann pro Tag bis zu zwei Kilogramm Pilze zu sammeln ? sofern es nicht anders lautende landesgesetzliche Regelungen gibt und das Sammeln nicht vom Waldbesitzer untersagt wird. Wer zu Erwerbszwecken sammeln will, benötigt eine Bewilligung des Waldeigentümers. Verboten ist die Durchführung und Teilnahme an Pilzsammelveranstaltungen, sofern diese nicht genehmigt sind. Der Besitzer kann das Sammeln von Pilzen oder Beeren an Erlaubnisscheine binden oder ganz verbieten. In diesem Fall muss das Waldstück mit einem entsprechenden Hinweis gekennzeichnet sein.

In der Praxis können die Forstleute aber nur schwer Kontrollen durchführen. „Deshalb sollte es für jeden Schwammerlsucher Ehrensache sein, nur geringe Mengen für den Eigenbedarf mit nach Hause zu nehmen”, so Montecuccoli. „Denn die Pilze gehören zum Wald und dürfen nicht ausgerottet werden.”

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:
Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes, Presse und Kommunikation,
Tel. 01/533 02 27–17, Mobil 0664/5109308, e–mail: dawes@landforstbetriebe.at
 
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