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Wien, am 06.06.2007

Woche des Waldes soll Beitrag zum Klimaschutz sein

Bilderwettbewerb auf www.wochedeswaldes.at – Minister Pröll lädt alle Interessierten zum Mitmachen ein

„Die Woche des Waldes 2007 steht unter dem Motto „Wald ist mehrWert”. Damit sollen die Leistungen in den Bereichen Biomasse und Erhalt der Artenvielfalt hervorgehoben werden. Der Wald kann und muss einen Beitrag zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele leisten, die wir uns im Regierungsübereinkommen gesetzt haben. Im Mittelpunkt der vielfältigen Aktionen zur Woche des Waldes steht heuer ein bundesweiter Bilder–Wettbewerb zu den beiden Schwerpunktthemen, der online über www.wochedeswaldes.at abgewickelt wird”, so Landwirtschafts– und Umweltminister Josef Pröll heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten der Land&Forst Betriebe Österreich, Felix Montecuccoli, anlässlich der am Montag beginnenden Woche des Waldes. ****

Die ab heute freigeschaltete Homepage www.wochedeswaldes.at bietet viele Infos rund um die Woche des Waldes. Beim Online–Bilderwettbewerb können Fotos und Bilder zum Thema „Mehrwert”, also den Leistungen des Waldes in den Bereichen Biomasse und Artenvielfalt, eingereicht werden. Es gibt für jedes Bundesland fünf Alterskategorien, sodass vom Kindergartenkind bis zum Pensionisten jeder seinen Beitrag einreichen kann. Neu ist auch, dass die Bilder von der Bevölkerung und nicht von einer Expertenjury ausgewählt werden. Die Bilder können von den Besuchern der Website beurteilt werden. Jeder Teilnehmer kann für sich Werbung machen, indem er seinen Beitrag als Grußkarte versendet. Die Siegerfotos werden im September feststehen. Als Preise werden sechs Wald–Erlebniswochenenden ausgespielt und bei der nächsten Woche des Waldes 2008 werden im Rahmen einer Ausstellung die Siegerfotos präsentiert werden. „Wir wollen die österreichische Bevölkerung einladen, sich intensiv mit dem Mehrwert des Waldes auseinanderzusetzen. Natürlich hoffen wir auf zahlreiche Einsendungen und intensives Voting”, so der Minister.

Der diesjährige Schwerpunkt der Aktionswoche wird durch viele Aktivitäten in ganz Österreich aufgegriffen. Wir haben uns heuer bewusst für das Thema „Energiegewinnung durch Biomasse” entschieden. Der Wald trägt zur Verbesserung der CO2–Bilanz bei. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Bäume zuvor während des Wachstums aus der Atmosphäre entnommen haben. So entzieht beispielsweise ein Baum für die Bildung von einem Festmeter Holz rund 750 Kilogramm CO2 aus der Luft, das entspricht etwa einer CO2–Belastung, das ein Auto bei zehn Autofahrten von Wien nach Innsbruck verursacht.

Gleichzeitig ist der Wald CO2–Speicher und zwar auch wenn der Baum geerntet wird und daraus Holzprodukte hergestellt werden. Durch die Bewirtschaftung der Wälder und die Holznutzung lässt sich die Speicherfunktion verlängern. Bei der Verwendung von heimischem Holz fällt die CO2–Bilanz noch besser aus. „Dieser Rohstoff wächst vor der Tür und kann auf kurzem Weg zu den Verarbeitungsbetrieben und danach zu den Konsumenten gebracht werden”, erklärt Montecuccoli.

Die österreichische Klimastrategie weist der Biomasse einen hohen Stellenwert zur Erreichung der Klimaschutzziele zu. Der Anteil erneuerbarer Energien soll demnach von derzeit 23 Prozent auf 45 Prozent bis 2020 angehoben werden. Bei Wärme aus Brenn– und Scheitholz, Briketts, Pellets, Hackgut und Rinde ist eine Steigerung von 93,6 Peta–Joule im Jahr 2004 auf 115 Peta–Joule im Jahr 2010 und auf 130 Peta–Joule bis 2020 denkbar. Durch derartige Schritte könnte Österreich seine Treibhausgasemissionen um 7 Millionen Tonnen bis 2010 und um 12 Millionen Tonnen bis 2020 senken.

Österreich hat als einer der ersten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union mit der Erstellung eines Biomasseaktionsplanes begonnen und nimmt damit eine Vorreiterrolle in Europa ein. „Darüber hinaus haben wir beim „Forschungszentrum Wald” (BFW) eine Holz– und Biomasseaufkommensstudie in Auftrag gegeben, um unser Ziel wissenschaftlich zu untermauern und das mögliche Aufkommen an Holz und Biomasse in den nächsten 20 Jahren zu errechnen. Die ersten Zwischenergebnisse prognostizieren ein Mehrpotential an Biomasse von jährlich 4,2 Millionen Erntefestmeter bis 2020 und bestätigen somit in etwa die Aufkommensschätzungen des nationalen Biomasseaktionsplans”, so der Minister weiter.

Selbst bei dieser gesteigerten Erntemenge befinden wir uns betreffend Nachhaltigkeit im grünen Bereich. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 wurden laut Holzeinschlagsmeldung 19,3 Millionen Erntefestmeter genutzt. Das gilt als Spitzenwert seit es Aufzeichnungen gibt und entspricht einer Nutzung des Zuwachses von 77 Prozent. Dem gegenüber entspricht die Nutzung der Jahre 2000 bis 2005 16,7 Millionen Erntefestmeter und somit einer durchschnittlichen Nutzung von 60 Prozent. Trotz steigender Nutzung nimmt also der Holzvorrat aufgrund der Wuchsleistung und steigender Waldfläche bis 2020 um 120 Millionen Erntefestmeter auf rund 1,26 Milliarden Erntefestmeter zu.

Diese Daten belegen, dass eine verstärkte und zugleich nachhaltige Nutzung keine Widersprüche sind. „Die österreichischen Waldbesitzer sorgen seit Generationen für die Gesundheit der heimischen Wälder. Die sorgfältige Pflege und Bewirtschaftung der Forstbetriebe garantiert, dass der Naturraum seine ökologischen, ökonomischen und sozialen Aufgaben nachhaltig erfüllen kann”, betont Montecuccoli. Auch beim jährlich stattfindenden Waldforum der Vereinten Nationen (UNFF) im April wurde die nachhaltige Waldbewirtschaftung als ein global gültiges und dynamisches Konzept festgeschrieben.


Montecuccoli: Nachhaltige Waldbewirtschaftung sichert Artenvielfalt

Der zweite Schwerpunkt soll klar zeigen, dass eine verstärkte Nutzung die Artenvielfalt nicht beeinträchtigen darf. Die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die Forstwirtschaft spielt für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ebenso eine maßgebliche Rolle. Dieser Grundsatz der Bewirtschaftung muss auch in Zukunft gewährleistet sein.

Österreich verfügt aufgrund seiner abwechslungsreichen Landschaft über eine überdurchschnittlich hohe Anzahl unterschiedlicher Arten. Im mitteleuropäischen Vergleich zählt Österreich zu den artenreichsten Ländern: 45.000 Tierarten, rund 10.000 Pilzarten, 2.950 Farn– und Blütenpflanzenarten und 1.000 Moosarten. Etwa 50 Pflanzenarten und 1.000 Arten wirbelloser Tiere kommen nur in Österreich vor. „Das ökologische Gleichgewicht in der Natur zu erhalten, steht in unserer Arbeit an oberster Stelle. Wir fördern mit unserem Naturraummanagement die Artenvielfalt und sichern damit ein stabiles Ökosystem. Auf diese Weise kann der Wald auch in Zukunft seine vielfältigen Aufgaben erfüllen”, erklärt Montecuccoli.

In Sinne des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES bekennt sich Österreich auch zum Schutz gefährdeter Arten. Österreich ist CITES 1982 beigetreten. „Das heurige 25 Jahr Jubiläum ist auch ein Grund, warum wir die Biodiversität als ein Schwerpunktthema der heurigen Woche des Waldes gewählt haben; damit wollen wir die Bedeutung der Artenschutzkonvention in Österreich dokumentieren”, führt Pröll aus.

„Wir müssen aber sehen, dass der Klimawandel sowohl für die verschiedenen Arten als auch für die Gesundheit des Waldes eine Bedrohung ist. Insbesondere müssen wir uns verstärkt mit einer Wanderbewegung der Baumarten auseinandersetzen”, so der Minister weiter.

Während der Woche des Waldes finden in ganz Österreich verschiedene Aktivitäten rund um die Themen Biomasse und Biodiversität statt. So können zum Bespiel verschiedene Biomasseheizwerke besichtigt werden. Auch Waldpädagogikführungen werden verstärkt angeboten. Am Freitag, den 15. Juni, haben auch die Journalisten die Möglichkeit bei einer Waldpädagogenführung dabei zu sein. Eine Liste mit allen Aktivitäten zur Woche des Waldes finden Sie ebenfalls auf der Homepage www.wochedeswaldes.at.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium
Pressestelle
Tel.: (++43–1) 71100 DW 6703, DW 6823

Land&Forst Betriebe Österreich
Kristin Dawes
Presse und Kommunikation
Tel. (++43–1) 533 02 27 DW 17, e–mail: dawes@landforstbetriebe.at
 
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