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Wien, am 16.04.2007

Klimaschutz braucht nachwachsende Rohstoffe


Klimafonds muss Langzeit?Forschungsprogramm für Wälder der Zukunft unterstützen

Mit dem heutigen Klimagipfel will die Regierung gemeinsam mit Interessensvertretern und Experten geeignete Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg bringen. Kein anderer Wirtschaftszweig ist so stark vom Klimawandel abhängig wie die Land? und Forstwirtschaft. Gleichzeitig spielen Wald, Holz und landwirtschaftliche Erzeugnisse bei der Lösung der Klima? und Energieproblematik eine maßgebliche Rolle. Nachwachsende Rohstoffe werden in Zukunft ein wichtiger Schlüssel für eine starke Wirtschaft und gesunde Umwelt sein. Dazu muss die Politik gute Rahmenbedingungen schaffen. Die Wälder der Zukunft werden höheren Temperaturen ausgesetzt sein. Um die geeigneten Baumarten zu erforschen, sind finanzielle Mittel aus dem Klima? und Energiefonds erforderlich.

Die österreichische Land? und Forstwirtschaft steht aufgrund des Klimawandels vor enormen Herausforderungen. Denn kein anderer Wirtschaftszweig ist so stark vom Klima abhängig. Aktuelle Studien sagen für Österreich in den kommenden 30 Jahren eine Zunahme der Jahresdurchschnittstemperatur von 2?C sowie häufige Stürme und Trockenheit voraus. "Der natürliche Anpassungsprozess des Waldes ist wesentlich langsamer als der Klimawandel", erklärt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich anlässlich des heutigen Klimagipfels. "Das würde eine zwischenzeitliche Entwaldung, den Verlust der lebensnotwendigen Waldfunktionen und somit negative Auswirkungen für Umwelt und Wirtschaft mit sich bringen." Auch in Zukunft wird Nadelholz aufgrund seiner ausgezeichneten Eigenschaften als Baustoff gebraucht werden ? denn es ist leicht, fest, elastisch. Die Waldbesitzer stehen heute vor der Frage, mit welchen langfristigen Strategien man sich bei der Bewirtschaftung des Waldes an die sich verändernden Bedingungen anpassen kann.

      
Wald und Holz für eine gesunde Umwelt

Beim Prozess der Fotosynthese wird CO2 aus der Luft entnommen und in der Biomasse gebunden. Eine Fichte mit einer Holzmasse von einem Festmeter speichert im Laufe ihres Lebens rund 200 kg Kohlenstoff und entnimmt dadurch der Atmosphäre 750 kg CO2. "Der österreichische Wald liefert zudem mit dem nachwachsenden Produkt Holz einen vielseitig einsetzbaren Rohstoff", so Montecuccoli. "Dieser kann bei der Bewältigung der Klima? und Energieproblematik eine maßgebliche Rolle spielen."

Bei der Produktion, Be? und Verarbeitung von Holz werden wesentlich weniger Ressourcen und Energie verbraucht, als bei Materialien auf der Basis von fossilen und nicht erneuerbaren Rohstoffen. Ein maßgeblicher Beitrag zum Klimaschutz ist daher das Bauen mit Holz ? denn der Kohlenstoff bleibt dauerhaft gebunden. In einem modernen Einfamilienhaus in Niedrigenergiebauweise stecken etwa 44 Tonnen Holz. Dieses speichert 22 Tonnen Kohlenstoff und entlastet damit die Atmosphäre um 80 Tonnen CO2. Das ist das 7fache der österreichischen Pro?Kopf?Emission pro Jahr. Die Vorteile von Holz gegenüber Ziegel und Beton im Wohnbau macht folgender Vergleich besonders deutlich: In Österreich werden jährlich 40.000 bis 50.000 neue Wohnungen bewilligt. Die Hälfte davon sind Ein? und Zweifamilienhäuser mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 123 m2, die anderen 50 Prozent sind Häuser mit drei und mehr Wohnungen mit einer durchschnittlichen Wohnfläche von 70 m2. Baut man diese Häuser aus Holz, können langfristig 1,4 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden. Im Vergleich dazu kann beim Bau dieser Wohnobjekte mit Ziegel und Beton nur ein Zehntel dieser CO2?Menge gebunden werden. Bei ihrer Errichtung mit Baustoffen auf mineralischer Basis werden darüber hinaus bis zu 1,5 Millionen Tonnen CO2 aus fossilen Energieträgern emittiert ? das ist doppelt soviel wie bei der Verwendung von Holzbaustoffen. Zudem können fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle durch die Verwendung der CO2?neutralen Biomasse für die Erzeugung von Wärme und Strom ersetzt werden.

Klimapolitik muss langfristige Waldbewirtschaftungskonzepte fördern

"Jeder einzelne kann durch sein Verhalten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten", betont Montecuccoli. "Doch die Politik trägt hier eine besondere Verantwortung." Sie muss daher gute Rahmenbedingungen für die verstärkte Verwendung von Holz und dem Einsatz biogener Treibstoffe schaffen:

Bei der Errichtung und Sanierung öffentlicher Gebäude müssen die Ausschreibungskriterien auf Energieeinsparung fokussieren. Auch die Energiebilanz der verwendeten Baustoffe soll dabei berücksichtigt werden. Nachwachsende Rohstoffe und Baumaterialien wie Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung müssen vermehrt zum Einsatz kommen.

Mehr genetische Informationen werden in Zukunft notwendig sein, um jene Baumarten zu finden, die mit höheren Temperaturen umgehen können. Dazu muss wissenschaftlich ein genetisches Vermehrungsprogramm erarbeitet werden. Für seine Umsetzung müssen finanzielle Mittel aus dem geplanten Klima? und Energiefonds bereitgestellt werden. Benötigt wird ein Langzeit?Forschungsprogramm von 10?15 Jahren, das die "Genetik für Wälder der Zukunft" untersucht. Hauptaugenmerk sollte dabei auf den Baumarten Fichte, Lärche und Buche liegen.

Um die technische Entwicklung von Motoren für biogene Treibstoffe voranzutreiben, sollten Bund, Länder und Gemeinden Impulse setzen: Ausschreibungen für öffentliche Transportflotten ? wie Autos, Lkw, Schiffe, Bahn ? müssen von den Herstellern den Betrieb mit biogenen Treibstoffen fordern. Eine solche Österreich?Initiative sollte man gleichzeitig auf EU?Ebene ausdehnen.

"Die Politik muss die Rahmenbedingungen für Klimaschutz und Energieversorgung auf einander abstimmen", fordert Montecuccoli. "Dazu muss sie eine gute Balance zwischen Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit schaffen."

Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes, Presse und Kommunikation,
Tel. 01/533 02 27?17, e?mail: dawes@landforstbetriebe.at
 
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