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Wien, am 29.03.2006

Schmelzende Schneeberge verursachen Hochwasser

Schmelzende Schneeberge verursachen Hochwasser
Sorgfältige Naturbewirtschaftung reduziert Auswirkungen der Wetterextreme

Der vergangene Winter hat Österreich riesige Schneemengen beschert. Aufgrund der kalten Temperaturen konnte die weiße Schneedecke dazwischen nicht abtauen, sondern türmte sich zu immer größeren Bergen auf. Nun steigen die Temperaturen sprunghaft und bringen den Schnee rasch zum Schmelzen. Dadurch entstehen enorme Wassermengen. Hinzu kommen nun starke Regenfälle. Diese Wasserfluten haben in mehreren Teilen unseres Landes zu Hochwasser geführt. Die naturnahe Land– und Forstwirtschaft erhöht die Aufnahmefähigkeit des Bodens. Damit konnten bisher dramatische Auswirkungen der Wetterextreme reduziert werden.

Die derzeitigen Wassermengen kann selbst der beste Waldboden nicht aufnehmen. "Dennoch konnte durch die sorgfältige Waldbewirtschaftung in den betroffenen Regionen noch Schlimmeres verhindert werden", erklärt Felix Montecuccoli, Präsident vom Verband der Land&Forst Betriebe Österreich. "Dank schonender Holzerntemethoden, natürlicher Verjüngungsverfahren und gezieltem Humusaufbau haben die Forstexperten die Aufnahmefähigkeit der Waldböden für Wasser erhöht." Früher wurden Laub und Nadeln als Einstreu für die Viehställe verwendet. Heute verbleiben sie am Waldboden. So können Baumnadeln und Blätter in Humus umgewandelt werden. Je intensiver der Boden durchwurzelt ist und je mehr Bodenleben und Humus vorhanden ist, umso größere Mengen Wasser kann der Boden aufnehmen. Damit im Untergrund möglichst viel Niederschlag versickern kann, vermeidet man zudem ein starkes Beweiden des Waldes durch Rinder oder das Befahren mit veralteten Maschinen. Denn dadurch würde der Boden verfestigt werden und das Wasser könnte nicht versickern.


Naturnahe Landwirtschaft macht Böden aufnahmefähiger

Auch Umweltmaßnahmen in der Landwirtschaften leisten einen entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutz: dazu gehört unter anderem der Zwischenfruchtanbau über den Winter. Die ganzjährige Bodenbedeckung vermindert Erosion und Wasserabfluss. Diese naturnahe Bewirtschaftung wird auch durch das EU–Umweltprogramm ÖPUL gefördert. Größere Landwirtschaftsbetriebe bringen umfangreiche äkologische Flächen ein und leisten einen maßgeblichen Beitrag zur umweltfreundlichen Bewirtschaftung. So werden Bodenverdichtungen vermieden und das Porenvolumen des Bodens erhöht. Auf diese Weise kann das Wasser in den Feldern gut versickern. "Weltweit kosten Naturkatastrophen wie Hochwasser und überschwemmungen viele Menschenleben", betont Montecuccoli. "Zudem verursachen sie enorme äkologische und wirtschaftliche Schäden. Dank umweltschonender Land– und Forstwirtschaft können wir das Ausmaß solcher Extremereignisse verringern."


Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes,
Presse und Kommunikation,
Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@landforstbetriebe.at

 
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