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Wien, am 25.05.2005

Zwei Fliegen mit einem Schlag

Zwei Fliegen mit einem Schlag
Volle EU–Getreidelager für Mitgliedsländer mit Dürreschäden nutzen

Aufgrund der Trockenheit in Portugal und Spanien droht Versorgungsknappheit mit Weizen. Gleichzeitig sind in Mitgliedsstaaten wie etwa Ungarn die staatlich angelegten Getreidelager zum Bersten voll. Die EU–Kommission könnte hier rasch Abhilfe schaffen, indem sie diese Bestände zum Verkauf ausschreibt. Länder mit Versorgungsengpässen könnten die Ware kaufen. Diese Maßnahme ist auch dringend notwendig, damit in den Lagern Platz für die heurige Ernte ist. Doch die Verantwortlichen in Brüssel haben bisher nur minimale Schritte gesetzt, um diese Chance zu nutzen.

Dass es überhaupt zur Anhäufung von so großen Mengen in den EU–Interventionslagern kommen konnte, hat mehrere Gründe: Im vergangenen Jahr gab es in allen Regionen Europas eine hohe Ernte. Auch in den Ländern um das Schwarze Meer und der Ukraine fuhren die Bauern riesige Mengen Getreide von den Feldern nach Hause. Gleichzeitig misslang in den neuen EU–Mitgliedstaaten der Aufbau des Interventionssystems. Dieses ausgeklügelte Regelwerk wurde in den sechziger Jahren von der EU geschaffen, damit die Bauern für ihre Produkte garantierte Mindestpreise erhalten. Dieser Interventionspreis gilt als Absicherung ? sinkt der Marktpreis zu tief, können die Landwirte Weizen und Mais zum Interventionspreis an die EU verkaufen. Sind die Interventionslager voll, kann die Kommission entsprechende Mengen über Ausschreibungen zum Verkauf anbieten. "Auf diese Weise kann der Markt im Gleichgewicht gehalten werden", erklärt Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. "Jedoch gelang es Ländern wie Ungarn bisher nicht, sich in das neue Marktsystem einzufügen. Das Resultat sind übervolle Lager, die zu Mindestpreisen verschleudert werden."


EU–Behörden müssen rasch und flexibel handeln

In Ungarn liegen derzeit über 4 Millionen Tonnen Weizen in den EU–Interventionsspeichern. Abnehmer für diese Ware gäbe es genügend: Portugal und Spanien rechnen aufgrund der extremen Trockenheit dieses Jahr nur mit der Hälfte der normalen Ernte. Gleichzeitig herrscht in ihren Lagern gähnende Leere. Um den drohenden Weizenmangel abzuwenden, haben sie bereits mehrmals bei der EU–Kommission um Unterstützung angeklopft. Bisher umsonst ? die Verantwortlichen haben für die Ausschreibung der riesigen Interventionsbestände in den mitteleuropäischen Binnenländern kein grünes Licht gegeben. Diese Untätigkeit ist völlig unverständlich: Würde man Portugal und Spanien den Kauf der gewünschten acht Millionen Tonnen Getreide stattgeben, könnten vor allem die Weizenüberschüsse in den EU–Binnenländern abgebaut werden. Insgesamt könnte man damit die bestehenden Lagerbestände EU–weit halbieren.

"Wir fordern eine rasche und großzügige Ausschreibung von Interventionsgetreide aus Binnenländern, um von Dürre geplagte Mitgliedsstaaten zu unterstützen", betont Montecuccoli. "Damit der Markt entlastet und stabilisiert wird, sind zudem Sonderausschreibungen für den Export notwendig. Diese sollten vor allem für die neuen EU–Länder gelten. Die EU–Behörden müssen die Ordnungsinstrumente verstärkt für die europäische Landwirtschaft einsetzten und im Bedarfsfall entsprechend rasch und flexibel handeln."

Auch steht wieder eine gute Ernte vor der Türe. Um Lagerraum für den neuen Weizen und Mais zu schaffen, müssen Speicherkapazitäten freigemacht oder geschaffen werden. Daher sollten die Exportausschreibungen so bald als möglich aufgestockt werden. Die Bauern möchten zudem die Qualitätsvermarktung von Weizen und Mais verbessern. Dazu müssen vermehrt Lager für die verschiedenen Qualitätssortimente geschaffen werden.


Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes,
Presse und Kommunikation,
Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@landforstbetriebe.at
 
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