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Wien, am 24.05.2005

Der starke Zweig Österreichs

Der starke Zweig Österreichs
Heimische Forstbetriebe stärken Wirtschaft und bewahren gesunde Umwelt

Die Windwürfe, Schneebrüche und Dürre der vergangenen Jahre verursachten 2003 einen Rekordeinschlag von 17 Millionen Festmeter Holz. Im letzten Jahr gelang es den Forstbetrieben, die Holzproduktion wieder auf ein normales Niveau zu bringen. Trotz niedriger Preise konnten durch Kostenreduktionen leichte Gewinne erzielt werden. Dank sorgfältiger Pflege sowie verantwortlicher Nutzung der Wälder gelingt es, wirtschaftliche und äkologische Interessen in Einklang zu bringen. Somit gehört die Forst– und Holzwirtschaft zu den wenigen Branchen, die die hochgesteckten EU–Ziele von Lissabon und Göteborg in sich vereinen.

"Wir hatten uns für 2004 viel vorgenommen und haben das auch erreicht", betont Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich. "Die heimischen Forstbetriebe konnten im vergangenen Jahr einen Gewinn von knapp vier Euro pro Festmeter erzielen." Dieser Erfolg ist nicht selbstverständlich. Denn die Forstwirtschaft ist mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Dass überhaupt leichte Gewinne erzielt werden konnten, war nur durch die konsequente Fortsetzung der Kostenentlastung möglich. Eine beachtliche Reduktion der Kosten ist in der Holzernte und Verwaltung gelungen. In den letzten zehn Jahren konnten hier Einsparungen von über 10 Prozent erzielt werden. Jedoch sind nun in vielen Betrieben die Potentiale ausgeschöpft.


Preissturz sägt am Gewinn

Dieses positive Bild wird jedoch durch die schwierige Ertragssituation der Forstbetriebe getrübt: Die Holzpreise sind in Folge des Schadholzes nach den Naturkatastrophen der letzten Jahre um fast 7 Euro je Festmeter gesunken und konnten bis heute nur geringfügig erhöht werden. Derzeit liegen die Sägerundholzpreise bei 68,50 Euro und die Industrieholzpreise bei 27,50 Euro je Festmeter. Gegen Ende der achtziger Jahre wurden noch 87 Euro für Sägerundholz und 43 Euro für Industrieholz bezahlt. Dieser Preissturz verdeutlicht, welche Ertragseinbußen die Forstbetriebe in den vergangenen Jahren verkraften mussten.

Die Forstbetriebe nutzen über 90 Prozent des Zuwachses in den Wäldern und können daher die heimische Holzwirtschaft verlässlich mit Rohstoff versorgen. Damit in Zukunft die benötigten Holzmengen genutzt werden können, muss die Forstwirtschaft entsprechend an der Wertschöpfung der leistungsfähigen Holzwirtschaft mitverdienen.

Einen großen Wettbewerbsnachteil hat Österreich vor allem in der Gebirgsforstwirtschaft. "Denn die schwierigen Bedingungen in den Bergregionen begrenzen den Einsatz von Maschinen im Vergleich zu Deutschland oder den skandinavischen Ländern", erklärt Montecuccoli. "Aufgrund der hohen Erntekosten müssen viele Betriebe im Gebirge negative Betriebsergebnisse in Kauf nehmen." Während im Flachland Holzerntekosten von rund 17 Euro anfallen, muss man im Mittelgebirge mit 20,50 Euro und im steilen Hochgebirge sogar mit mehr als 24 Euro pro Festmeter rechnen. Im Vergleich dazu liegen die durchschnittlichen Holzerntekosten in Deutschland bei 15 Euro und in Skandinavien bei nur 14 Euro je Festmeter.
Die enormen Holzmengen nach den Stürmen, Schneebrüchen und der Trockenheit in den Jahren 2002 sowie 2003 sind inzwischen aufgearbeitet. Jedoch lag der Schadholzanteil 2004 mit 38 Prozent vom Gesamteinschlag um rund ein Drittel über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Aufarbeitung von Schadholz ist deutlich teurer als die planmäßige Holzernte. Daher sind die Betriebe mit zusätzlichen Kosten und Ertragseinbußen konfrontiert. Durch den höheren Anteil von Industrieholz und Schäden am Holz sind nur geringe Holzerträge erzielbar. Um die entstandenen Schäden nach den Naturkatastrophen zu reparieren, haben die Forstbetriebe in Aufforstung und Waldpflege investiert. Diese Kosten belasten zusätzlich: "2004 lagen die Ausgaben in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr um fast 20 Prozent höher", betont Montecuccoli. "Doch die nachhaltige Bewirtschaftung steht für unsere Betriebe an oberster Stelle."


Forst– und Holzwirtschaft ? einer der wichtigsten Devisenbringer Österreichs

Die heimische Forst– und Holzwirtschaft trägt maßgeblich zur positiven Leistungsbilanz Österreichs bei: mit einem Exportüberschuss von 3,12 Milliarden Euro im Jahr 2003 gehört die Branche zu den größten Devisenbringern unseres Landes. Damit ist die Forst– und Holzwirtschaft neben dem Fremdenverkehr die wichtigste Lokomotive für den Außenhandelsüberschuss. "2004 werden die Exporte von Holzprodukten voraussichtlich die Rekordmarke von 3,2 Milliarden Euro erreichen", so Montecuccoli.

Einen neuen Spitzenwert erreichte der Forst– und Holzsektor im Jahr 2004 beim Export von Nadelschnittholz. über 7,3 Millionen Kubikmeter gingen ins Ausland. Damit ist Österreich das fünftgrößte Nadelschnittholzexportland der Welt. Der größte Abnehmer bleibt Italien mit einem Exportanteil von über 60 Prozent. Infolge des starken Euros waren die Rahmenbedingungen für die Exporte nach Asien ? und hier insbesondere Japan – sowie nach Amerika deutlich schwieriger als in der Vergangenheit. Dennoch waren vor allem am US–Markt Exportsteigerungen möglich. Erfreulich ist, dass auch die Schnittholzexporte nach Deutschland die Flaute überstanden. Nach oben zeigen zudem die Zahlen am Levante–Markt. Auch die Papier– und Plattenindustrie konnte ihre Exporte steigern.


EU ? Holzmarkt mit Zukunftschancen

Unverändert hoch ist der Inlandsverbrauch von Holz– und Holzprodukten. Mit einem
Pro–Kopf–Verbrauch von rund 0,66 Kubikmeter Nadelschnittholz liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld. Europaweit birgt der Holzverbrauch noch enorme Potentiale: Im EU–Durchschnitt liegt der Holzverbrauch nur bei etwas mehr als 0,16 Kubikmeter. Die neuen und geplanten Kapazitäten der Säge– und Holzwirtschaft in Europa sind eine große Herausforderung für die ästerreichischen Betriebe. Ihre Hoffnung liegt aber im großen Markt– und Verbrauchspotential der EU–Staaten. Einen Appell richtet Montecuccoli in diesem Zusammenhang an die EU–Behörden und nationale Verwaltungen: " Diese sollten in den baurechtlichen Vorschriften Holz gegenüber anderen Baumaterialen nicht benachteiligen", fordert er.

Die Versorgung der heimischen Holzwirtschaft mit inländischen Rohstoffen muss verbessert werden. Derzeit liegt die Holzversorgung der Sägeindustrie aus dem Ausland bei 40 Prozent und bei der Papierindustrie bei 17 Prozent. Erfreulich ist, dass der Importanteil von Industrieholz durch die gute Zusammenarbeit der Forstwirtschaft und Zellstoffindustrie in den letzten fünf Jahren um mehr als 20 Prozent gesenkt werden konnte.

Angesichts der neuen Sägekapazitäten in Deutschland und in den neuen EU–Staaten ist die Erhöhung der Inlandsversorgung ein Gebot der Stunde. Die zusätzlichen Potentiale liegen vor allem im Kleinwald, wo nur etwa 55 Prozent des Zuwachses genutzt werden. Damit diese Potentiale der Wertschöpfungskette zur Verfügung gestellt werden können, ist vor allem die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Forstbetrieben, Kleinwaldbesitzern, Waldwirtschaftsgemeinschaften und Holzindustrie notwendig. Darin liegen für die Forstbetriebe neue Aufgaben und Chancen: Forstliche Dienstleistungen wie Beratung, Vermarktung und das Management von Betrieben werden hier an Bedeutung gewinnen.


Biomasse schafft Arbeitsplätze und fördert Klimaschutz

Ein enormes Potential für die ästerreichischen Forstbetriebe gibt es beim Energieholz: Aufgrund der großen Holzvorräten in Österreichs Wäldern könnten zusätzlich rund 4,5 Millionen Festmeter jährlich für die Erzeugung von Strom und Wärme zur Verfügung gestellt werden. Das entspricht etwa dem Energiegehalt von 900 Millionen Liter Heizöl. Ersetzt man diese Menge fossiler Brennstoffe durch Energieholz, können damit rund 2,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

"Die Nachfrage könnte in diesem Bereich in den kommenden fünf Jahren um das Vierfache steigen", betont Montecuccoli. Neben der Nutzung von Zuwachsreserven gibt es vor allem beim Laubholz enorme Potentiale ? denn hier liegt der Sägeholzanteil unter 50 Prozent.
Die Produktion von Holz und Biomasse aus Österreichs Wäldern schafft zudem Arbeitsplätze insbesondere in ländlichen Gebieten und stärkt die Wertschöpfung in unserem Land: Die Bereitstellung von zwei Millionen Festmeter Holz zur Energieerzeugung würden über einen Zeitraum von fünf Jahren Investitionen in der Höhe von fast 400 Millionen Euro schaffen. Gleichzeitig könnten durch die Erzeugung von Biomasse sowie die Errichtung und Betreuung von Anlagen rund 2.300 neue Arbeitsplätze jährlich entstehen.


Einer der wenigen Wirtschaftszweige, die Lissabon– und Göteborgziele erreichen

Die EU hat ihre Hauptanliegen in zwei Strategien festgelegt: Im Lissabon–Ziel strebt man die Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft und Beschäftigung an. Bei der Göteborg–Strategie liegt der Schwerpunkt auf äkologischen Zielsetzungen. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf der nachhaltigen Entwicklung.

Die Forst– und Holzwirtschaft ist ein Musterbeispiel, wie diese beiden Ziele vereinbart werden können. "Unsere Branche produziert einen nachwachsenden Rohstoff. Dieser bildet die Basis für die solide Entwicklung einer starken europäischen Holzindustrie. Die EU–Politik sollte daher die Bewirtschaftung der Wälder und den Einsatz von Holz als Baustoff sowie Energieträger nicht behindern, sondern unterstützen", fordert Montecuccoli.


Rückfragehinweis:
Land&Forst Betriebe Österreich, Kristin Dawes, Presse und Kommunikation, Tel. 01/533 02 27–17,
e–mail: dawes@landforstbetriebe.at
 
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