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Wien, am 03.11.2004

Starke Betriebe schaffen Arbeitsplätze

Starke Betriebe schaffen Arbeitsplätze
Ländliche Entwicklung muss Land– und Forstwirtschaft fördern

Mit der Konferenz "Den ländlichen Raum nachhaltig entwickeln" startete gestern die Diskussion, wie sich in Österreich der ländliche Raum in den Jahren 2007 bis 2013 entwickeln soll. Für die Zukunft der schwachen Regionen wird maßgeblich sein, dass das EU–Programm zur ländlichen Entwicklung die land– und forstwirtschaftlichen Betriebe fördert.

Die Land– und Forstwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für die ländlichen Gebiete. "Das ästerreichische Programm zur ländlichen Entwicklung muss daher zügig ausgebaut werden", fordert Felix Montecuccoli, Vizepräsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe anlässlich der gestrigen Österreich–Konferenz in Waidhofen an der Ybbs. Ein zentrales Ziel der Agrarreform war es, die ländliche Entwicklung zu stärken. Damit dieses Anliegen in Österreich verwirklicht werden kann, muss dafür zumindest soviel Geld, wie bisher, zur Verfügung gestellt werden. EU–weit sind ab 2006 für diesen Bereich 10,5 Milliarden Euro vorgesehen. Für Österreich stand bisher jährlich rund eine Milliarde zur Verfügung ? die Hälfte dieses Betrages wird national kofinanziert. Die ländliche Entwicklung sollte auch in Zukunft ein land– und forstwirtschaftliches Programm bleiben. Werden die Gelder von den Bauern und ihren Betrieben abgezogen und in andere Bereiche wie etwa Gemeinden umgeleitet, ist nicht mehr gewährleistet, dass die finanziellen Mittel zugunsten der Land– und Forstwirtschaft verwendet werden.

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Die Wettbewerbsfähigkeit der ästerreichischen Land– und Forstwirtschaft hängt stark vom Modernisierungsgrad der Betriebe ab. "Die Arbeitsbedingungen wiederum haben großen Einfluss auf die Lebensqualität der Beschäftigten", so Montecuccoli. "Aus diesem Grund sollte ein Schwerpunkt des Programms auf der Modernisierung der Land– und Forstbetriebe liegen." Bisher waren diese Investitionsförderungen nicht für alle Betriebe und Sparten zugänglich. Der größte Block ging in Stallbauten – somit flossen die Investitionen vor allem in verschiedene Sparten der Tierhaltung. Mit dem Programm zur ländlichen Entwicklung sollte man jedoch zukunftsfähige Betriebe und Kooperationen fördern. Größere Betriebe haben Leitcharakter und sind wichtige Arbeitgeber in schwachen Regionen. Zudem tragen sie maßgeblich zur Wertschöpfung im ländlichen Raum bei. Sie dürfen daher von den Investitionsförderungen nicht ausgeschlossen sein. Insbesondere für Marktfruchtbetriebe soll eine neue Offensive gestartet werden. Aufgrund der Modulation von Direktzahlungen wird ein Großteil der Mittel von diesen Betrieben bereitgestellt. Im Zuge dieser Mittelaufstockung im Investitionsbereich sollte auch die Modernisierung der Waldwirtschaft vermehrt gefördert werden.

Viele land– und forstwirtschaftliche Betriebe liegen in Berggebieten und sind aufgrund ihrer Lage schwer zu bewirtschaften. Damit sie trotz dieser Nachteile wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie auch in Zukunft Ausgleichszulagen erhalten. Diese Zahlungen sollten auch Betriebe, die in klimatisch benachteiligten Gebieten liegen, weiterhin bekommen.

Chance Holz nutzen

In Österreich sind 80 Prozent des Waldes in privater Hand, 170.000 Familien bewirtschaften sorgfältig und verantwortungsvoll diese wertvolle Kulturlandschaft. Gerade im Grünland oder in Berggebieten ist der Fokus auf den Forst für die Landwirte sinnvoll und bietet somit für Österreich eine Zukunftschance. Lediglich 2/3 des Zuwachses in unseren Wäldern werden geerntet, somit bleiben jährlich rund sieben Millionen Festmeter wirtschaftlich ungenutzt. "Wir sollten dieses Potential unbedingt in Anspruch nehmen, um Arbeitsplätze zu schaffen", betont Montecuccoli. "Das Geld aus der Wertschöpfung fließt zu einem großen Teil wieder in die ländlichen Gebiete." Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder stärkt zudem ihre Schutzwirkung. Daher sollte die Ländliche Entwicklung den Forst verstärkt fördern.

Einsatz für Umwelt fair entlohnen

Wesentlich wird zudem sein, dass das erfolgreiche Umweltprogramm ÖPUL erhalten bleibt. Dabei sollten vor allem jene Maßnahmen im Mittelpunkt stehen, die den größten Umfang haben: Dazu gehören unter anderem das Bio–Programm, der Verzicht auf Pestizide im Ackerbereich, das offen halten von Kulturlandschaft sowie das Begrünen von Ackerflächen. Ein weiter Fokus liegt auf den Grünland–Programmen, die wesentlich zum Erhalt der Kulturlandschaften beitragen. Die Prämien sollten jedoch an der erbrachten Leistung und nicht nach der Betriebsgröße bemessen werden: Jeder Hektar im ÖPUL sollte gleich viel wert sein. Größere Betriebe bringen umfangreiche äkologische Flächen ein und leisten einen maßgeblichen Beitrag zur umweltfreundlichen Bewirtschaftung. Sie sind jedoch durch die Obergrenze im ÖPUL derzeit stark benachteiligt. "Der sorgsame Umgang mit unseren Ressourcen und der Natur hat in unserer Arbeit oberste Priorität", betont Montecuccoli. "Dieser Einsatz sollte aber fair entlohnt werden." Auch dürfen die bisher bewährten Maßnahmen nicht zu Gunsten von Natura 2000 gekürzt werden. Die Finanzierung dieses europäischen Naturschutzprogramms ist Aufgabe der Bundesländer.


Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse und Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at
 
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