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Wien, am 27.02.2004

Klimaschutz kein Krügerl Bier wert?

Klimaschutz kein Krügerl Bier wert?
Biomasse in den Wäldern sollte für erneuerbare Energie genutzt werden

Taten statt Worte fordert der Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe bei der aktuellen Diskussion um das Ökostromgesetz. Die großen Holzvorräte in den Wäldern sollten auch für erneuerbare Energieproduktion genutzt werden. Das erfordert eine rasche Anpassung der Ökostromzuschläge durch die Bundesländer Salzburg, Kärnten und Vorarlberg. Die Forstbetriebe können die Holzindustrie auch bei einer Zunahme von Biomasse–Anlagen mit den benötigten Rohstoffen gut versorgen.

Holz ist die äkologische Zukunftschance für Österreich: es muss nicht importiert werden und sichert daher unsere Unabhängigkeit. Der vielseitige Rohstoff aus unseren Wäldern wird naturnah im Wald produziert, wächst nach und ist CO2–neutral. Damit trägt die Verwendung von Holz als Brennstoff für Biomasse–Kraftwerke maßgeblich zum Klimaschutz in Österreich bei.

"Wenn aus tagespolitischen Schachzügen der Betrieb und Ausbau von erneuerbarer Energieerzeugung verhindert wird, so verkauft man die Zukunft der Kinder für ein Krügerl Bier", ärgert sich Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe, über die Blockade des Ökostromzuschlages vor allem durch die Bundesländer Kärnten, Salzburg und Vorarlberg. Gerade mal zwei bis drei Euro würde nämlich ein durchschnittlicher ästerreichischer Haushalt für die nächsten neun Monate mehr bezahlen, wenn die Ökostromzuschläge angepasst werden. "Wer denkt, dass einer gesamten Familie eine gesunde Umwelt und der Klimaschutz nichts wert ist, hat eine völlig falsche Meinung über unsere Landsleute", so Schenker.

Ausreichend Rohstoff vorhanden
Wie die Zahlen aus der aktuellen Waldinventur zeigen, kann der ästerreichische Wald ausreichend Biomasse für eine umweltschonende Stromproduktion zur Verfügung stellen. Insgesamt beträgt der jährliche Zuwachs über 30 Millionen Vorratsfestmeter Holz, davon werden nur 60 Prozent tatsächlich genutzt. Unsere Holzvorräte sind seit der letzten Inventurperiode um 30 Vorratsfestmeter pro Hektar angestiegen, die Durchforstungsreserven haben um 11 Prozent zugenommen.

"Völlig unbegründet sind damit die Befürchtungen der Papier– und Plattenindustrie, dass durch eine Zunahme von Biomasse–Kraftwerken das Holz für ihre Produktion knapp werden könnte", betont Schenker. "Zudem melden uns die Zellstoff– und Papierbetriebe derzeit volle Lager. Der Rückstau reicht bis tief in die Wälder."

Um die umweltschädlichen Emissionen von Treibhausgasen zu vermindern, müssen dringend wirkungsvolle Maßnahmen gesetzt werden. Angesichts der großen Holzvorräte in den Wäldern, fordert der Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe einen zügigen Ausbau von erneuerbarer Energieproduktion.


Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse und Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at
 
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