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Wien, am 16.02.2004

Schenker: Forstbetriebe haben 2003 große Hürden gemeistert

Schenker: Forstbetriebe haben 2003 große Hürden gemeistert
Bevölkerung schätzt Leistungen der Waldwirtschaft

Die Aufarbeitung der Holzmengen nach den Windwürfen im Jahr 2002 stellte die Forstbetriebe vor große Herausforderungen. Hinzu kamen die Dürre sowie das vermehrte Auftreten von Borkenkäfern im vergangenen Sommer. Die weltweite Konjunkturflaute erschwerte die Lage zusätzlich. Mit großem Einsatz haben die Forstbetriebe diese Belastungen gemeistert. Eine aktuelle Umfrage von Fessel–GfK zeigt, dass die Menschen großes Vertrauen in die ästerreichische Forstwirtschaft haben.

"Im vergangenen Jahr hatten die ästerreichischen Forstbetriebe eine Reihe harter Nüsse zu knacken", betont Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe. "Eine besondere Herausforderung war die Aufarbeitung des Holzes nach den Windwürfen im November 2002. Die orkanartigen Stürme legten rund vier Millionen Festmeter auf den Boden. Durch ihre gute Organisation haben die Großbetriebe, Bundesforste und Waldverbände diese Menge inzwischen aufgearbeitet."

Stark zugesetzt hat den Wäldern die lange andauernde Hitze und Trockenheit des vergangenen Sommers: Die Monate Juni, Juli und August waren die wärmsten seit Beginn der regelmäßigen Messungen in Österreich. Praktisch alle Landeshauptstädte verzeichneten einen Rekord an Tropentagen ? allen vor stand Graz mit 49 Tagen über 30 Grad. In manchen Teilen unseres Landes fielen nur 50 bis 70 Prozent der normalen Niederschlagsmengen. Der große Wassermangel machte die von der Hitze geschwächten Bäume vor allem für den Borkenkäfer anfällig. Um die Ausbreitung der Schädlinge möglichst gering zu halten, haben die Forstbetriebe die Wälder kontinuierlich beobachtet und befallene Stämme sofort weggebracht. Zur Vorbeugung werden laufend Fangbäume ausgelegt, Käferfallen aufgestellt und mögliches Brutmaterial zerhackt. Erleichtert werden diese kostenintensiven Maßnahmen dank öffentlicher Unterstützung. Diese Hilfe sollten weiterhin Betriebe aller Größen in Anspruch nehmen können.

Hohe Belastungen drücken Preise

Die schwache Konjunktur hat die Lage der Forstbetriebe zusätzlich erschwert: Das Wirtschaftswachstum lag mit 0,7 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit zehn Jahren. In Verbindung mit dem erhöhten Schadholzanfall führte dies zu einem Rückgang des Sägerundholzpreises um sieben bis acht Euro pro Festmeter gegenüber der Zeit vor dem Windwurf. Derzeit liegt der Preis für Sägerundholz bei 67 Euro pro Festmeter.

Wegen der ungünstigen Bedingungen konnten die Forstbetriebe im Jahr 2003 bei der Holzproduktion einen Gewinn von gerade noch einem Euro pro Festmeter erzielen. "Dieser Erfolg war jedoch nur durch eine Senkung der Holzernte– und Verwaltungskosten über einen Zeitraum von zehn Jahren möglich", erklärt Schenker. "Insgesamt konnten die Betriebe in diesen Bereichen zehn Prozent einsparen." Dennoch mussten viele Gebirgsforstbetriebe – die im Vergleich zum Flachland höhere Holzerntekosten haben – negative Betriebsergebnisse in Kauf nehmen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat die Forstwirtschaft die Investitionen in Aufforstung und Waldpflege in gleicher Höhe fortgeführt. Die Kosten der Forstbetriebe für diese Maßnahmen betragen über 50 Millionen Euro pro Jahr.

Holzexport peilt neuen Rekord an

Damit die Forstbetriebe wirtschaftlich bestehen können, müssen sie an der Wertschöpfung in der Holzwirtschaft mitverdienen. Die Rahmenbedingungen für den Erfolg der Holzbranche sind zweifellos vorhanden: Die heimische Sägeindustrie erreichte im Jahr 2003 mit rund 6,5 Millionen Kubikmeter an Nadelschnittholzexporten einen neuen Rekord. Auch die Papier– und Plattenindustrie konnte ihre Exportzahlen weiter nach oben schrauben.

Österreich ist das fünftgrößte Nadelschnittholzexportland der Welt. 65 Prozent unseres Holzes ging in unser Nachbarland Italien, nach übersee waren es 17 Prozent ? die größten Abnehmer sind hier die USA und Asien mit Schwerpunkt Japan. Allerdings schwächt der starke Euro den Absatz in diese wichtigen Länder.

Der Exportüberschuss der Forst– und Holzwirtschaft steigt seit Jahren kontinuierlich an und wird für 2003 voraussichtlich einen Rekordwert von drei Milliarden Euro erreichen. Damit trägt die Branche entscheidend zur positiven Leistungsbilanz bei. In Österreich ist der jährliche pro–Kopf–Verbrauch von Holz mit 0,62 Kubikmeter unverändert hoch.

Wirtschaftliche Entwicklung und Wetter entscheidend

Die aktuellen Wachstumsprognosen zeigen in eine erfreuliche Richtung: Laut WIFO wird dieses Jahr für die USA ein Wachstum von 3,8 Prozent erwartet, für Japan geht man von 1,7 Prozent aus. Auch in der EU stehen die Zeichen auf Erholung. Für die derzeitigen Mitgliedsstaaten prognostiziert man eine Steigerung von 2 Prozent, bei den ab Mai hinzukommenden Ländern sogar ein Anwachsen um 3,5 Prozent. "Verbessert sich die Konjunktur, so steigt auch der Holzverbrauch", sagt Schenker "Das sollte sich positiv auf den Rohstoffpreis auswirken." Die Kapazitäten der Forst– und Holzwirtschaft in den neuen EU–Staaten sind eine große Herausforderung für die ästerreichischen Betriebe. Ihre Hoffnung liegt aber im großen Markt– und Verbrauchspotential dieser Länder.

Eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe wird das Wetter spielen: Durch Stürme, Hochwasser oder Dürre könnte vermehrt Schadholz anfallen. Bleiben die Wälder vor solchen Extremereignissen verschont, sollte für das hochwertige Holz ein angemessener Preis bezahlt werden. In Verbindung mit einer stetigen Kostenrationalisierung müsste sich dann auch die Gewinnsituation der Forstbetriebe wieder verbessern.

Umfrage bestätigt Vertrauen in Forstwirtschaft

Die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Fessel–GfK–Institutes zeigen, dass die Menschen in Österreich die Leistungen der Forstwirtschaft schätzen. Sie wünschen, dass der Wald zur Produktion von Holz genutzt wird und gleichzeitig als Erholungsgebiet sowie zu ihrem Schutz dient. Die Bedürfnisse der Gesellschaft sollten auch von der Regierung ernst genommen werden: "Wir erwarten, dass die Verantwortlichen in unserem Land die vielfältigen Leistungen der Forstwirtschaft unterstützen und den Einsatz des erneuerbaren Rohstoffes Holz fördern", fordert Schenker. "Sie sollten sich vor allem für die vermehrte Nutzung von Biomasse für die Energieerzeugung einsetzen. Zudem sollten Bauordnungen geschaffen werden, die eine Verwendung von Holz in öffentlichen Gebäuden vorsehen."


Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse & Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at


 
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