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Wien, am 30.08.2003

Internationaler Holztag 2003: Den Borkenkäfer im Visier

Internationaler Holztag 2003: Den Borkenkäfer im Visier
Forstbetriebe konzentrieren Holzernte auf befallene Bäume

Von der Borkenkäferplage sind die Wälder in Niederästerreich, dem Burgenland, der Steiermark sowie Oberästerreich am stärksten betroffen. Damit sich die Schädlinge nicht auf großen Flächen ausbreiten, kontrollieren die Forstbetriebe die Bäume ständig und nutzen bei der Ernte zunächst das befallene Holz. Die Auswirkungen auf den Wald werden entscheidend vom Wetter und den Temperaturen bis zum nächsten Frühjahr abhängen.

"Die Forstleute sind täglich in den Wäldern unterwegs und beobachten den Zustand der Bäume", berichtete heute Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe, anlässlich des Internationalen Holztages 2003 in Klagenfurt. "An den Löchern in der Holzrinde erkennen sie sofort, ob sich Borkenkäfer angesiedelt haben. Befallene oder gefährdete Baume werden umgehend gefällt und aufgearbeitet." Dadurch soll die Ausbreitung der Schädlinge möglichst gering gehalten werden. Die gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden ist dabei eine große Hilfe.

Das gefallene Holz nach dem Windwurf im vergangenen November bietet für die Borkenkäfer wenig Nahrung: zwischen 70 und 80 Prozent wurden bereits aus den Wäldern in die Sägewerke gebracht, bis zum Jahresende soll die Aufarbeitung beendet sein.

Flexible Holzproduktion
Um die Aufnahmekapazität der Sägewerke nicht zu überfordern, haben die Forstbetriebe ihre Produktionspläne auf die aktuelle Situation abgestimmt. Sie verzichten zunächst auf die Ernte der ursprünglich geplanten Bäume und konzentrieren sich stattdessen auf das befallene Holz. Zusätzliche Holzmengen werden nicht jetzt, sondern in Absprache mit den Marktpartnern erst in der Wintersaison vermarktet. Der Schaden für die Forstwirtschaft ist jedoch enorm: Die Forstbetriebe rechnen mit Verlusten von mindestens 15 Euro pro Festmeter. Denn die ständige Kontrolle und das Fällen der betroffenen Bäume kosten viel Zeit sowie zusätzlichen Arbeitsaufwand. "Bei den niedrigen Holzpreisen bedeutet dies für unsere Betriebe eine zusätzliche Belastung", bedauert Schenker.

Trockenheit erhöht Lawinengefahr
Die Natur hat immer mehr unter Extremereignissen zu leiden ? nicht nur Österreich, sondern viele Länder Europas wurden innerhalb des letzten Jahres von Hochwasser, Stürmen und Dürre heimgesucht. Und die Experten sagen für die Zukunft weitere Wetterkapriolen voraus.
Im Intergovernmental Panel on Climate Change–Bericht 2001 wird ein weiterer Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen um bis zu 5,8 Grad in den kommenden 100 Jahren erwartet. Das bedeutet, dass immer größere Wetterkatastrophen in immer kürzeren Abständen auftreten werden.

"Die ästerreichische Forstwirtschaft steht damit vor großen Herausforderungen, denn die Wälder können sich gegen die Wetterextreme nicht wehren", so Schenker. Auch andere Länder sind von den Auswirkungen der Dürre betroffen: vergangene Woche meldete die Schweiz eine Vermehrung von Borkenkäfern und akute Waldbrandgefahr. Als Folge der Waldschäden befürchten die Forstexperten eine erhöhte Gefahr von Lawinen, Erosionen und Hochwasser. Welche Auswirkungen die Borkenkäfer auf die Wälder haben, werden die Witterung und Temperaturen in den kommenden Monaten bestimmen. Die Forstbetriebe hoffen auf kühles und feuchtes Wetter. Denn dies kann die weitere Ausbreitung von Schädlingen verhindern.



Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse & Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at
 
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