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Wien, am 12.08.2003

Achtung Waldbrandgefahr!

Achtung Waldbrandgefahr!
Laubbäume erleiden Hitzeschlag

Die große Hitze der vergangenen Wochen setzt unseren Wäldern stark zu. Besonders in Niederästerreich, dem Burgenland und der Südsteiermark herrscht extreme Waldbrandgefahr. Unter der starken Trockenheit leiden vor allem die Laubbäume.

Die Zahl der heißen Tage hat in vielen Teilen Österreichs Rekordwerte angenommen. So wurden etwa in Graz bis vergangenen Sonntag bereits 37 Tage mit mindestens 30 Grad gezählt. In manchen Gebieten Ostästerreichs ist bis Ende Juli nur die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge gefallen. Die Waldböden und Bäume sind daher extrem ausgetrocknet.

"Die Bäche sind vielfach versiegt und die von den Forstbetrieben angelegten Löschteiche sowie Biotope vertrocknen", sagt Stefan Schenker, Präsident des Hauptverbandes der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs. "Um die Waldbrandgefahr möglichst gering zu halten, sollten Waldbesucher daher auf Zigaretten verzichten, kein Feuer machen und nicht in Waldnähe grillen." Gefährlich sind auch Flaschen, Gläser und Dosen. Durch die gebogene Form des Glases werden die Sonnenstrahlen und ihre Wärme gebündelt, das Metall der Dosen heizt sich rasch auf. Auf dem trockenen Waldboden kann die starke Hitze schnell zu einem Feuer führen. Eine weitere Brandgefahr bergen Autos: Der Auspuff sowie der auf der Unterseite des Wagens angebrachte Katalysator werden sehr heiß. Autos sollten daher nicht auf Wiesen oder mit Laub bedeckten Waldböden abgestellt werden.

Zum Schutz von Menschen und Umwelt sieht das Forstgesetz bei der Gefahr von Bränden die Möglichkeit einer Waldsperre vor. Der Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe bittet die Bezirkshauptmannschaften, davon in den besonders betroffenen Gebieten Gebrauch zu machen.

Hitzewelle lässt Laubbäume kollabieren
"Durch die hohen Temperaturen und den Wassermangel geraten vor allem Laubbäume unter Stress", so Schenker. "Bereits jetzt verfärben sich die Blätter der Buchen, viele Bäume verlieren schon Laub." Betroffen sind vor allem ältere Bäume mit tiefen Wurzeln. Unter normalen Bedingungen saugen sie das Wasser und die Nährstoffe wie ein Schwamm aus dem Boden und pumpen sie nach oben. Durch die geringe Feuchtigkeit fehlt ihnen dazu aber der notwendige Druck. Ihre Höhe verschärft dieses Problem. Schwierigkeiten bereiten ihnen auch die großen Kronen, die der Sonne voll ausgesetzt sind. In der Folge sterben ?"ste und Blätter ab. Jüngere Bäume können das wenige Wasser der seltenen Gewitterregen besser nutzen, weil es aufgrund des extrem trockenen Bodens nur in oberflächliche Schichten dringt.

Auch für die Eiche ist die Lage dramatisch: Im Burgenland und Weinviertel erleiden viele dieser Bäume durch die Hitze einen Schlaganfall und sterben von einem Tag auf den anderen ab. Die Eichen sind schon vorgeschwächt, weil in den betroffenen Regionen seit zwei Jahren zu wenig Niederschlag gefallen ist. Auch hier haben die jungen Bäume weniger Probleme, weil sie das Oberflächenwasser besser nutzen können. Stark betroffen ist auch die grundsätzlich hitzebeständige Kiefer. Durch die Trockenheit geschwächt, wird diese Baumart vielfach Opfer des schädlichen Kiefernprachtkäfers.

Keimlinge und Jungpflanzen vertrocknen
Auch die Naturverjüngung erleidet durch die Dürre großen Schaden: Vor allem die Keimlinge vertrocknen durch die extreme Hitze und gehen unwiederbringlich verloren. Das bedeutet für die Forstbetriebe einen Verlust von rund 275 Euro pro Hektar. Bei den aufgeforsteten Laub– und Nadelbäumen ist die Situation ähnlich, hier gibt es Ausfälle von 30 bis zu 100 Prozent. Dabei wird mit einem durchschnittlichen Schaden von etwa 2.000 Euro pro Hektar gerechnet.

Besonders bedauerlich ist, dass auch bei naturnahen Laubmischwäldern Probleme auftreten. Das Auffinden und Aufarbeiten der kranken sowie abgestorbenen Bäume nimmt für die Forstbetriebe viel Zeit in Anspruch. Dadurch entstehen um drei bis fünf Euro höhere Erntekosten als normalerweise. Obwohl diese Bäume kaum absetzbar sind, konzentrieren sich die Betriebe auf ihre Ernte. Dadurch soll die Ausbreitung von Schädlingen möglichst gering gehalten werden.


Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse & Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at
 
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