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Wien, am 27.06.2003

Agrarreform mit Fragezeichen

Agrarreform mit Fragezeichen
Planungssicherheit für Bauern wieder herstellen!

Der Kompromiss in der Agrarreform kommt den ästerreichischen Bedürfnissen in maßgeblichen Bereichen entgegen. Landwirtschaftsminister Pröll konnte die wichtigen nationalen Anliegen absichern. Entscheidend wird nun die Wahl des Entkoppelungsmodells sein. Und ob die EU–Kommission die Vereinbarung bis zum Jahr 2013 hält.

"Die ursprünglichen Vorschläge der Kommission hätte für viele Betriebe in Österreich das Aus bedeutet", sagt Felix Montecuccoli, Vizepräsident der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe. "Auflagen wie etwa die geplante Zertifizierung hätten zusätzliche Kosten verursacht. Gleichzeitig wollte man die Preise und Prämien kürzen; das hätten auch die besten Betriebe nur schwer verkraftet."

Der zäh errungene Kompromiss kann jedoch eines nicht ändern: das Vertrauen der Bauern in die gemeinsame europäische Agrarpolitik ist gebrochen. Denn das ausverhandelte Programm der Agenda 2000 sollte ursprünglich bis 2006 gelten ? und wurde bereits zur Halbzeit massiv verändert. Wird das jetzt beschlossene Papier tatsächlich bis 2013 halten? Nach den bisher gemachten Erfahrungen ist fraglich, ob sich die ästerreichischen Bauern bei den Planungen auf diese Vereinbarung und ihre Laufzeit verlassen können.

Wahl des Entkoppelungsmodell entscheidend
Der Reformbeschluss gibt den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, einen Teil der Prämien an die Produktion zu koppeln. Durch die weitere Bindung der Direktzahlungen an eine aktive Landwirtschaft kann auch in benachteiligten Gebieten ? wie etwa den extrem trockenen Regionen des Weinviertels und in den Berggebieten – eine flächendeckende Bewirtschaftung sichergestellt werden. Zudem ist damit garantiert, dass das Geld praktizierenden Landwirten zukommt. Wichtig für Österreich wird nun die Wahl des Entkoppelungsmodells sein.

Auch in Zukunft wird die rotierende Flächenstilllegung möglich sein. Die verpflichtete Stilllegung kann somit weiterhin jedes Jahr an die Fruchtfolge angepasst werden. Für die Betriebe bleibt der notwendige Entscheidungsspielraum erhalten. Insbesondere für Biobetriebe ist diese Möglichkeit wichtig, weil die Grünbrache ein maßgeblicher Faktor für einen fruchtbaren Boden ist.

Gleichzeitig kommt die beschlossene Reform auch den Anliegen der Konsumenten entgegen. Österreich ist in der Produktion von qualitativ hochwertigen und natürlichen Lebensmitteln in Europa schon lange ein Vorreiter. Die Direktzahlungen werden nun EU–weit an Mindeststandards für Umwelt und Tierschutz sowie Nahrungsmittel und Arbeitsplatzsicherheit gebunden. Der europäischen Landwirtschaft gibt der erzielte Kompromiss die Chance, sich langsam an die neuen Vorgaben anzupassen.

"Wir hoffen, dass wir uns diesmal auf das Programm und seine Laufzeit verlassen können", so Montecuccoli. "Denn obwohl der Kompromiss bis 2013 gelten soll, sind schon jetzt für 2007 weitere Reformschritte angedacht. Bei Bedarf können bereits ab diesem Zeitpunkt die Direktzahlungen gekürzt werden."


Rückfragehinweis:
Kristin Dawes, Presse & Kommunikation, Hauptverband der Land– und Forstwirtschaftsbetriebe Österrreichs, Tel. 01/533 02 27–17, e–mail: dawes@hvlf.at
 
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